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Internationale Konferenz

Suche nach Impfstoff gegen Aids

16.07.2010 | 12:43 Uhr
Suche nach Impfstoff gegen Aids
Während die Aids-Ansteckung in vielen Regionen zurückgegangen ist, tobt das Virus nun in Osteuropa. Im Bild: Eine Aids-Klinik in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Seit 2008 steckten sich mehr Ukrainer auf heterosexuellem Weg mit der Immunschwächekrankheit an als über Drogen. Foto: afp

Wien.Fast 30 Jahre nach der Entdeckung der Immunschwächekrankheit Aids treffen sich tausende Fachleute aus aller Welt ab Sonntag zu einer Konferenz in Österreich - im Kampf gegen Aids.

Über 20.000 Forscher, Ärzte, Politiker und Vertreter von Organisationen nehmen an dem sechstägigen Treffen in Wien teil, bei dem es um den weiteren Kampf gegen die Krankheit geht. Die Fachleute wollen unter anderem darüber beraten, wie der Einsatz von sogenannten Virenhemmern verbessert werden kann, damit möglichst viele Patienten mit Hilfe der Medikamente überleben.

Derzeit sind mehr als 33 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, allein 22 Millionen davon im südlichen Afrika. Jährlich sterben rund zwei Millionen Menschen an der Krankheit. In Deutschland leben etwa 67.000 Menschen mit dem Aids-Virus.

“An wichtiger Weggabelung“

„Wir stehen an einer wichtigen Weggabelung“, sagt der österreichische Mediziner Gottfried Hirnschall, der seit kurzem das Aids-Programm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leitet. Mittlerweile werde nicht mehr getrennt über Vorbeugung und Behandlung der Krankheit diskutiert, sondern darüber, wie man die bisherigen Fortschritte am besten nutzen könne.

Bei der Diskussion geht es auch darum, wie sich die Kosten im Kampf gegen Aids senken lassen - nach Schätzungen der Vereinten Nationen wären allein dieses Jahr 25 Milliarden Dollar (knapp 20 Milliarden Euro) nötig, um in ärmeren Ländern gegen die Krankheit anzugehen.

Schon früh Virenhemmer verschreiben

Eine Krankenschwester pflegt einen totkrankten Aids-Patienten in einer Klinik in Kiew (Ukraine). Dort tragen 1,1 Prozent der Erwachsenen den Virus (HIV) in sich. Damit ist die Ukraine in Europa eines der Länder, die am schlimmsten von Aids betroffen sind. Foto: afp

Viele Forscher sind der Ansicht, dass Ärzte schon in einem früheren Stadium der Krankheit Virenhemmer verschreiben sollten - nicht nur, weil dann weniger Menschen an Aids sterben würden, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen: Mit Medikamenten könnten Patienten länger am normalen Leben teilhaben.

Zugleich wird überlegt, wie sich eine Kostenexplosion bei einer umfassenden Behandlung vermeiden lässt, etwa indem nicht nur Ärzte, sondern auch Krankenschwestern und anderes medizinisches Personal damit betraut würden.

Bisher 25 Millionen Tote - Virus tobt nun in Osteuropa

Die Wissenschaftler seien so zuversichtlich wie schon lange nicht mehr, sagte ein amerikanischer Virologe. Durch die Virenhemmer lasse sich die Krankheit, die vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, aber auch durch mehrfach benutzte Spritzen von Drogensüchtigen übertragen wird, mittlerweile deutlich besser eindämmen. „Eines Tages werden wir darüber nachdenken müssen, wie sich das Virus an sich ausrotten lässt“, sagt Jean-François Delfraissy von der staatlichen französischen Aids-Forschungsstelle ANRS.

Während die Ansteckung in vielen Regionen zurückgegangen ist, tobt das Virus nun in Osteuropa, ein weiterer Diskussionspunkt der Konferenz in Wien. Vor allem in Russland und der Ukraine stecken sich viele Menschen, meist Drogensüchtige, mit HIV an.

Kondome sind der sicherste Schutz

Das Kondom ist nach wie vor der sicherste Schutz vor einer Ansteckung. HIV wird am häufigsten beim ungeschützten Sex übertragen. Ein hohes Ansteckungsrisiko besteht auch bei Drogensüchtigen, die verseuchte Spritzen benutzen. Zudem können Kinder von HIV-positiven Frauen während der Schwangerschaft, beim Stillen und vor allem während der Geburt angesteckt werden. Durch die Einnahme von Medikamenten und einen Kaiserschnitt kann das Risiko minimiert werden.

Das HI-Virus zerstört das menschliche Immunsystem. Aids ist nach wie vor nicht heilbar. Dank neuer Kombinationstherapien, bei denen verschiedene Medikamente gleichzeitig genommen werden, lässt sich das Leben Erkrankter aber um Jahre bis Jahrzehnte verlängern. Die sogenannten antiretroviralen Medikamente, die lebenslang eingenommen werden müssen, haben aber teils erhebliche Nebenwirkungen.

Bisher kein Impfstoff

Seit längerem suchen Forscher in aller Welt nach einem wirksamen Impfstoff zum Schutz vor HIV. Der entscheidende Durchbruch ist aber bislang nicht gelungen, vor allem, weil sich das Virus ständig verändert. Die Aufklärung bleibt also die entscheidende Maßnahme gegen Aids. Dies, die neuen Fortschritte in der Forschung und die Auswirkungen der Epidemie in Osteuropa und Mittelasien sind Themen des Internationalen Aids-Kongresses.

An der Tagung in Wien nehmen auch der frühere US-Präsident Bill Clinton, Microsoft-Milliardär Bill Gates und US-Schauspielerin Whoopi Goldberg teil, die Ehrenbotschafterin des UN-Kinderhilfswerkes UNICEF ist. (afp)

DerWesten

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Kommentare
17.07.2010
01:21
Suche nach Impfstoff gegen Aids
von antifaschist | #1

Aids ist nach wie vor nicht heilbar.

Das stimmt nicht, vor 3 Jahren wurde ein Leukämie Patient durch eine Knochenmarkstransplantation von einer Resistenten Person geheilt.

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