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Surfer-Ansturm auf den "besten Job der Welt"

15.01.2009 | 12:00 Uhr

Sydney. Ein halbes Jahr lang am australischen Strand relaxen - und nebenbei ein bisschen bloggen. Das ist der "beste Job der Welt", den die Tourismusbehörde des Staates Queensland ausgeschrieben hat. Anfragen aus aller Welt legten mehrfach deren Server lahm. Jetzt ächzen die Touristiker über den Ansturm.

Ein halbes Jahr lang am australischen Strand relaxen - und nebenbei ein bisschen bloggen. Das ist der "beste Job der Welt", den die Tourismusbehörde des Staates Queensland ausgeschrieben hat. Anfragen aus aller Welt legten mehrfach deren Server lahm. Jetzt ächzen die Touristiker über den Ansturm. Foto: imago

Das haben sich die Werbestrategen der staatlichen Tourismusbehörde in Queensland so nicht vorgestellt: Hunderte von Video-Bewerbungen für «den besten Job der Welt», einen Ansturm von mehr als einer Million Internetsurfern, der ihren Server in die Knie zwang. «Oh Mann», sagte Tourismuschef Anthony Hayes am Donnerstag mit einem Lachen. «Was haben wir gemacht?»

150.000 australische Dollar Honorar

Nun, das Fremdenverkehrsamt wollte nachhaltig für den Urlaub an den makellosen Stränden des australischen Great Barrier Reefs werben und ließ sich dafür «den besten Job der Welt» einfallen: In einer Villa am Strand von Hamilton Island ein halbes Jahr wohnen, am Strand spazieren gehen, schnorcheln und einen Werbe-Blog über die Insel schreiben. Dafür soll es 150.000 australische Dollar (78.000 Euro) Honorar geben, und die Flugkosten werden auch noch übernommen.

Am Montag ging die Werbebotschaft per Internet in die Welt, am Donnerstag war zumindest zeitweise die Webseite der Behörde nicht erreichbar. Dabei wurde die Kapazität des Servers nach einem Crash Anfang der Woche verzehnfacht. Neben einer Million Klicks kamen bislang 2.000 Video-Bewerbungen aus aller Welt, durch die sich nun bis zum Ende der Bewerbungsfrist ein zehnköpfiges Team kämpfen muss. Eine Griechin bot an, die Wäsche für ganz Australien zu machen und außerdem auch noch die Hinterlassenschaften von Kängurus zu entsorgen. Andere ließen sich das Great Barrier Reef auf die Haut tätowieren und nicht so wenige einfach die Hüllen fallen. «Wir haben schon einen gewissen Prozentsatz Durchgeknallter und Nackter erwartet», sagt Hayes.

Zumindest hat die ungewöhnliche Kampagne der Tourismusregion eine beachtliche weltweite Aufmerksamkeit verschafft. Insgesamt will Queensland in Zeiten von Wirtschaftskrise und Rezession 1,7 Millionen australische Dollar (860.000 Euro) in die Werbekampagne stecken, Touristen ans Great Barrier Reef zu locken. «Die Tourismusindustrie macht momentan eine schwere Zeit durch», erklärt Hayes. «Also müssen wir soviel Interesse und Leidenschaft wie möglich für den Ort hervorrufen.»

Im Mai sollen zehn Finalisten für den «besten Job der Welt» zu Vorstellungsgesprächen ausgewählt werden. Ein elfter Teilnehmer soll von der Öffentlichkeit aus den 50 besten Bewerbungen bestimmt werden, die Online zugänglich gemacht werden sollen, kündigte Hayes an. Am 1. Juli soll der erfolgreiche Kandidat dann seine harte Aufgabe als «Island Caretaker» antreten. (ap)

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