Täter von Ludwigshafen war offenbar ein Waffennarr
19.02.2010 | 15:13 Uhr 2010-02-19T15:13:00+0100
Ludwigshafen.Der 23-Jährige, der in einer Ludwigshafener Berufsschule einen Lehrer erstochen haben soll, war offenbar ein Waffennarr. Er wird heute dem Haftrichter vorgeführt. Unterdessen hat der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach davor gewarnt, Schulen zum Hochsicherheitstrakt umzubauen.
Der 23-Jährige, der in einer Ludwigshafener Berufsschule einen Lehrer erstochen haben soll, war offenbar ein Waffennarr. Wie „Spiegel-Online“ berichtete, wurden bei einer Wohnungsdurchsuchung ein Dutzend Schreckschusswaffen in einem Tresor gefunden. Der Tatverdächtige soll zudem der Polizei als selbstmordgefährdet bekannt gewesen sein.
Der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Lothar Liebig, wollte die Informationen am Freitag weder bestätigen noch dementieren. Er kündigte eine Pressemitteilung an, in der auch auf das Ergebnis der Wohnungsdurchsuchung eingegangen werde. Von einer Suizidgefahr bei dem 23-Jährigen sei ihm bislang nichts bekannt. Der Tatverdächtige werde am Freitag dem Haftrichter vorgeführt. Zudem werde der Leichnam des Opfers obduziert.
Die Polizei schloss ihre Tatortarbeit in dem Ludwigshafener Berufsschulzentrum unterdessen ab. Die knapp 2.000 Schüler, die am Donnerstag den Gebäudekomplex fluchtartig verlassen mussten, durften in ihre Klassenräume zurückkehren, um ihre persönliche Habe zu holen. Die Behörden boten zudem eine psychologische Betreuung im Hauptgebäude der Schule an, wie die Polizei berichtete. Die Lehrer der Schule berieten in einer Konferenz über den tödlichen Messerangriff. Der Unterricht wurde für Freitag und Samstag abgesagt.
Bosbach fordert Erziehung zu Gewaltlosigkeit
Unterdessen geht die Diskussion um die Sicherheit an Schulen weiter. Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach warnte davor, die Schulen „zu Hochsicherheitstrakten“ umzubauen. „Nach einem derart dramatischen Vorfall wird wahrscheinlich wieder die Forderung erhoben, die Schulen durch strikte Eingangskontrollen noch sicherer zu machen“, sagte Bosbach der Oldenburger „Nordwest-Zeitung“.
Die beste Prävention sei aber immer noch „eine Erziehung zu Gewaltlosigkeit und Toleranz und Zuwendung gegenüber den Mitmenschen“, sagte Bosbach. Die designierte Spitzenkandidatin der CDU zur rheinland-pfälzischen Landtagswahl, Julia Klöckner, sagte im Radiosender SWR2, eine hundertprozentige Sicherheit an Schulen sei nicht machbar. Der Fall des 23-Jährigen mahne die Gesellschaft dazu, gegenüber auffälligen Jugendlichen aufmerksam zu sein, statt sie auszugrenzen.
Der ehemalige Schüler der Ludwigshafener Berufsschule war am Donnerstagmorgen mit einem Messer und einer Schreckschusspistole bewaffnet in die Malerwerkstatt des Schulzentrums gestürmt. Dort hatte er einen 58-jährigen Lehrer erstochen, weil dieser ihn angeblich zu schlecht benotet hatte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen. (apn)
15:53
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15:06
# ruumpelpilzchen
Der Mörder hat keinen Migrationshintergrund, tut mir ja für sie leid.
Sie können dann auch wieder bequem stehen und den rechten Arm runter nehmen.
Ob sie nun ruumpelpilzchen, rumpelstilzchen oder schrammbo heißen, von ihnen kommt immer nur der gleiche Müll.
14:37
Das Dumme ist:
Wir könenn uns hier die Finger wundschreiben, wir werden auch den nächsten Fall nicht verhindern können, weder durch Veränderungen am Schulsystem, Sicherheitsdienste, Waffenverbot, Killerspielverbot oder was auch sonst alles in die Diskussion geworfen wird.
Die Wahrheit ist, dass wir vor psychischen Erkrankungen immer noch absolut hilflos da stehen. Gerade der Fall Robert Enke hat doch gezeigt, dass selbst beruflicher Erfolg, ein intaktes Familienleben und beste medizinische Betreuung letztendlich nichts ausrichten konnten.
Was im konkreten Fall vorgelegen hat und ob die anscheinend vorhandenen Warnhinweise (Suizidgefahr) zu entsprchenden Hilfen geführt haben, wissen wir nicht. Insofern kann man auch kaum einen sinnvollen Kommentar abgeben.
@6 von ruumpelpilzchen
Es sind Kommentare wie Ihrer, die letztendlcih zur Löschung führen. Es ist mittlerweile unerträglich, dass bei jedem Verbrechen sofort von einigen Kommentatoren auf einen Migratonshintergrund geschlossen wird. Das ist doch schon paranoid.
@fatih und co
Di eKritik an unserem Bildungssystem unterstütze ich grundsätzlich. Aber bei einem Berufsschüler dürfte das Turbo-Abitur wohl kaum zu dieser Tat geführt haben.
14:23
Also zunächst einmal ist Amoklauf ja nicht richig, da der täter gezielt eine Persone angegriffen hat. Ein Waffennarr ist er auch nicht. Hier hilft ein Blick über den großen Teich was ein Waffennarr ist: Menschen die dutzende scharfer Waffen und Munition horten, einmal wöchentlich denSchießstand besuchen, sich wohlmöglich noch paramilitärisch organisieren...ja das ist ein Waffennarr.
Was Killerspiele angeht, kommen diese diesmal nicht in frage, es gibt meines Wissens keines, welche mit Messern und Schreckschußwaffen gespielt wird. Was die noten betrifft, auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen.: Noten werden zu einem nicht unwesentlichen Teil nach Sympathie und Laune vergeben. Erinnet euch einmal an eure Schulzeit zurück, dann wißt ihr, was ich meine. Eine solche Tat ist natürlich verdammenswert, aber obwohl es immer Spinner und Geisteskranke gibt, hat auch dies oft eine andere Ursache.
13:56
Legen Hand an sich?
Manche sogar täglich ..
13:22
Es ist die große Diskrepanz, man könnte auch sagen, die große Bildungslüge, weil einerseits, in großen Reden und Bildungskonzepten immer darauf verwiesen wird, höhere Bildung fördere die geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten der Jugendlichen und erweitere seine personalen und sozialen Kompetenzen.
Aber wie sieht es inder Realität aus? Kurse wählen, Prüfungsfächer festlegen, Punkte sammeln...
Die Schüler zerbrechen darunter, legen Hand an sich selbst, viele sind suizidal gefährdet, und richten Gewalt gegen Lehrer.
13:15
Eine Tat im Affekt wäre angesichts der Zustände in den Schulen nachvollziehbar.
Aber dieser Ansatz taugt hier nicht.
Wie krank und irre muss ein Mensch sein, um nach sechs Jahren einen Rachemord zu begehen?
Wer soll das vorhersehen können?
Als Prävention jedem Trottel eine gute Note geben kann es ja wohl nicht sein ..
13:13
Briefmarkensammler -- Briefmarken-Narr
Bierdeckelsammler -- Bierdeckel-Narr
Parfümfläschchensammler -- Parfüm-Narr
Bleistiftsammler -- Bleistift-Narr
Leserbriefschreiber -- Leserbrief- Na...
Äh- über was berichten manche hier nur........
13:04
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12:56
Ich stimme Ihnen zu, fatih, zumal es ja überhaupt keinen Sinn macht, die Schüler so schnell durch die Schule zu bringen, wenn sie hinterher keine Lehrstelle, übervolle Hörsäle und danach keinen Job finden. Vielleicht sollte sich Deutschland mal wieder drauf besinnen, daß Bildung das höchste Gut ist und die Kindergärten, Schulen, Unis und sonstige Bildungseinrichtungen sowohl personell wie auch materiell besser ausgestattet werden müssen. Es kann doch nicht angehen, daß wir immer noch Schulklassen haben, die 30 Schüler fassen. Da ist doch sinnvoller Unterricht, der alle mitnimmt, gar nicht möglich.