Tödlicher Streit im Jobcenter wegen weniger als 50 Euro
20.05.2011 | 13:34 Uhr 2011-05-20T13:34:00+0200
Frankfurt. Eine 39-jährige Frau wurde nach einer Messerattacke von einer Polizistin erschossen. Die Situation im Frankfurter Jobcenter war wegen eines Streits um eine Hartz-IV-Auszahlung eskaliert. Nun gibt es mehr Details zum Opfer.
Die in einem Frankfurter Jobcenter nach einem Streit niedergeschossene Frau war zuvor schon einmal in der Betreuungsstelle gewesen. Die 39-jährige Frau aus Nigeria sei Anfang Mai im Jobcenter vorstellig geworden, sagte ein Sprecher des Sozialdezernats der Stadt am Freitag auf Anfrage. Dieser Termin sei damals unauffällig und ohne einen Streit abgelaufen. Das Center kümmert sich ausschließlich um die Belange von Wohnsitz- und Obdachlosen.
Die Frau hatte am Donnerstag mit einem Sachbearbeiter des Jobcenters darüber gestritten, ob ihr Hartz-IV-Leistungen bar ausgezahlt oder überwiesen werden. Als zwei Polizisten den Streit schlichten sollten, attackierte die Frau einen 30 Jahre alten Beamten mit einem Messer. Er erlitt mehrere Stiche in den Bauch und einen Schnitt am Arm. Eine 28-jährige Polizistin schoss daraufhin auf die Angreiferin. Etwa eineinhalb Stunden danach erlag die Frau im Krankenhaus ihren Verletzungen. Der Gesundheitszustand des Mannes sei nach wie vor stabil, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes.
Staatsanwaltschaft ermittelt
Der 30-jährige Beamte ist nach der Tat operiert worden und noch nicht vernehmungsfähig, sagte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Thomas Bechtel am Freitag. Das Obduktionsergebnis habe ergeben, dass die Frau durch einen Einschuss in den Bauch getötet wurde. Die 39-Jährige sei vor ihrem Tod kerngesund gewesen. Es gebe keine Hinweise auf Drogenmissbrauch.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags gegen die Polizistin. Das sei ein normales Verfahren, sagte der Oberstaatsanwalt. Es müsse geklärt, ob der Schuss in dieser Form erforderlich gewesen sei. Das Verfahren werde mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Wahrscheinlich war Opfer obdachlos
Laut Staatsanwaltschaft war die getötete 39-Jährige aus Nigeria mit einem Deutschen verheiratet und im Besitz eines deutschen Passes. Bis Ende April wohnte sie in Aschaffenburg, seit 1. Mai in einer Wohnung in der Frankfurter Innenstadt.
Dass sich die Frau an dieses spezielle Jobcenter wandte, spreche dafür, dass die 39-Jährige wahrscheinlich in einer Frankfurter Obdachlosenunterkunft wohnte, sagte ein Sprecher des Sozialdezernats. Sie sei in einem Teil der Stadt gemeldet gewesen, in dem es eine solche Unterkunft gebe. Bei dem tödlichen Streit sei es wohl um weniger als 50 Euro gegangen.
Das Jobcenter für Obdachlose besteht seit 2005. Es biete unter anderem Übernachtungsmöglichkeiten und ein Frühstücksangebot, sagte der Sprecher.
Die Frankfurter Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) kündigte an, die Arbeitsbedingungen in dem Jobcenter zu prüfen. Der aktuelle Vorfall werde dazu führen, „dass wir uns ganz genau anschauen, wie die Arbeitsbedingungen dort sind und ob wir die Dinge verbessern können oder müssen“, sagte Birkenfeld am Freitag auf dapd-Anfrage.(dapd)
14:56
# 7von berechtigter_Zweifel
Genau so ist es !!!
14:47
statt die nicht muss es der nicht heißen.
14:42
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14:24
Die Polizistin hat richtig gehandelt, oder soll erst gewartet werden bis der Kollege getötet wird.
Hier ist eindeutig der Tatbestand der Notwehr vorhanden.
Wenn hier Toptschlag vermutet wird , kann die Polizei gleich ihre Waffen zu hause lassen und mit Wattebäuschchen werfen.
Schiksel ist nur , dass der Schuss tödlich war, und 2 cm weiter vielleicht nur eine normale Verletzung entstanden wäre.
14:09
Das ist doch der Horror, der da abläuft. Aber es sind schon Menschen für einen weniger hohen Wertbetrag auf der Strecke geblieben. Leider funktioniert das System der sozialen Erniedrigung und der Sanktionierungen perfekt und man wundert sich nur, dass es bisher zu nicht mehr Gewalttaten kam, wenn sich Menschen durch diesen Apparat der sozialen Kälte in die Enge gedrängt sehen oder sich abgeschoben fühlen. Den Opfern, zu dem auch die Polizei in diesem Fall gehört, sei gedacht.
14:08
Wir lesen hier sicher von einem besonders krassen Fall. Statt nun aber wieder nur in Security, Sicherheitsschleusen und dicke Glasscheiben zu investieren, könnte man sich auch Gedanken darüber machen, ob Bürokratie, Gesetze und die Art ihrer Anwendung draußen im Land nicht auch teilweise verbesserungsfähig sind.
14:07
Nun gibt es mehr Details zum Opfer
Da verwechselt derwesten Opfer und Täterin.
Die Polizisten sind angegriffen worden, also sind sie die Opfer des Angriffs, die getötete ist die Täterin.
14:07
Schrecklich, was dort vorgefallen ist.
Allerdings ist es meiner Meinung nach falsch, in den Vorfall Ausländerfeindlichkeit oder soziale Kälte hineinzuinterpretieren. Das ist schlicht falsch.
Bei einer derartig außer Kontrolle befindlichen Person, die wild um sich sticht und Unbeteiligte zu verletzen droht, müssen Polizisten neben der Sicherheit anderer in der direkten Umgebung auch an ihren Eigenschutz denken, und denken dürfen!
Wäre die Sache noch mehr eskaliert und mit vielen Verletzten geendet... Ich frage mich wer dann zuerst geschrien hätte, Durchgreifen! und Wo blieb denn der Opferschutz, wenn schon Polizei da war?!
13:56
Polizei und Arge müssen den Kopf hinhalten, für eine gescheiterte, Menschen-verachtende Politik. Und ob die Angreiferin schwarze oder weiße Hautfarbe hatte, Deutsche oder Ausländerin war, ändert doch wohl nichts am Tatbestand, sondern ist höchstens für die Meinungshetze in der Boulevardpresse von Bedeutung. Ich wünsche dem verletzten Polizisten baldige Genesung.
13:54
auch bei den Kommentatoren hier scheint der Hohlraum zwischen den Ohren größer zu werden.