Tränen und Trauer beim Gedenken an die Tsunami-Katastrophe

"Überlebt ja, aber nicht überwunden" - das sagt Claudia Geist aus Xanten, die dem Tod beim Tsunami 2004 in Südthailand nur knapp entkommen ist. An diesem zweiten Weihnachtstag ist sie zurückgekehrt an den Ort des Grauens, an den Strand von Khao Lak.
"Überlebt ja, aber nicht überwunden" - das sagt Claudia Geist aus Xanten, die dem Tod beim Tsunami 2004 in Südthailand nur knapp entkommen ist. An diesem zweiten Weihnachtstag ist sie zurückgekehrt an den Ort des Grauens, an den Strand von Khao Lak.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Vor zehn Jahren riss ein Monster-Tsunami Hunderttausende in den Tod. Jetzt gab es Gedenkgottesdienste, Schweigeminuten und Dankbarkeit für viele Hilfen.

Banda Aceh/Khao Lak.. Mit bewegenden Gedenkgottesdiensten und Schweigeminuten haben Tausende Menschen rund um den Indischen Ozean der Opfer des verheerenden Tsunami vor zehn Jahren gedacht. Die Riesenwellen hatten in 14 Ländern rund 230 000 Menschen in den Tod gerissen. Neben dem Erinnern an die Toten stand auch der Dank für die Hilfe aus aller Welt im Fokus. „Ich habe noch nie eine so außergewöhnliche Solidarität und Großzügigkeit erlebt“, sagte Indonesiens Vizepräsident Jusuf Kalla am Freitag bei einer Gedenkveranstaltung in Banda Aceh.

In Südthailand kamen Angehörige von Opfern sowie Überlebende zu einer Zeremonie mit deutschsprachigen Seelsorgern zusammen. Direkt am Strand von Khao Lak beteten sie. „Die Bilder von damals haben ihren Schrecken nicht verloren“, verlas der deutsche Botschafter in Thailand, Rolf Schulze, ein Grußwort von Bundespräsident Joachim Gauck. Unter den Tsunami-Todesopfern waren 539 Deutsche, die in Thailand und Sri Lanka Urlaub gemacht hatten.

Wellen türmten sich bis zu 20 Meter hoch

Der damals 15-jährige Ben Atréu Flegel erlebte die Katastrophe in unmittelbarer Nähe des Ortes, wo nun die Gedenkzeremonie war. „Mein Blut ist in diese Erde geflossen“, sagte er. Seine Großeltern kamen bei dem Urlaub ums Leben.

In Indonesien kamen die Menschen schon in der Nacht und am frühen Morgen in zahlreichen Moscheen zusammen. Viele von ihnen weinten und klagten. Andere gingen zu den Massengräbern, um zu beten. „Ich habe im Tsunami zwei Kinder verloren, aber ich weiß nicht, wo sie beerdigt sind“, sagte die 51 Jahre alte Maimunah an ei­nem Massengrab. „Aber hier bete ich für alle Opfer“, erklärte sie.

Tsunami Aceh war die am schlimmsten betroffene Region. Etwa 170. 000 Menschen starben dort; große Teile der Provinzhauptstadt Banda Aceh waren nur noch Trümmerteile und Mauerreste. Das gewaltige Erdbeben, das den Tsunami am zweiten Weihnachtsfeiertag auslöste, ereignete sich vor der indonesischen Insel Sumatra, an dessen Spitze Aceh liegt. Die Wellen türmten sich an der Küste Indonesiens bis zu 20 Meter hoch auf.

In Sri Lanka fuhr ein Sonderzug mit Überlebenden bis zu genau der Stelle in Peraliya, wo damals eine gewaltige Welle den Zug traf. Die tonnenschweren Waggons waren aus den Schienen gerissen und weit ins Landesinnere gespült worden. Rund 1600 Menschen starben in dem Zug. Die überlebenden Passagiere gedachten in einer religiösen Zeremonie der Opfer. Bundespräsident Joachim Gauck bedankte sich im Namen der deutschen Opfer und ihrer Familien bei den Ärzten, Seelsorgern, Forensikern und Bestattern, die damals halfen.

Dank ging auch an die Millionen Spender, die Soforthilfe ermöglichten. Aus Deutschland kamen 2005 nach offiziellen Angaben 670 Millionen Euro an Spenden zusammen. Gauck erinnerte aber auch an die Menschen vor Ort, die sich selbstlos gerade um die verletzten und mittellosen Touristen kümmerten. (dpa)