Tatort-Ermittler Leitmayr und Batic bekommen einen Kollegen

Gisbert Engelhardt (Fabian Hinrichs, l.) nervt den Kriminalhauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec).
Gisbert Engelhardt (Fabian Hinrichs, l.) nervt den Kriminalhauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec).
Foto: ORF/BR/Kerstin Stelter
Was wir bereits wissen
Im neuen „Tatort“ aus München beherrscht ein Jungdynamo und Technikfreak die Ermittlungen. Er soll die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) unterstützen. Doch eigentlich nervt er die beiden nur. Deshalb fliehen sie aufs Herrenklo.

Essen.. Man könnte ihn hyperaktiv nennen, den neuen Kollegen Gisbert Engelhardt (Fabian Hinrichs). Er soll die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) im neuen „Tatort – Der tiefe Schlaf“, ARD, Sonntag, 20,15 Uhr, unterstützen. Doch das eingespielte Team ist eher genervt.

Von einem Jungdynamo und Technikfreak, der nach dem Mord an der jungen Carla aus unverständlichen Handygeräuschen Atemzüge des Mörders heraushören will. Der heute einen Bekannten oder Verwandten, jedenfalls einen aus dem direkten Umfeld des Opfers, und morgen einen Serientäter vermutet.

Werbung Gisbert leitet und treibt den Zuschauer durch die Handlung. Durch einen Film, den Drehbuchautor und Regisseur Alexander Adolph mit zahlreichen Rückblenden gespickt hat. Bei Verhören, bei Tatortbesichtigungen wird immer wieder auf die Horrornacht verwiesen, als Carla alleine nach dem Sportunterricht durch Wald, Feld und Dunkelheit nach Hause spazierte.

Manch einer mag diese reduzierte, wenig actionreiche Darstellungsweise vielleicht sogar poetisch nennen. Manch einer mag den Running-Gag auf dem Herrenklo, wo Batic und Leitmayr sich regelmäßig treffen, um ungestört von dem Neuen über seine Unzulänglichkeiten plaudern zu können, witzig finden.

TV-Krimi Alltag im Morddezernat

Der „Tatort“ aus München klärt nicht einfach einen Mord auf. „Es geht um den Tod“, sagt Adolph. Und „darum, dass jemand stirbt und was das mit den Freunden, Verwandten, Kollegen macht, die am Leben bleiben. Und mit den Polizisten, die jene Hinterbliebenen treffen . . . Je öfter ich Kommissaren vom Morddezernat begegnet bin, umso deutlicher schien mir, dass sich ihr Alltag weniger um den Täter dreht, als um die Opfer und deren Angehörige. Davon wollte ich gern erzählen.“

Das tut Adolph auch. Mit zum Teil verzweifelten Darstellern, außergewöhnlichen Konstellationen und zwischenmenschlichen Unzulänglichkeiten. Manch einer mag das langweilig finden. Klar ist aber: Dieser „Tatort“ ist ungewöhnlich.