Das aktuelle Wetter NRW 26°C
Missbrauch

Studie zu Missbrauch in Kirche vorerst gescheitert

09.01.2013 | 09:28 Uhr
Studie zu Missbrauch in Kirche vorerst gescheitert
Nach Bekanntwerden der Missbrauchsfälle - hier ein Foto von einer Pressekonferenz im Mai 2010 - hat die katholische Kirche umfassende Aufklärung angekündigt. Doch die wissenschaftliche Untersuchung ist nun vorerst gescheitert.Foto: dapd

München/Bonn.  Kriminologe Christian Pfeiffer spricht von Zensur, die Bischofskonferenz von einem "zerrütteten Vertrauensverhältnis": Die Studie zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche ist vorerst gescheitert. Pfeiffer, dessen Institut mit der Untersuchung beauftragt war, wirft der Kirche vor, Einfluss nehmen zu wollen.

Das Forschungsprojekt zur Untersuchung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche ist vorerst gescheitert. Wie die Deutsche Bischofskonferenz am Mittwochmorgen erklärte, wurde der Vertrag mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) "aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung" gekündigt. Die Kirche suche nun einen "anderen Vertragspartner" für die Fortsetzung des Projekts.

Die "Süddeutsche Zeitung" zitierte in ihrer Mittwochsausgabe den Direktor des KFN, Christian Pfeiffer, der schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche erhob. Das Projekt sei "an den Zensur- und Kontrollwünschen der Kirche gescheitert". Entgegen der ursprünglichen Vereinbarung habe die Kirche darauf beharrt, über die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse sowie über die Auswahl der beteiligten Mitarbeiter mitbestimmen zu dürfen.

Pfeiffer ruft Betroffene auf, sich freiwillig zu melden

Der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) und das Forschungsinstitut hatten im Juli 2011 das Projekt vertraglich vereinbart. Laut KFN war es als weltweit umfassendste Untersuchung zu dem Thema angelegt. Akten aller Diözesen sollten teilweise seit Kriegsende auf Missbrauchsfälle untersucht und sämtliche Opfer schriftlich befragt werden. Zudem waren Interviews mit Opfern und Tätern geplant.

Kirche
Pfeiffer darf nicht mehr aufklären

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte angekündigt, die Zusammenarbeit mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen zu beenden. Das Institut war mit der Aufarbeitung des Skandals beauftragt. Kirchenrechtler werten dies als Signal für eine tiefe Spaltung der Bischofskonferenz.

Der Zeitung zufolge forderte der VDD Änderungen an den Vereinbarungen, wonach die Kirche letztlich darüber hätte bestimmen können, ob die Ergebnisse veröffentlicht oder nie bekannt werden. Pfeiffer sagte am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin", dies sei für einen Doktoranden "inakzeptabel". Er rief die mutmaßlichen Missbrauchsopfer zudem auf, sich nun freiwillig zu melden, um das Projekt fortführen zu können. Dazu sollten entsprechende Fragebögen verschickt werden.

Die Bischofskonferenz sprach von einem "zerrütteten" Vertrauensverhältnis zwischen Pfeiffer und den deutschen Bischöfen. Dessen Kommunikationsverhalten gegenüber der Kirche habe eine "weitere konstruktive Zusammenarbeit" verhindert. (afp)

Facebook
Kommentare
10.01.2013
09:10
Studie zu Missbrauch in Kirche vorerst gescheitert
von ttturf | #13

Aufklärung??? Peiffer??? noch Fagen????

09.01.2013
15:14
das kommt nur bei den kath. Christen vor
von K.J.Schmitz | #12

an PetPaulsen | #8
das habe ich so nicht geschrieben - ich habe geschrieben, das mir die kath. Christen leid tun. Natürlich kommt Missbrauch in allen Religionen vor, nur die katholische Amtskirche verhält sich (im Moment) alleine so erbärmlich. Und ich meinte, dass ein kath. Christ, der die Lehre Christis ernst nimmt deshalb schon leidet bzw leiden müsste.

1 Antwort
Studie zu Missbrauch in Kirche vorerst gescheitert
von PetPaulsen | #12-1

K.J.Schmitz#7
Sie schrieben "Widerlich diese verlogene Bande und es ist schade um die kath. Christen, die versuchen nach Christi Lehre zuleben."
Ich antwortete "wenn Sie denken, das kommt nur bei den kath. Christen vor sind Sie wohl im Irrtum.
Meiner Ansicht nach, zieht sich dies durch alle Religionen mit Ihren unterschiedlichsten Glaubensansichtsrichtungen."
Daraus geht doch hervor, das ich alle Gläubigen meinte.
Wenn jemand die Lehre Christ ernst nimmt und danach leben will/möchte frage ich mich, warum leidet er, wenn sich seine Instution vor einer Verantwortung drückt. Es gibt genug andere Gemeinschaften die sich die Lehre Christi auf die Fahne geschrieben haben. Er kann doch konvertieren? Niemand wird gezuwungen kath. zu sein.

09.01.2013
13:01
Studie zu Missbrauch in Kirche vorerst gescheitert?
von feinenase | #11

Wieso vorerst?

An einer unabhängigen Aufarbeitung ohne Zensurmöglichkeit ist die Kirche nicht interessiert.
Wie kann man nur erwarten das diese Institution offen zu ihren Taten steht (zu ihren kriminellen Mitarbeitern).
In dieser Kirche scheint Gott nur ein Pappkamerad zu sein den man für Werbezwecke braucht.
Christliche Werte fordert man nur bei den Anderen ein.

09.01.2013
12:42
Studie zu Missbrauch in Kirche vorerst gescheitert
von kumpelanton | #10

Was müssen die doch für Angst haben!
So wird der Auftrag zur Aufklärung zu einer Alibiveranstaltung nach dem Motto "Wasch mich, aber mach mich nicht nass".

09.01.2013
12:42
Studie zu Missbrauch in Kirche vorerst gescheitert
von ellerw1 | #9

Ihr Geistlichen, macht euch nix draus, manch Videogamer hat mit Herrn Pfeiffer auch auch zerrüttetes Vertrauensverhältnis. Aber ihr zeigt damit ganz deutlich, das ihr was zu verstecken habt. Und....ihr seid auch nur Menschen. Gefesselt im christlichen Glauben. Ihr tut euch damit keinen Gefallen, Aufklärung nach eurem Gutdünken zu fabrizieren. Es kommt ohnehin raus, dauert halt nur länger.

09.01.2013
12:09
Studie zu Missbrauch in Kirche vorerst gescheitert
von PetPaulsen | #8

@7
wenn Sie denken, das kommt nur bei den kath. Christen vor sind Sie wohl im Irrtum.

Meiner Ansicht nach, zieht sich dies durch alle Religionen mit Ihren unterschiedlichsten Glaubensansichtsrichtungen.

09.01.2013
11:52
Mitglieder verlieren.
von K.J.Schmitz | #7

da haben sie recht seidenpfote - ich jedenfalls bin froh nach Mixxa meinen Austritt erklärt zu haben.
Widerlich diese verlogene Bande und es ist schade um die kath. Christen, die versuchen nach Christi Lehre zuleben.

09.01.2013
11:35
Studie zu Missbrauch in Kirche vorerst gescheitert
von seidenpfote46147 | #6

Da ist dann doch zu viel gefunden worden.
Durch dieses verhalten wird der Verein Kirche sicher wieder einige Mitglieder verlieren.
Schade für die Opfer, vieleicht finden sie einen weg mit ihren erleben frtig z u werden.
Ich wünsche es ihnen.

09.01.2013
11:26
Studie zu Missbrauch in Kirche vorerst gescheitert
von LaBamba79 | #5

Eine Studie, die etwas aufdeckt, was der Kirche nicht in den Kram passt? Ja du lieber Gott! Wo kämen wir denn hin! Nur gut, dass das Vertrauensverhältnis zwischen dieser Organisation und den Menschen immer öfter stark zerrüttet wird.

09.01.2013
10:15
Studie zu Missbrauch in Kirche vorerst gescheitert
von hubmeier | #4

Na wem man da wohl "glauben" soll?

Weitere Nachrichten aus dem Ressort
Umfrage
Schon wieder musste die Bahn Züge stoppen, weil Klimaanlagen nicht funktionierten. Haben Sie Verständnis dafür?
 
Fotos und Videos
Die Bedeutungen von Tattoos
Bildgalerie
Körper-Kunst
Miss USA gekrönt
Bildgalerie
Miss-Wahlen
Graffiti aus der Region
Bildgalerie
Scoopshot
Tattoos und ihre Geschichten
Video
Körperkunst
Aus dem Ressort
Elch-Baby Herbert nach Beinbruch operiert - Chancen "50:50"
Tiermedizin
Nach seinem Beinbruch ist Elch-Baby Herbert operiert worden, im Wildpark in Hanau müssen Pfleger und Besucher weiter um das Überleben des Jungtiers bangen. Die Chancen stünden "fifty-fifty", hieß es am Mittwoch. Wenn sich das Bein entzünde, könnte es sein, dass Herbert eingeschläfert werden muss.
"Minister Krickelkrakel" Lew legt sich neue Unterschrift zu
Unterschrift
Der neue US-Finanzminister Jacob Lew hat sich für die Abzeichnung neuer Dollarscheine eine neue Unterschrift zugelegt. Als die geplante Nominierung von Lew zum Finanzminister im Januar bekannt geworden war, war in Medien heftig über seine unleserliche Unterschrift gelästert worden.