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Ballett

Tänzer nach Säureanschlag auf Bolschoi-Chef festgenommen

05.03.2013 | 16:11 Uhr
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Moskau.  Bewegung im Krimi um Moskaus legendäres Bolschoi Theater: Ballettchef Filin wird zwar nach einem Anschlag noch immer in der Augenklinik in Aachen behandelt. Auf der Suche nach Täter und Hintermännern ist die Polizei aber entscheidende Schritte weitergekommen.

Fast sieben Wochen nach dem Säureanschlag auf den Ballettchef des Moskauer Bolschoi Theaters hat die Polizei nach eigenen Angaben den mutmaßlichen Täter sowie einen bekannten Tänzer festgenommen. Das meldete die Agentur Interfax am Dienstagabend. Der Solist Pawel Dmitritschenko wird als Hintermann des Attentates auf Sergej Filin am 17. Januar verdächtigt.

Der 35-jährige Juri S. soll Augen und Kopf von Sergej Filin mit Säure verätzt haben. Nähere Angaben machte die Polizei zunächst nicht. Zuvor hatten die Behörden mitgeteilt, sie hätten bereits einen Helfer gefasst. Wegen seiner schweren Augenverletzungen wird der 42-jährige Filin am Klinikum in Aachen behandelt. In der Welt des Tanzes hatte das Verbrechen Bestürzung ausgelöst.

Ballett-Chef Filin hatte vor seiner Abreise nach Deutschland der Polizei den Täter beschrieben sowie sich zu Verdächtigen geäußert. Bolschoi-Sprecherin Katerina Nowikowa begrüßte den Fahndungserfolg als ersten Schritt.

Wohnung von Bolschoi-Solist durchsucht

Schon am Nachmittag war bekanntgeworden, dass Polizisten die Wohnung des Bolschoi-Solisten Pawel Dmitritschenko durchsucht hatten. Bolschoi-Sprecherin Nowikowa meinte, dass ihr nichts über einen Konflikt zwischen Filin und dem Startänzer bekannt sei. Zuletzt hatte Dmitritschenko die Titelpartie in "Iwan der Schreckliche" getanzt.

Die Ermittlungen dauerten an, sagte ein Polizeisprecher. Es gebe eine Reihe von Anhaltspunkten, die nun geprüft würden. Der Anschlag auf Filin hatte in der internationalen Tanzwelt, auch in Deutschland, große Bestürzung ausgelöst.

Extrem harter Konkurrenzkampf

Die Bolschoi-Balletttruppe ist mit etwa 220 Tänzern die größte der Welt. Sie gilt als Wiege klassischer russischer Ballettkunst mit makellosem Spitzentanz, streng synchronen Bewegungen und einzigartiger Körperbeherrschung. Der hausinterne Konkurrenzkampf am Bolschoi ist extrem hart.

Der Verdächtige sei im Moskauer Gebiet gefasst worden - dank einer Überprüfung von Telefonverbindungen am Tattag, wie das Internetportal lifenews.ru berichtete. Filin hatte selbst angegeben, er habe immer wieder Drohanrufe bekommen.

Nach der Tat hatte die Polizei nach eigenen Angaben schwerpunktmäßig im Theater ermittelt. Auch die Direktion geht von einem Zusammenhang mit der einflussreichen beruflichen Tätigkeit Filins aus. So entscheidet der Ballettchef etwa über die Besetzung der begehrten Solistenrollen. Die Theaterleitung hatte eingeräumt, dass es immer wieder zu Konflikten komme, weil die um Traumpartien kämpfenden Tänzer mitunter enttäuscht seien. (dpa)

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