Todesfälle durch Nervengift Botox
31.08.2008 | 17:37 Uhr 2008-08-31T17:37:41+0200München. Das vor allem als Anti-Falten-Mittel bekannte Nervengift Botox scheint gefährlicher zu sein als bislang angenommen.
Der "Focus" berichtet von fünf Todes- und 210 Zwischenfällen in Deutschland seit 1994 nach der Behandlung mit dem Wirkstoff Botulinumtoxin. Dabei beruft sich das Magazin auf das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.
"Nahezu unbemerkt hat sich das Gift vom Faltenkiller zum Allzweckmedikament gemausert", heißt es in dem Bericht. Neurologen und Urologen, Hautärzte und Fachleute für Sprach-, Stimm- und Schluckstörungen injizierten das Gift in zuckende Lider, krampfende Stimmritzen, bei stark schwitzenden Achseln, Händen und Füßen oder bei Blasenproblemen. Etwa 20 Indikationen seien bislang in verschiedenen Ländern zugelassen.
Doch das Nervengift kann sich über die Injektionsstelle hinaus im Körper ausbreiten und etwa zu Atem- und Schluckbeschwerden führen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte Anfang des Jahres vor den Nebenwirkungen gewarnt, nachdem spastisch gelähmte Kinder nach der Behandlung mit dem Nervengift gestorben waren.
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Botulinumtoxin ist das stärkste Gift überhaupt. Wegen seiner Gefährlichkeit wird jede Produktionseinheit in qualvollen Tierversuchen geprüft, bevor sie in den Verkauf geht. Weltweit sterben hierfür jedes Jahr 300.000 Mäuse einen schrecklichen Erstickungstod. Dabei gibt es bereits tierversuchsfreie Testmethoden. Diese werden jedoch nur unzureichend eingesetzt. Tierversuche für Kosmetikprodukte sind laut deutschem Tierschutzgesetz verboten. Da die Botox-Produkte auch für medizinische Zwecke eingesetzt werden, wird dieses Verbot umgangen. Verbraucher, die Tierversuche für Kosmetika ablehnen, werden so hinters Licht geführt.