Das aktuelle Wetter NRW 23°C
Vox

Tierschützer protestieren in Petition gegen „Herrchentausch“

22.02.2013 | 17:13 Uhr
Der Pudel von Egon Dickmann ist ein echter Champion, denn er hat schon etliche Preise gewonnen.Foto: Familie Dickmann

Köln.   Ein Hundeverband befürchtet, die Tiere würden bei dem Format "Herrchentausch", das ab Samstag auf Vox läuft, aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und ruft via Facebook zum Boykott der Sendung auf. Der Sender wiegelt ab. Er spricht von „Missverständnis“.

Es gibt diesen Beruf nicht oft, den Jan Biekehör beim TV-Sender Vox macht. Er ist „Executive Producer Tierformate“ bei den Kölnern. Produzent für Tiersendungen. Davon gibt es viele beim Sender. Von Samstag an auch „Herrchentausch“ (19.10 Uhr). Und der erregt Ärger bei Tierschützern, noch bevor die erste Folge gelaufen ist.

Das Konzept ist natürlich aus ähnlichen Sendungen bekannt. Zwei unterschiedliche Familien mit Hund müssen für eine Woche mit einem Herrchen aus einer anderen Familie klar kommen. Da ist auf der einen Seite meist der Vierbeiner, der alles darf und nach Strich und Faden verwöhnt wird. Leckerchen im Überfluss und ein freier Platz im Bett sowieso. Der Kollege auf der anderen Seite ist dagegen erzogen. Oder anders gesagt: Er ist einfach ein Hund, der parieren muss. Muss ja grundsätzlich nicht schlecht sein.

Lediglich eine Bezugspersonen wird ausgetauscht

Aber darum geht es den Tierschützern auch gar nicht, die sich im Vorfeld zu Wort gemeldet haben – allen voran „Der deutsche Klub für französische Bulldoggen“. Er befürchtet, die Tiere würden bei dem Format aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und ruft via Facebook zum Boykott der Sendung auf: Man dürfe nicht zulassen, dass „Hunde zum Spielball der Nation“ werden. Und eine Petition gegen die Sendung gibt es auch schon. Bisher haben knapp 2000 Menschen unterschrieben und wollen nicht einschalten. Was auf die Quote aber wohl kaum Einfluss haben dürfte.

Lesen Sie auch:
Neues Vox-Format "Herrchentausch" empört Tierschützer

Vox startet ein neues Format. Bei "Herrchentausch" müssen Hundehalter mit neuen Vierbeinern klarkommen - und die Hunde entsprechend mit neuen Herrchen. Tierschützer sehen das neue Format mit Sorge: In ihren Augen werden die Tiere großem Stress ausgesetzt. Sie wollen die Sendung boykottieren.

 Trotzdem versucht Biekehör abzuwiegeln, spricht von einem „Missverständnis“. Denn die Hunde würden ihre Familien ja gar nicht tauschen. „Lediglich eine ihrer Bezugspersonen – meistens übrigens die Frauchen – zieht für eine Woche in den jeweils anderen Hundehaushalt ein.“ Kein Vierbeiner in den zunächst geplanten und abgedrehten vier Folgen habe sein gewohntes Umfeld verlassen müssen oder gar „unnatürliche Dinge“ getan. „Und zu keinem Zeitpunkt entstand während der Dreharbeiten Stress für die Tiere.“ Im Gegenteil: „Alle beteiligten Familien haben etwas über sich und ihren Umgang mit ihren Tieren gelernt.“

„Wenn ihr Eure Perlen zum Frauentausch schickt, okay“

Wohl auch, weil der Sender bei der Auswahl der tauschbereiten Familien auf ein gewisses Niveau geachtet hat. Zumindest was der Presse vorab gezeigt wurde, hebt sich positiv von anderen Tausch-Sendungen ab.

Wer ist der schönste Hund?

Viele Tierfreunde im Netz kann das alles nicht beeindrucken. „Wenn ihr Eure Perlen zum Frauentausch schickt, okay“, schreibt ein Nutzer auf der Facebook-Seite. Aber bitte keine Hunde vor die Kamera, denn: „Ein Tier kann sich ja nicht wehren.“

Andreas Böhme


Kommentare
23.02.2013
21:30
Tierschützer protestieren in Petition gegen „Herrchentausch“
von oderfla | #1

tausche tierfreund61 gegen br01..........

Aus dem Ressort
Im Darknet versteckt sich die dunklen Seite des Webs
Darknet
Anonym unterwegs im Internet – das geht tatsächlich. Wer seine Verbindungen richtig verschlüsselt, bereitet den Überwachern immense Schwierigkeiten. Doch was politisch Verfolgten zugute kommt, wird von Kriminellen genutzt, um Drogen, Waffen oder andere illegale Waren zu verkaufen.
Polizei warnt nach Tod eines Achtjährigen vor Selbstjustiz
Kriminalität
Nach dem gewaltsamen Tod des achtjährigen Armani in Freiburg versuchen offenbar Unbekannte, im Internet Stimmung zu machen. Laut Polizei werden gefälschte Fahndungsaufrufe und ein angebliches Phantombild verbreitet, verbunden mit dem Aufruf zur Selbstjustiz.
In Afrika geht die Angst vor der Ebola-Seuche um
Seuche
Immer mehr Ebola-Fälle werden im Westen Afrikas bekannt – inzwischen auch in Millionen-Metropolen wie Lagos, Nigeria. Die Angst wächst: Gegen die Seuche gibt es kein Gegenmittel. Nicht nur Bürgerkriege begünstigen ihre Ausbreitung.
"Hidden Cash" - Unternehmer versteckt Geld für Schatzsucher
Geldsuche
Hunderte Schatzsucher sind am Wochenende durch den Berliner Tiergarten gestreift. Ihr Ziel: versteckte, grüne Briefumschläge. Darin hatte ein edler Spender aus den USA Geldscheine deponiert — wie zuvor schon in anderen Städten der Welt.
Justiz stellt ihre Ermittlungen zu den Hitler-Tassen ein
Nationalsozialismus
5000 Kaffeetassen mit nostalgischem Dekor hatte ein westfälisches Möbelhaus bei Lieferanten in China geordert. Im April fiel jemandem auf: Da ist ein Bild von Adolf Hitler drauf. Die Chinesen entschuldigten sich, der Staatsschutz ermittelte. Doch jetzt legte die Justiz das Thema zu den Akten.
Umfrage
S-Bahnen in NRW sollen bald wieder mit Außenwerbung auf den Zügen herumfahren. Was halten Sie davon?
 
Fotos und Videos
Scoopshot-Bild des Tages (2)
Bildgalerie
Fotoaktion
Ruhr Reggae Summer 2014
Bildgalerie
Festival
Kunstwerke auf der Haut
Bildgalerie
Bodypainting