Trotz Protesten geht die Stierhatz in Pamplona weiter

Beim Stierrennen in Pamplona gibt es immer wieder Hunderte Verletzte.
Beim Stierrennen in Pamplona gibt es immer wieder Hunderte Verletzte.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Im Juli werden in Pamplona zu Ehren des Stadtheiligen San Fermin wieder wutschnaubende Kampfstiere durch die Gassen gejagt. Doch die Proteste wachsen.

Madrid.. Spaniens Stierkampf-Lobby ist alarmiert: In immer mehr spanischen Städten drohen Stierkampf-Verbote. Und auch die Stierrennen, bei denen regelmäßig übermütige Läufer aufgespießt werden, sind zunehmend umstritten. Weil ein wachsender Teil der spanischen Bevölkerung diese blutigen Volksfeste grausam und überholt findet.

Stierhatz „Stiere zum Vergnügen zu quälen, gehört ins Mittelalter, aber nicht ins 21. Jahrhundert“, prangt auf Protestplakaten, mit denen sich Tierfreunde öfter vor Spaniens Kampfplätzen aufbauen. Demonstrationen gegen diese „Folterfeste“, wie sie von Tierschützern genannt werden, sind inzwischen allerorten an der Tagesordnung. Auch das nun wieder beginnende berühmteste Stierspektakel Spaniens, die jahrhundertealte Bullenhatz durch die Altstadt von Pamplona, wird von Protesten begleitet. Vom 7. bis zum 14. Juli werden in der nordspanischen Stadt jeden Morgen sechs wutschnaubende Kampfstiere in den engen Gassen losgelassen.

Immer wieder schwere Unfälle

Mehrere tausend Läufer versuchen dann, möglichst dicht vor, neben oder hinter den 500 Kilo schweren Ochsen zu rennen. So wollen sie Mut und Geschicklichkeit beweisen. In der Arena werden die Stiere später von professionellen Toreros getötet.

Immer wieder kommt es bei diesen Stierrennen, die zu Ehren des Stadtheiligen San Fermin veranstaltet werden, zu schweren Unfällen: Vor einem Jahr wurden fast 400 Menschen verletzt, weil sie von den Bullen niedergetrampelt oder auch auf die Hörner genommen wurden. Das letzte Todesopfer in Pamplona war vor sechs Jahren zu beklagen, als ein Stier mit einem Horn den Hals eines jungen Spaniers durchstieß.

Aber nicht nur derartige Horrorszenen, die im spanischen Fernsehen live und zur Frühstückszeit übertragen werden, sorgen dafür, dass das Ansehen dieses international wohl bekanntesten Volksfestes Spaniens sinkt. Auch eine große Zahl von Übergriffen auf Frauen, die bei diesem alkoholreichen Volksfest von wildgewordenen Männercliquen angegriffen werden, hat dieser „fiesta“ den unschönen Ruf eingebracht, ein „Macho-Fest“ zu sein.

Verbot der Stierrennen geplant

In anderen Orten Spaniens, wo ebenfalls Bullen während des Stadtfestes auf die Menschen losgelassen werden, wird inzwischen ein Verbot dieser Stierrennen diskutiert.

Das Ferienparadies Palma de Mallorca etwa will die umstrittenen Stierkämpfe verbieten. Und in der gesamten Region Valencia am Mittelmeer, bisherige Hochburg der Toreros, stehen diese Veranstaltungen nach dem Machtantritt einer linksalternativen Regierung ebenfalls auf dem Prüfstand.