Tote und Verletzte bei Brand von Treibstofflager bei Kiew

Großbrand in einem Lager für Erdölprodukte bei Kiew.
Großbrand in einem Lager für Erdölprodukte bei Kiew.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Ein Brand vernichtet nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew ein riesiges Depot für Erdölprodukte. Behörden vermuten Schlamperei hinter dem Unfall.

Kiew.. Nach mächtigen Explosionen in einem Treibstofflager bei Kiew haben Hunderte Feuerwehrleute meterhohe Flammen am Rande der ukrainischen Hauptstadt bekämpft. Der Zivilschutz sprach am Dienstag von mindestens vier Toten und zwölf Verletzten durch das Inferno.

In einem Radius von zwei Kilometern um das Großfeuer seien Häuser geräumt worden, hieß es. Soldaten der Nationalgarde sperrten das Gelände ab. Dem Sicherheitsrat zufolge brach der Brand wohl nach einem Verstoß gegen Sicherheitsvorschriften aus. "Auch Sabotage ist nicht ausgeschlossen", meinte Ratssekretär Alexander Turtschinow.

Flammenmeer über einem Erdöl-Lager

Fernsehbilder zeigten ein Flammenmeer über dem Lager für Erdölprodukte in Wassylkiw etwa 15 Kilometer südwestlich der Hauptstadt. 16 Tanks hätten Feuer gefangen, hieß es. Nur 50 Meter von den brennenden Zisternen entfernt gebe es einen Militärstützpunkt mit Waffenlager, sagte Turtschinow. Dort ist eine Brigade der Luftwaffe stationiert, die über MiG-29-Kampfjets verfügt. Auch ein Gasnetz verläuft dort. "Es besteht ernste Gefahr", sagte der Ratssekretär.

Turtschinow war ebenso wie Bürgermeister Vitali Klitschko sowie Verteidigungsminister Stepan Poltorak und Innenminister Arsen Awakow zum Unglücksort geeilt. Awakow sprach von einem "gigantischen" Feuer. Nach zunächst einem Toten seien am Abend noch die Leichen von drei Feuerwehrmännern entdeckt worden, sagte der Minister. "Ein trauriger Tag." Mindestens zehn Löschfahrzeuge wurden zerstört.

Klitschko warnte am Abend Menschen mit Atemwegserkrankungen vor dem Aufenthalt im Freien. Messungen hätten ergeben, dass wegen des Brandes zahlreiche Schadstoffe in der Luft seien, sagte der Bürgermeister und Ex-Boxchampion. Er ordnete eine Einschränkung des Lkw-Verkehrs an.

Tanks womöglich zu eng aneinander gebaut

Der Stadtrat von Wassylkiw riet dazu, Schwangere und Kinder aus der Stadt zu bringen. Die Gefahr neuer Explosionen sei nicht gebannt, sagte Zivilschutzchef Nikolai Tschetschotkin. "Sollte es notwendig sein, werden wir in einem Radius von zehn Kilometern evakuieren."

Gegen den Inhaber des Lagers wurde ein Ermittlungsverfahren wegen illegaler Bauten eröffnet. "Zu Sowjetzeiten haben sich alle Betriebe an Regeln gehalten. Heute bauen alle, wie sie wollen - Treibstofftank neben Treibstofftank, Abstände werden nicht eingehalten", sagte der stellvertretende Leiter des Zivilschutzes in Kiew, Waleri Borissow.

Präsident Petro Poroschenko beauftragte Vizeregierungschef Wjatscheslaw Kirilenko mit der Bildung einer Untersuchungskommission. Der Staatschef ließ zudem den Schutz der Treibstofflager verstärken. (dpa)