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Tödliche Schüsse in bekanntem Einkaufszentrum in Toronto - ein Toter und sieben Verletzte

03.06.2012 | 15:10 Uhr
Tödliche Schüsse in bekanntem Einkaufszentrum in Toronto - ein Toter und sieben Verletzte
Police close off an area at the Toronto Eaton Centre shopping mall in Toronto

Toronto.  Bei Schüssen in einem Einkaufszentrum im kanadischen Toronto ist nach Polizeiangaben ein Mensch getötet worden. Sieben Menschen seien verletzt worden. Unter den beiden Schwerverletzten sei auch ein 13-jähriger Junge, teilte die Polizei mit. Nach den Schüssen kam es zu einer Panik.

Ein bewaffneter Mann hat in einem der größten Einkaufszentren Kanadas einen 25-Jährigen erschossen und sieben weitere Menschen zum Teil schwer verletzt. Der Täter habe im Gastronomiebereich des Eaton Centres in der Innenstadt von Toronto gezielt auf den Mann geschossen, der noch am Tatort verstorben sei, sagte Polizeisprecher Victor Kwong. Fünf unbeteiligte Passanten seien durch Schüsse verletzt worden, zwei von ihnen lebensgefährlich, darunter ein 13-jähriger Junge. Zwei weitere Menschen wurden bei einer anschließenden Panik verletzt, unter ihnen eine schwangere Frau, bei der dann die Wehen einsetzten.

Nach Angaben einer Augenzeugin feuerte der Täter am Samstag etwa 15 Schüsse ab. Hunderte Kunden rannten in Panik zu den Ausgängen. Das Einkaufszentrum wurde evakuiert und geschlossen. In dem bei Touristen beliebten Einkaufsviertel wurde der öffentliche Nahverkehr zeitweise eingestellt. Eine große Traube Schaulustiger vor dem Einkaufszentrum sah zu, wie ein Mann mit erkennbaren Schusswunden auf einer Bahre nach draußen gerollt wurde.

Die Ermittler hätten eine Beschreibung des Täters, sagte Polizeichef Bill Blair. Nach ihm werde gefahndet. "Viele unschuldige Menschen wurden verletzt und viele unschuldige Menschen wurden in Gefahr gebracht", erklärte er. "Wir werden den oder die Verantwortlichen gnadenlos verfolgen. Wir haben jede Menge Mithilfe von Menschen, die sich in dem Gastronomiebereich aufhielten." Jeder in Toronto sei schockiert und entsetzt über dieses Verbrechen. "Überall in Toronto ist es gefährlich, eine Waffe abzufeuern. In dem Gastronomiebereich im Eaton Centre an einem Samstagabend ist das jedoch nicht nur gefährlich, sondern unfassbar."

Menge brach in Panik aus

Toronto ist stolz darauf, eine der sichersten Städte in Nordamerika zu sein. Viele Kanadier haben sich lange Zeit in Sicherheit gewiegt, dass sie nicht so eine hohe Rate an Gewaltverbrechen haben wie das Nachbarland USA. Entsprechend nervös fielen die Reaktionen angesichts dieses Verbrechens aus.

Ein Spieler des kanadischen Major-League-Baseball-Teams Toronto Blue Jays, Brett Lawrie, war zum Zeitpunkt der Tat auch im Einkaufszentrum. "Ziemlich sicher, dass jemand gerade im Einkaufszentrum Eaton Centre um sich geballert hat...Wow, bin nur aus dem Einkaufszentrum rausgerannt...mitten durch den Verkehr", twitterte er. Später schrieb er noch: "Bin gerade echt fassungslos."

Ein 19-Jähriger, der in dem Gastronomiebereich des Eaton Centres arbeitet, sagte, er habe einen Mann eine Waffe ziehen und feuern sehen. Mindestens zwei Menschen hätten am Boden gelegen. "Plötzlich rannte eine Horde Leute auf uns zu, eine riesige Menschenmenge schrie, rannte, brach in Panik aus", sagte eine 21-jährige Passantin. "Wir sahen dieses Mädchen auf dem Boden sitzen mit Blut an ihren Zehen." Das Mädchen sagte der Passantin, sie sei gerade angeschossen worden.

Eine andere Passantin sagte dem kanadischen Fernsehsender CP24, ihrer Schwester sei ins Bein geschossen worden. "Wir müssen abwarten, ob sie eine Operation braucht. Sie ist eine der nettesten Menschen auf der ganzen Welt. Sie war mit ihren Freunden einkaufen, als sie angeschossen wurde."

"Sinnlose, tragische Gewalt"

2005 war ein 15-jähriges Mädchen in Toronto während der Weihnachtsfeiertage erschossen worden. Der Teenager war in eine Schießerei zweier rivalisierender Banden geraten. "Das heute erinnert mich an diesen schrecklichen Moment", sagte Blair. "Es war eines der tragischsten und schockierendsten Ereignisse in Toronto überhaupt." Polizeisprecher Kwong erklärte, die Beamten werteten derzeit Aufnahmen der Überwachungskameras aus. Der Ministerpräsident von Ontario, Dalton McGuinty, nannte die Tat eine "sinnlose, tragische Gewalt" und sprach den Opfern und ihren Angehörigen sein Beileid aus. (ap)

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