Tragisches Ende einer Silvesterfahrt

Bad Hersfeld..  Die Scheiben des weißen Busses sind zerborsten, das Heck steht zwischen Tannen. Nur ein Seil der Feuerwehr sichert den Reisebus dagegen ab, noch weiter den Abhang hinabzurutschen – ein Bild des Schreckens am Tag vor Silvester an der A4 in Osthessen.

Die Insassen des Busses aus der Pfalz und aus dem Raum Mannheim/Heidelberg hatten sich auf einen unbeschwerten Trip zum Jahreswechsel nach Leipzig gefreut, für mindestens vier Ausflügler wird es eine Reise in den Tod. „Als wir ankamen, konnte ich sehen, es sind Personen aus dem Bus herausgeschleudert worden“, sagt die Kreisbrandinspektorin von Hersfeld-Rotenburg, Tanja Dittmar. Verletzte hätten geschrien, es sei eine sehr dramatische Situation gewesen.

Offenbar löst ein Autofahrer die Katastrophe aus: Sein Wagen gerät in einer langgezogenen Linkskurve zwischen dem Autobahndreieck Kirchheim und der Anschlussstelle Bad Hersfeld in Fahrtrichtung Osten ins Schleudern, rammt den Bus. „Warum er ins Schleudern gekommen ist, dazu können wir noch nichts sagen“, sagt der Sprecher der Polizei in Fulda, Thomas Rodemer. Der Busfahrer verliert die Kontrolle, sein Bus walzt auf rund 100 Metern die Leitplanke nieder, ehe er sich an der Böschung überschlägt und erst 50 Meter tiefer zum Stehen kommt.

Mehr als 100 Helfer und die Einsatzkräfte aus drei Rettungshubschraubern eilen zur Unglücksstelle und suchen nach den Opfern. „Die Hauptschwierigkeit war die extrem hohe, steile Böschung“, so Kreisbrandmeister Udo Mohr. Denn der Abhang ist so steil, dass sich die Retter nur über Leitern auf und ab bewegen können.

Der Reiseveranstalter mit Sitz im pfälzischen Hanhofen zeigt sich schockiert. „Ich habe mir immer von Herzen gewünscht, dass der liebe Gott uns vor so etwas bewahrt“, sagt die Geschäftsführerin des Unternehmens Palatina Kunst & Kultur, Mathilde Nuber. Sie kannte viele der Reisegäste persönlich.