Synthetisches Rauschgift überschwemmt den Markt

Berlin..  Sie werden im Internet als Badesalze, Kräutermischungen oder Sprays angeboten, können schwere Vergiftungen auslösen und sogar töten: 25 Menschen starben im letzten Jahr durch den Konsum sogenannter „Legal Highs“ – das sind 20 Opfer mehr als im Vorjahr.

Um den wachsenden Markt dieser neuen Drogengattung besser bekämpfen zu können, will die Bundesregierung noch in diesem Jahr ein Gesetz auf den Weg bringen, mit dem solche synthetischen Mischungen schneller als illegal eingestuft werden können.

Der Markt boomt: Das Bundeskriminalamt geht aktuell von über 1500 Produkten aus – mit rund 160 verschiedenen Wirkstoffen. Allein im letzten Jahr tauchten in Deutschland knapp 60 neue Rauschmittel auf, die noch nicht vom Betäubungsmittelgesetz erfasst waren. BKA-Präsident Holger Münch drängt den Gesetzgeber zur Eile: „Jede Woche werden zwei neue Substanzen identifiziert.“

Wie der jüngste Drogenbericht der Bundesregierung zeigt, werden synthetische Drogen immer beliebter: Zwar starben 2014 die meisten der 1032 Drogenopfer an Heroin – doch der Konsum von Heroin und Kokain geht seit Jahren zurück. Künstliche Rauschmittel wie „Crystal Meth“ sind dagegen auf dem Vormarsch, die Zahl der „Ecstasy“- Konsumenten ist nach einer Phase des Rückgangs zuletzt ebenfalls wieder gestiegen.

Die Ausnahme vom Trend ist Cannabis: Im letzten Jahr flogen in Deutschland fast 900 Plantagen mit insgesamt rund 130 000 Hanfpflanzen auf. Europaweit wurde keine andere Droge so oft sichergestellt. Eine Legalisierung des Rauschmittels lehnt die Bundesregierung weiterhin ab: „Es wäre das absolut falsche Signal“, so die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU).