Tumulte beim Prozessauftakt um schweres Grubenunglück

Soma..  Es war eine Katastrophe, die das ganze Land erschütterte und politische Schockwellen auslöste: Am 13. Mai 2014 brach in einer Zeche im westtürkischen Soma ein Feuer aus. Beim schwersten Grubenunglück in der Geschichte des Landes starben 301 Kumpel, über 160 Bergleute wurden verletzt. Elf Monate später hat am Montag in der Kleinstadt Akhisar, rund 40 Kilometer südlich des Bergarbeiterstädtchens Soma, die strafrechtliche Aufarbeitung des Unglücks begonnen. 45 Angeklagte kommen vor Gericht. Acht von ihnen droht lebenslange Haft, darunter dem Vorstandschef der Minengesellschaft, dem technischen Direktor des Bergwerks und mehreren Schichtleitern.

Zum Prozessauftakt gab es Tumulte. Angehörige von Opfern versuchten, in den Gerichtssaal zu gelangen, wurden aber von starken Polizeikräften zurückgedrängt, weil es angeblich Platzbeschränkungen gab. Schon gleich nach dem Unglück war es zu Protesten gekommen. Sie richteten sich gegen die laxen Sicherheitsbestimmungen und Mängel in vielen türkischen Gruben.

Bei den Arbeitsunfällen belegt die Türkei einen unrühmlichen Spitzenplatz in Europa. In den vergangenen zwölf Jahren sind fast 13 000 Menschen bei Arbeitsunfällen ums Leben gekommen, 4000 in der Bauwirtschaft. 2014 war mit 1900 Todesopfern das bisher schwärzeste Jahr,

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