Trennung statt Hochzeit

Öffentlicher Heiratsantrag vor laufender Kamera: Monica Lierhaus fragte ob Rolf Hellgardt sie heiraten möchte.
Öffentlicher Heiratsantrag vor laufender Kamera: Monica Lierhaus fragte ob Rolf Hellgardt sie heiraten möchte.
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Vor vier Jahren hat Monica Lierhaus ihrem Partner vor laufender Fernsehkamera einen Heiratsantrag gemacht – doch jetzt, nach 18 Jahren, ist Schluss.

Essen.. Man wusste damals nicht genau, was größer war: die Freude darüber, dass sie wieder da war – oder das Gefühl, dass hier Privates und Öffentliches auf peinliche Weise miteinander vermischt wurden. Es war im Jahr 2011, bei der Verleihung der Goldenen Kamera, als die von Krankheit gezeichnete Monica Lierhaus ihrem Partner Rolf Hellgardt auf offener Bühne einen Heiratsantrag machte. Aus Dankbarkeit, weil er immer an ihrer Seite war. Sie in den schwersten Stunden stützte. Er sagte „Ja“. Doch nun hat sich das Paar nach 18 Jahren Beziehung getrennt.

Zur Hochzeit ist es nie gekommen – erstaunlich, dass sich Hellgardt vom öffentlichen Druck nicht genötigt sah, den Weg zum Standesamt einzuschlagen. War es Sturheit, war es vielleicht gar keine Liebe? Jedenfalls war es nicht ganz ohne Beigeschmack, einer Frau, die eine Hirnoperation überstanden hatte, den Herzenswunsch abzuschlagen, vor allem, wenn Millionen Zeugen dieses privatesten Moments waren. Hellgardt musste sich damals einiges anhören.

Erster Auftritt nach zwei Jahren

An dem Abend der Fernsehübertragung war das Hauptprogramm vergessen. All die Stars und Sternchen, all die Lobeshymnen und Dankesreden. Die wenigen Minuten, die Monica Lierhaus auf der Bühne stand, stellten jedes Gold der Kameras in den Schatten. Doch auf seltsame Weise war es ei­ne Inszenierung, die mehr Mitleid als Bewunderung erzeugte. Ja, es war zutiefst menschlich, wie Lierhaus auf silberweißen Turnschuhen unter einem blau-silbernen Satinkleid versuchte, Halt zu finden. Wie sie versuchte, die Worte, die so schwer von der Zunge gingen, sauber herauszubringen. Ja, es war zutiefst menschlich – aber es war auch zutiefst privat.

Fernsehen Es war ihr erster Auftritt nach zwei Jahren. Wer Lierhaus (44) noch in Erinnerung hatte, als intelligente Sportmoderatorin, die nicht nur Männer mit ihrem geerdeten Charme um den Finger wickeln konnte, wollte sich aber doch auch mit ihr freuen: Da war sie wieder! Was für ein Wunder, im Grunde. Doch die meisten erschraken, die sonst so quirlige Frau wirkte wie ferngesteuert.

Krankheit soll Beziehung stark belastet haben

Zwei Jahre zuvor hatte sie sich einer Hirnoperation unterziehen müssen, weil man bei ihr ein Aneurysma im Gehirn entdeckte hatte. Diese Gefäßaussackung, eine Zeitbombe, die immer und überall hätte explodieren können. Die Operation verlief nicht komplikationslos, ein künstliches Koma folgte. Keiner wollte glauben, dass sie je wieder auf eigenen Beinen stehen wird. Dass sie es trotzdem schaffte, dass sie sogar wieder in ihrem Beruf arbeiten würde – das hielt kaum einer für möglich. Doch schon kurz nach der Goldenen Kamera kehrte Lierhaus zurück: In der Fernsehlotterie „Platz an der Sonne“ präsentierte sie sich als Glücksfee, immer noch ein wenig angeschlagen. Doch inzwischen hat sie ihre Vitalität fast wieder zurückgewonnen und moderiert für „Sky“ eine Sport-Interview-Reihe.

Alleine leben, den Alltag meistern – das schafft sie jetzt wieder. Warum es aber zur Trennung kam, warum Hellgardt aus der gemeinsamen Wohnung in Hamburg ausgezogen ist? Die Krankheit soll die Beziehung stark belastet haben. Irgendwann war wohl die Liebe weg.

Lierhaus will positiv denken. Dennoch bereut sie den Heiratsantrag. „Es war der falsche Moment. Und der falsche Ort. Er konnte ja gar nicht Nein sagen.“