U-Bahn-Pöbelei hat ein Nachspiel - beim Bewerbungsgespräch

In der Londoner U-Bahn wird es öfter mal eng. Doch es gibt gute Gründe, warum man trotzdem nicht die Nerven verlieren soll.
In der Londoner U-Bahn wird es öfter mal eng. Doch es gibt gute Gründe, warum man trotzdem nicht die Nerven verlieren soll.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Ein Mann pöbelt einen anderen in der U-Bahn an: Das passiert auch im höflichen London mal. Doch der jüngste Vorfall könnte Pendlern zu denken geben.

London/Essen.. Man sieht sich immer zweimal - und das kann auch in einer Millionenmetropole wie London viel schneller gehen, als man denkt. Am Montag war dort Matt Buckland mit der U-Bahn auf dem Weg zu seiner Arbeit. Er leitet die Personalabteilung der Investmentfirma Forward Partners, was später am Tag noch eine Rolle spielen sollte.

Zunächst aber, beim Aussteigen aus einem vollen Zug an der Monument Station, passierte es, dass er einem anderen Pendler im Weg stand. Er wurde darüber alles andere als im Unklaren gelassen. "Go Fuck Yourself" fauchte der genervte Fremde zu Mr. Buckland hinüber, was nicht jugendfrei ist und hier deshalb nur etwas ungenau mit "Verpiss dich" übersetzt werden soll.

Jetzt die Sache mit der Personalabteilung: Matt Buckland hatte einige Stunden nach dem Vorfall ein Vorstellungsgespräch zu führen. Die Stelle eines Web-Entwicklers war zu vergeben. Und den Bewerber, der dort in sein Büro kam, erkannte Buckland gleich: Es war der Pöbler aus der U-Bahn. Eine ungewöhnliche Begegnung, auch für einen Personal-Manager, der in seinem Beruf ja ständig Menschen begegnet. Matt Buckland erklärte sich diesen Vorfall mit "Karma" - und ließ noch am selben Tag seine Follower auf Twitter daran teilhaben:

Der Tweet wurde binnen einer Woche über 16.000 Mal retweetet und über 15.000 Mal favorisiert. Auch die britischen Medien griffen die Geschichte auf, unter anderem die "Daily Mail", deren Reporter Buckland dann auch erzählte, wie die Geschichte weiterging.

Der Groschen fiel, aber langsam

Buckland berichtet, dass der Bewerber zumindest am Anfang wohl nicht bemerkte, dass er demselben Mann gegenüber saß, den er am Morgen noch angepöbelt hatte. Doch Buckland begann, sanfte Andeutungen zu machen. "Ich glaube, der Groschen fiel bei ihm, als ich ihm mehrere Fragen stellte, in denen es um die U-Bahn ging."

Eine peinliche Situation - doch wie Buckland berichtet, beschlossen die Männer, es mit Humor zu nehmen. "Am Ende des Gesprächs haben wir es mit einem Lachen abgetan und waren beide fröhlich", zitiert die Daily Mail.

Allerdings bekam der Bewerber den Job nicht. (we)