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Wetten, dass..?

Thomas Gottschalk will von Schleichwerbung nichts wissen

14.01.2013 | 18:50 Uhr

Berlin.  Nachdem ein Magazin schwere Schleichwerbung-Vorwürfe gegen "Wetten, dass..?" erhoben hat, fordern Kritiker externe Kontrollen beim ZDF. Nach Ansicht des CDU-Abgeordneten Rupert Polenz sollte sich der „Fernsehrat in seiner nächsten Sitzung am 8. März mit dem Vorgang befassen“.

Wetten, dass das ZDF keine krummen Geschäfte, keine Schleichwerbung in den Absprachen und Geheimpapieren hinter den Kulissen seiner beliebten Samstagabend-Show entdecken wird? Am Tag eins, nachdem der „Spiegel“ behauptet, dass die Gottschalk-Firma DM Millionen durch Produktplatzierung kassiert haben soll, versuchen die Beteiligten zu beschwichtigen.

Thomas Gottschalk lässt über seinen Anwalt Christian Schertz erklären, dass es sich um die Firma seines Bruders Christoph handelte. Er selbst sei weder Vertragspartner der im „Spiegel“ erwähnten Verträge gewesen, „noch war er an den Verhandlungen oder Abschlüssen beteiligt“. Seltsam nur, dass Thomas Gottschalk bis 2009 als Gesellschafter in der Firma seines Bruders agierte. Jörg Berendsmeier erläutert für das ZDF: „DM war nicht berechtigt, das ZDF gegenüber Dritten zu verpflichten.“

Herunterspielen heißt die Devise. Dabei ist die Grenze zwischen legaler Produkt-Platzierung und illegaler Schleichwerbung klar definiert. Das ZDF darf zum Beispiel mit dem „Traumschiff“ über die Weltmeere schippern, weil es von dem Eigentümer, der Reederei Deilmann, kein Geld kassiert. Die ARD-„Tatort“-Kommissare dürfen mit der gleichen Argumentation mit Mercedes, Audi oder BMW auf Verbrecherjagd gehen.

Schleichwerbung-Skandal beim „Marienhof“

Einen Skandal hingegen lösten die illegalen Werbebotschaften beim „Marienhof“ 2005 aus. Über Jahre hatte sich ein Reisebüro in die Handlung eingekauft. Die Konsequenz: Bei der Produktionsfirma Bavaria rollten Köpfe und die ARD-Anstalten entwickelten ihre Richtlinien zur „Trennung von Werbung und Programm und für das Sponsoring“.

Wetten, dass..?
Schleichwerbe-Vorwürfe bei "Wetten, dass...?"

Der Bruder von Thomas Gottschalk, Christoph Gottschalk, soll mit verbotener Schleichwerbung in der Unterhaltungsshow Millionen Euro kassiert haben. Die Kette außergewöhnlicher Firmenplatzierungen bei „Wetten, dass..?“ ist lang. Jetzt will das ZDF die Vorwürfe prüfen.

„Der WDR hat die Redaktion sogar um einen internen Korruptionsbeauftragten sowie einen externen Ombudsmann erweitert“, erklärt Sprecherin Annette Metzinger gestern auf Anfrage. Dennoch: Bei den Öffentlich-Rechtlichen bleibt die Kontrolle schwierig. Es gibt, anders als bei den privaten Sendern, die von der Landesmedienanstalt (LfM) überwacht werden, keine externen Kontrollen.

Gremien müssten sich selbst kritisieren

Beim Umgang mit Beschwerden bzw. Verstößen im eigenen Programm sind die Gremien der öffentlich-rechtlichen Sender zu zurückhaltend, weil sie sich fast immer selbst kritisieren müssten“, erläutert  Jürgen Brautmeier, Direktor der LfM Nordrhein-Westfalen und neuer Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten.  „Es ist eine interne Kontrolle, und die funktioniert nur eingeschränkt.“

Medienpolitiker halten sich eher zurück in ihrer Einschätzung der „Wetten, dass...?“-Geschichte. „Die Frage von Schleichwerbung bei Sendungen des ZDF muss aufgeklärt werden und Verträge müssen transparent gemacht werden“, verlangt zwar Sabine Bätzing-Lichtenthäler, SPD-MdB und Mitglied des ZDF-Programmausschusses. Sie sagt aber auch: „Eine Verantwortung des ZDF für Verträge zwischen Vertragspartnern des ZDF und Dritten sehe ich nicht.“ Komisch, gerade Transparenz ist wichtig. Brautmeier hält es für ein Manko, dass ein Sender heute nicht weiß, wie ein Produzent die in Auftrag gegebene Sendung finanziert. „Was spricht dagegen, wenn auch die Öffentlich-Rechtlichen von außen kontrolliert werden?“, fragt er.

Wetten, dass..? in Düsseldorf

Den Weg möchte die Politik momentan nicht unbedingt gehen. Nach Ansicht von CDU-MdB Rupert Polenz sollte sich der „Fernsehrat in seiner nächsten Sitzung am 8. März mit dem Vorgang befassen“.

Der Fernsehrat, eine„parteipolitische Kungelrunde“

Dort müsse nach Ansicht von Gesine Lötzsch, MdB die Linke und Mitglied im ZDF Rundfunkrat, „geklärt werden, wer die Aufsichtspflicht verletzt hat. Dann muss es personelle Konsequenzen geben“. Starke Worte, die Lötzsch aber prompt selber abgeschwächt, indem sie von parteipolitisch dominierten Kungelrunden spricht.

Das Ergebnis nimmt RTL-Sprecher Christian Körner vorweg: „Sollte der Sachverhalt der Wahrheit entsprechen, so ist abzusehen, welche Konsequenzen er mit sich bringen wird: Keine.“ Während ein privater Sender in einem solchen Falle ein unangenehm hohes Bußgeld zu zahlen hätte, werde beim ZDF nichts geschehen. „Erfahrungsgemäß ist der Fernsehrat des ZDF viel zu sehr mit seinem Sender verbunden, als dass er eine objektive Kontrolle oder Sanktionierung eines Fehlverhalten garantieren könnte.“

Daniel Freudenreich


Kommentare
15.01.2013
11:07
Thomas Gottschalk will von Schleichwerbung nichts wissen
von Hengsbach | #6

Warum sollte seitens des ZDF etwas passieren? Der Sender hat über seine Beteiligung an der Gottschalk-Firma Dolce Media, die zudem eine Tochter in Zug/Schweiz hat, immer kräftig mitverdient.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt ;-)

15.01.2013
09:56
Thomas Gottschalk will von Schleichwerbung nichts wissen
von buntspecht2 | #5

Was soll die Aufregung es nimmt doch jeder was er kriegen kann in diesem Geschäft mit geflissentlichem übersehen der Fernsehanstalten.

15.01.2013
08:59
Thomas Gottschalk will von Schleichwerbung nichts wissen
von neuich | #4

Wenn ich immer das dumme Geschwafel von ARD und ZDF höre wird mir schlecht. Wie Sie es auch immer nennen mögen ob Sponsoring oder sonst wie - Werbung bleibt Werbung! Entweder man finanziert sich durch ( Abzock- ) gebühren oder durch Werbung aber BEIDES geht gar nicht. Zum Thema Gottschalk. Der/die sind so abgezockt. Das wird schon stimmen!

15.01.2013
08:07
Thomas Gottschalk will von Schleichwerbung nichts wissen
von kedame | #3

Nun Ja, es scheint doch ein bisschen Unglaubwürdig, denn wer die Gottschallk- Brüder kennt der weiß das Sie schon immer ein Kopf und eine Seele sind.

14.01.2013
20:22
Thomas Gottschalk will von Schleichwerbung nichts wissen
von ratenn | #2

Klar , er hat nie mit seinem Bruder über solche Sachen gesprochen.
Und da Politiker aller Farben in irgendwelchen Gremien der Rundfunk
Anstalten sitzen und Kohle kassieren und gewissenhaft darauf achten,
daß ihre Parteien nur positiv beurteilt werden, bleibt es eh wies immer
war.

14.01.2013
19:22
Thomas Gottschalk will von Schleichwerbung nichts wissen
von cvoertzen | #1

Was für ein armseliges Würstchen! Dass er in den letzten Jahren nicht mehr Herr der Situation war, durften ja viele von uns miterleben. Aber so was? Nix gewusst? Genau so eine Lachnummer wie das, was der RTL-Sprecher hier zum Besten gibt.

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