Til Schweiger erhält Rückendeckung von Bundeswehr - "feiger Anschlag"

Das Auto von Til Schweigers Freundin nach dem Brandanschlag.
Das Auto von Til Schweigers Freundin nach dem Brandanschlag.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
Der Bundeswehr-Verband hat sich solidarisch mit Til Schweiger erklärt. Oberst Kirsch sprach von einem "feigen Anschlag". Das Haus des Tatort-Kommissars war von Unbekannten mit Farbbeuteln beworfen und das Auto seiner Freundin in Brand gesetzt worden.

Hamburg.. Schauspieler Til Schweiger erhält nach dem Anschlag auf sein Haus und das Auto seiner Freundin Rückendeckung vom Bundeswehr-Verband. "Ich verurteile den feigen Anschlag auf Til Schweiger auf das Schärfste. Es ist sehr bedenklich, dass die Täter seine Unterstützung für die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz zum Vorwand für ihr Tun nehmen. Til Schweiger ist solidarisch mit uns Soldaten, jetzt sind wir solidarisch mit ihm", sagte der Vorsitzende des Verbandes, Oberst Ulrich Kirsch, der "Bild"-Zeitung.

Die Täter hatten Schweigers Haus in der Nacht zum Montag mit weißen Farbbeuteln beworfen. Zudem zündeten sie das Auto seiner Freundin an. In dem von der "Hamburger Morgenpost" am Dienstag abgedruckten Bekennerbrief schreibt eine Gruppe namens "die Tatortverunreiniger_innen", der Schauspieler habe mit seiner Rolle in dem Kinofilm "Schutzengel" und mit öffentlichen Äußerungen den Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan verherrlicht. "Deutsche Kriegseinsätze mit allen Folgen sollen als normal und gerecht empfunden und akzeptiert werden". Auf das Haus in den Elbvororten waren am frühen Montagmorgen sechs große weiße Farbbeutel geschleudert worden.

Tatort Til Schweiger werde "in der Logik der Täter 'bestraft

Der kulturpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, verurteilte die Tat "als Anschlag auf die Freiheit der Künstler und damit auf die Freiheit der Kunst in unserem Lande". Schweiger werde "in der Logik der Täter 'bestraft', weil einer seiner Filme deren Sichtweise des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan nicht entspricht", erklärte Börnsen. Die Konsequenz aus solchem Denken bedeute das Ende der freien Gesellschaft.

Der 49-jährige Til Schweiger ist einer der erfolgreichsten deutschen Schauspieler. Zuletzt war er in der Rolle des Hamburger "Tatort"-Kommissars Nick Tschiller zu sehen. (dapd/dpa)