Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Musik

Südkoreas Rapper Psy landet mit „Gangnam Style“ Welthit

27.12.2012 | 12:15 Uhr
Südkoreas Rapper Psy landet mit „Gangnam Style“ Welthit
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Park Jae Sang, genannt Psy, wurde quasi über Nacht zum Weltstar.

Seoul.   Der südkoreanische Rapper Psy startete im Jahr 2012 mit dem Lied „Gangnam Style“ durch. Der Musiker wurde vor allem durch sein Tanz-Video berühmt und verdiente Millionen. Jetzt will der Mann aus reichem Hause weitere Hits landen.

Er erlangte weltweite Berühmtheit, erntete Preise und scheffelte Millionen - 2012 war einfach das Jahr von Park Jae Sang. Unter seinem Künstlernamen Psy war der Rapper in seiner Heimat Südkorea schon seit Jahren bekannt. Auf den Megaerfolg seines koreanischen Spaßstücks „Gangnam Style“ mit den eingängigen elektronischen Tanzbeats waren allerdings weder der 34-jährige Sänger, seine Fans noch die Musikindustrie auch nur im Entferntesten vorbereitet.

Doch der Erfolg macht süchtig. Auch im neuen Jahr hofft Psy, auf der globalen Bühne weiter mittanzen zu können. Ein neues Album soll im März erscheinen, diesmal auf Koreanisch und Englisch.

Psy und sein Team hatten den Titel hauptsächlich für den südkoreanischen Markt produziert. Doch dank des Begleitvideos und des Internets wurde das Lied seit dem Sommer in kürzester Zeit überall verbreitet. Längst gibt es im Netz unzählige Parodien. Überall ahmen die Menschen Psys lustigen Pferdereiter-Tanz nach, darunter auf seinen eigenen Konzerten in Asien, Europa und den USA.

Über eine Milliarde Klicks auf Youtube

Timing ist alles, sagt der Vater von Zwillingen im Rückblick. „Ich war am richtigen Ort, zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Song und Bewegungen mit dem richtigen Publikum“, twitterte Psy Mitte Dezember aus Chicago. Das Lied über die genusssüchtige Jugend im reichen Seouler Stadtteil Gangnam kam auf die Spitzenplätze internationaler Charts, nicht zuletzt in die Liste der Billboard Hot 100 in den USA. Dort belegte er sieben Wochen lang Platz zwei.

YouTube-Hit
Rapper stellt mit "Gangnam Style" Weltrekord auf

Unter dem Namen Psy stürmt ein koreanischer Rapper derzeit die Hitparade in Deutschland. Mehr als 300 Millionen Mal ist das Video seiner jüngsten Single Gangnam Style in den letzten zehn Wochen bei YouTube angeschaut worden. Das bedeutet: Weltrekord im Internet.

Auf der Video-Plattform YouTube knackte „Gangnam Style“ nach nur fünf Monaten als erster Hit die Marke von einer Milliarde Klicks. Psy trat plötzlich Seite an Seite mit Megastars wie Madonna auf und traf internationale Prominenz aus Politik, Film und Sport. Anfang Dezember begrüßte ihn US-Präsident Barack Obama bei einem Wohltätigkeitskonzert in Washington.

Verträge für fünf Millionen Dollar

Galt Psy lange Zeit als unangepasster Rapper, ist er in seiner Heimat inzwischen zu einer Werbe-Ikone geworden. Das meiste Geld mache Psy mit Werbung und den Musikverkäufen, sagt Seo Min Soo vom Samsung Wirtschaftsforschungsinstitut (SERI) in Seoul.

Ein Grund für den Erfolg des Stücks sieht der Forscher in der als schlecht wahrgenommenen Wirtschaftslage. „Seine Komik machte es beliebt in dieser Phase des geringen Wachstums.“ Bei einer SERI-Umfrage unter Marktexperten und Internetnutzern wurde der Song zur Nummer eins unter den Top 10 der Verbraucherhits 2012 gewählt. Auf Platz zwei folgte ein Smartphone-Puzzlespiel.

Branchenkreise schätzen, dass Psys Verträge über verschiedene Produkte und Marken rund fünf Millionen Dollar wert sind. Psys erste Einnahmequelle war jedoch YouTube. Jedes Mal, wenn sein Video aufgerufen wird, erscheinen Werbebanner. Nach Angaben der US-Videowerbung-Plattform TubeMogul lag der Anteil aus den Werbeeinnahmen auf YouTube für Psy und seinen Agenten YG Entertainment bei knapp 1,1 Millionen Dollar. Das sei eine „konservative Schätzung“, sagt Firmensprecher David Burch.

Auch Psys Familie verdiente kräftig mit

Und auch Psys wohlhabende Familie verdiente kräftig mit. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von „Gangnam Style“ Anfang Juli habe der Aktienpreis von DI Corporation, einem Halbleiterunternehmen, in dem sein Vater größter Anteilseigner sei, bei 1500 Won (etwa 1,10 Euro) gelegen, schrieb die Zeitung „The Korea Times“. Bis Mitte Oktober sei er auf 13.100 Won gestiegen. Danach sackte der Preis stark ab. Der Rückgang fiel danach mit dem Verkauf von Anteilen durch Psys Großmutter zusammen. Sie habe rund 70 Millionen Won dabei verdient. (dpa)



Kommentare
Aus dem Ressort
Rauch an Bord - ICE der Bahn in Montabaur geräumt
Bahn
Die Bahn und ihre Klimaanlagen in den Zügen - eine unendliche Geschichte. Am Donnerstag kam es auf der ICE-Strecke zwischen Köln und Frankfurt zu erheblichen Störungen. Ein ICE musste geräumt werden. Weil es plötzlich stark qualmte.
Japanerinnen werden weltweit am ältesten
Lebenserwartung
Japaner haben laut Statistik die weltweit höchste Lebenserwartung. Das zeigen Zahlen des japanischen Gesundheitsministerium, aber auch der Weltgesundheitsorganisation - zumindest bei Frauen. Männer liegen in punkto Lebenserwartung um sechs Jahre zurück. Die Ältesten finden sich ebenfalls in Asien.
Drei Lottospieler tippen sechs Richtige mit Fünfer-Reihe
Lotto
Das hat es erst zum zweiten Mal gegeben: Die Lotto-Ziehung am Mittwoch brachte einen kuriosen Zahlenmix - eine Fünfer-Zahlenreihe. Zum ganz großen Gewinn fehlte den drei Tippern allerdings die richtige Superzahl.
Verdächtiger nach Anwaltskanzleien-Amoklauf vor Gericht
Amoklauf
Fünf Monate nach einem tödlichen Amoklauf in zwei Anwaltskanzleien im Rheinland beginnt am heutigen Donnerstag der Prozess gegen den Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 48-jährigen Familienvater dreifachen Mord sowie drei Mordversuche vor.
Wenn Männer wegen Currywürsten weinen - Mutproben in Berlin
Currywurst
Frank Spieß serviert Schmerzen auf weißen Papptellern. In seiner Imbissbude im Berliner Stadtteil Wedding bringt er höllisch scharfe Currywürste an den Mann. Rund um die dunkelroten Soßen entstehen Mutproben und Wettkämpfe. Die Würste sind so scharf, dass ein Krankenwagen bereitsteht.
Umfrage
Die Bundesregierung erwägt, Arzttermine zentral zu vergeben , um lange Wartezeiten zu verhindern. Eine gute Idee?

Die Bundesregierung erwägt, Arzttermine zentral zu vergeben , um lange Wartezeiten zu verhindern. Eine gute Idee?