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Der Spatz erobert Spitzenplatz bei NRW-Vogelzählung

13.01.2012 | 18:39 Uhr
Der Spatz erobert Spitzenplatz bei NRW-Vogelzählung
Sperlinge auch Spatzen genannt sind im Sommer an Futterstellen im Garten anzuteffen. 29.08.2010 Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool

Ruhrgebiet. Lange ging es dem Spatzen schlecht, sein Bestand verringerte sich in den letzten Jahren dramatisch. Doch jetzt gibt es Grund zur Hoffnung: Der Spatz ist der am häufigsten gesichtete Vogel in heimischen Gärten, so die Zwischenbilanz der Aktion „Stunde der Wintervögel“. Der Naturschutzbund (Nabu) hatte zum zweiten Mal dazu aufgerufen, Vögel zu zählen.

„Das ist sicherlich erfreulich, aber man muss die Brutsaison abwarten, bevor man von einer echten Trendwende sprechen kann“, sagt Bernd Jellinghaus vom Landesfachausschuss für Ornithologie und Vogelschutz. Denn der Spatz, der in der Biologie Sperling heißt, sei zwar nicht akut gefährdet, stehe aber nach wie vor auf der Vorwarnliste. In NRW sei der Bestand des Haussperlings in den vergangenen Jahren von einer Million auf 600 000 zurückgegangen, der Bestand des Feldsperlings sei gar von 500 000 auf nur noch 100 000 gesunken.

Spatz findet genug Futter

Ursachen sind möglicherweise ein Mangel an Insekten sowie sanierte und gut gedämmte Häuser, die kaum noch Nistmöglichkeiten bieten. Für die häufige Sichtung des Singvogels auch in Gärten des Reviers macht Jellinghaus vor allem den milden Winter verantwortlich: „Der Spatz findet momentan flächendeckend Stellen, wo er Futter aufnehmen kann.“ Daher sei es auch nicht nötig, Vogelhäuschen mit Futter aufzustellen. Wenn doch, sei es wichtig, sie sauber zu halten und Futterreste zu entfernen, um Krankheiten vorzubeugen, sagt Sabine Zimpel von der Nabu-Regionalstelle Ruhrgebiet.

Deutlich seltener als früher gezählt wurde die Amsel. Grund ist wohl ein Ausbruch des Usutu-Virus, die Art sei aber nicht gefährdet, so Jellinghaus. Teilnehmer der Aktion können ihre Ergebnisse noch bis Montag melden, endgültige Zahlen gibt es Ende Januar.

Andreas Bartel


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