Streit um Hartz IV führte zu Randale im Jobcenter
19.05.2011 | 14:13 Uhr 2011-05-19T14:13:00+0200Frankfurt/Main. Ein Streit um die Auszahlungsweise von Hartz-IV-Leistungen war offenbar der Auslöser der Randale in einem Frankfurter Jobcenter, bei der am Donnerstag eine 39-Jährige starb. Die Frau hatte einen Polizisten mit einem Messer angegriffen.
Eine 39 Jahre alte Frau ist am Donnerstag nach einem Streit in einem Jobcenter in Frankfurt am Main von einer Polizistin niedergeschossen worden und wenig später im Krankenhaus gestorben. Die Frau hatte zuvor einen Polizisten mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei stritt die Frau mit einem Sachbearbeiter des Jobcenters darüber, ob ihr Leistungen nach Hartz IV bar ausgezahlt oder überwiesen werden. Der Vorfall ereignete sich in einer Außenstelle für besondere Personenkreise, in dem das Rhein-Main-Jobcenter speziell Wohnungslose und Flüchtlinge betreut.
Ein Polizeisprecher sagte, der hauseigene Sicherheitsdienst des Jobcenters habe gegen 8.50 Uhr die Polizei alarmiert: "Demnach wollte eine Kundin nach einem Streit mit einem Mitarbeiter das Haus nicht verlassen. Sie randalierte und störte den Betrieb." Als die Streifenbeamten die Frau nach ihrem Ausweis fragten, zog sie ein Messer aus ihrer Handtasche. Damit stach sie einem 30 Jahre alten Polizisten in den Bauch. Seine 28-jährige Kollegin schoss daraufhin auf die Angreiferin. Der Schuss traf die junge Frau in den Bauch.
Zustand des Polizisten ist stabil
Etwa eineinhalb Stunden später erlag die Frau im Krankenhaus ihren Verletzungen. Der Zustand des verletzten Polizisten sei stabil, sagte der Sprecher. Neben mehreren Stichen in den Bauch zog er sich einen Schnitt am Arm zu, als er die Angreiferin abwehren wollte. Er sollte nach Möglichkeit noch am Donnerstag vernommen werden. Seine Kollegin, die den Schuss abgab, stand unter Schock.
Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt berichtete, stammte die getötete Frau aus Nigeria, war aber mit einem Deutschen verheiratet und im Besitz eines deutschen Passes. Bis Ende April wohnte sie demnach in Aschaffenburg, seit dem 1. Mai in einer Wohnung in der Frankfurter Innenstadt. Wieso sie dann in der vergangenen Woche bei der Außenstelle für Wohnsitzlose und Flüchtlinge des Jobcenters Hartz IV beantragte, ist unklar. Am Donnerstag kam sie wohl in der Hoffnung dorthin, ihre Leistungen in bar mitnehmen zu können. Als der Sachbearbeiter sagte, das Geld werde überwiesen, beschwerte sie sich lautstark und beschimpfte das Personal.
LKA hat Ermittlungen übernommen
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt sagte, das Messer der Angreiferin habe eine elf Zentimeter lange Klinge. Zur Art des Messers konnte er keine Angaben machen. Der Leichnam der 39-Jährigen wurde noch am Donnerstag obduziert. Mit dem vorläufigen Ergebnis rechneten die Ermittler für Freitag.
Die Polizei vernahm im Anschluss an den Vorfall mehrere Mitarbeiter und weitere Kunden des Jobcenters. Davon erhofft sie sich Hinweise zum Tathergang. Anders als anfänglich berichtet, ereigneten sich der Streit und die Schießerei nicht in einem Großraumbüro, sondern in einem Einzelbüro eines Sachbearbeiters.
Das Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen. Dies ist der Normalfall, wenn Polizisten im Dienst Menschen verletzen oder töten.
Eine Sprecherin des städtischen Sozialdezernats sagte, die Mitarbeiter des Jobcenters, zur Hälfte von der Stadt und zur Hälfte von der Bundesagentur für Arbeit entsandt, seien geschockt. Vor einer solchen eskalierenden Situation hätten alle Mitarbeiter Angst. Andererseits wisse jeder mit Kundenkontakt, der auch für die Betroffenen unangenehme Entscheidungen mitteilen müsse, dass Situationen entgleisen könnten. Entsprechend würden die Mitarbeiter in Deeskalation geschult. Zu ihrem eigenen Schutz trügen sie schrille Pfeifen bei sich.
Vom Jobcenter Frankfurt war am Donnerstag keine Stellungnahme zu erhalten. Die Geschäftsführung beantwortete generell keine Presseanfragen.
Polizei darf Dienstwaffe in Notwehrsituationen einsetzen
Der Einsatz von Schusswaffen bei der Polizei ist jeweils in Ländergesetzen geregelt. In Hessen, wo es zu dem tödlichen Schuss in einem Frankfurter Jobcenter kam, sind die Regelungen im Hessischen Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG) aufgelistet.
Demnach darf ein Polizist seine Waffe in einer Notwehrsituation einsetzen - zum Schutz des eigenen Lebens oder wenn andere Menschen gefährdet werden. So heißt es in Paragraf 61 des HSOG unter anderem: „Schusswaffen dürfen gegen Personen nur gebraucht werden, um eine gegenwärtige Gefahr für Leib oder Leben abzuwehren“. Erlaubt ist weiterhin der Einsatz der Dienstwaffe, wenn ein unmittelbar bevorstehendes Verbrechen verhindert werden soll. Auch wenn ein Täter auf der Flucht ist, darf unter bestimmten Umständen geschossen werden.
Diese Regelungen sind in den einzelnen Bundesländer sehr ähnlich oder identisch. In einigen Ländern gibt es zudem explizite Festlegungen zum sogenannten finalen Rettungsschuss - also einem gezielten, tödlichen Schuss etwa zur Rettung einer Geisel. (dapd)
12:42
hm, ich verstehe nicht warum man der Frau nicht auch hätte in die Hand schießen können, wo sie eben das Messer hält...schließlich hätte das ja auch nicht tödlich enden müßen.
Und auch, wenn sich das verstörend anhört, wenn man aber schonmal in einer Situation war, wo man ein Monat komplett ohne Geld dasteht, sich nicht das geringste leisten kann, noch nichtmals mehr sich die Briefmarke für eine Bewerbung leisten kann und dann man wochenlang hingehalten wird. Und dann noch Pech hat und einen Bearbeiter hat, der null Verständnis für die Situation mitbringt, im Leben sowas nie kennengelernt hat und dementsprechend einen auch behandelt...kann ich halbwegs verstehen, warum sie so ausgetickt ist. Wobei ich nicht die Attacke auf der Polizei meine, sondern die Weigerung zu gehen.
Ich bin mir sicher das man sowas viel leichter verhindern könnte, wenn endlich dementsprechend Personal eingestellt wird. Ich hatte immer das Gefühl das alle dort völligst überarbeitet und auch abgestumpft sind und das ist auch kein Wunder.Schließlich sind es einfach zuviele Kunden, die betreut werden müßen.
Allerdings muss man hier auch sagen, wer schon mit so einen langen Messer losgeht, muss ja auch irgendwie geplant haben, es auch einzusetzen und das darf natürlich nicht sein!
12:41
@#13 von KlausBrand
Wenn ich ein Messer in der Tasche habe und schnell rankomme, ist es schneller gezogen und in der Brust meines Gegenuebers als ein Polizist reagieren und seine Waffe ziehen kann: auch die Polizei rechnet nicht damit, dass das Gegenueber bewaffnet ist. Wenn man schnell ist, kann man jede Sekunde zustechen.
Wie schnell zieht ein Beamter, der mitbekommt, dass auf seinen Kollegen eingestochen wird seine Waffe?
Schocksekunde. (ist ja keine alltaegliche Situation)
Denksekunde. (Schiessen oder wegziehen)
Halterung oeffnen.
Pistole ziehen.
Endsichern.
Zielen.
Schiessen.
Wie schnell geht das?
Immerhin hatte die Messerstecherin Zeit mehrere Male zuzustechen. Wie lange soll man noch zoegern? Wer mit einem Messer zusticht, macht dies in der Absicht jemanden zu toeten. Eine Umarmung oder ein Kuss scheiden definitiv aus.
12:27
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12:21
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12:19
@33: Zur Ergänzung: Die Frau wollte das Geld in bar haben, der Mitarbeiter sagte ihr aber dass das Geld nur überwiesen und nicht bar ausgezahlt wird. Daraufhin rastete sie aus. Als die Mitarbeiter die Frau nicht beruhigen konnten, riefen sie die Polizei zu Hilfe.
@44: Typischer Kommentar eines typischen Spiessbürgers. Sie hatten wohl noch nie ein Messer dabei? Ich habe immer eins dabei und -sie werden es nicht glauben- noch nie Mordgedanken gehabt. Äh, doch - gegenüber widerspenstigen Milchtüten oder gegen über Kabel der Motorradelektrik, um ihnen brutal die haut abzuziehen. Oder zum schneiden von Brot (Bernd das Brot muss sterben!) und zum bestreichen desselben mit Butter oder Nutella.
Oder natürlich zum Öffnen von Bierflaschen!
Unglaublich manche Mitmenschen, LOL
12:16
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12:15
@33: Zur Ergänzung: Die Frau wollte das Geld in bar haben, der Mitarbeiter sagte ihr aber dass das Geld nur überwiesen und nicht bar ausgezahlt wird. Daraufhin rastete sie aus. Als die Mitarbeiter die Frau nicht beruhigen konnten, riefen sie die Polizei zu Hilfe.
@44: Typischer Kommentar eines typischen Spiessbürgers. Sie hatten wohl noch nie ein Messer dabei? Ich habe immer eins dabei und -sie werden es nicht glauben- noch nie Mordgedanken gehabt. Äh, doch - gegenüber widerspenstigen Milchtüten oder gegen über Kabel der Motorradelektrik, um ihnen brutal die haut abzuziehen. Oder zum schneiden von Brot (Bernd das Brot muss sterben!) und zum bestreichen desselben mit Butter oder Nutella.
Oder natürlich zum Öffnen von Bierflaschen!
Nicht zu fassen, was einige Mitmenschen so denken, LOL
11:25
@65
wohlzufrieden, wo habe ich das getan?
Und Vorsicht Männeken, schon mal was von IP-Adresse gehört!
11:23
@62 Herold
Nein, das ist nicht OK!
I have a dream:
Alle Löhne und Gehälter, sowie Sozialabgaben, Mieten und Lebenshaltungskosten wären in der EU gleich!
11:19
#64 von knoeterich: Warum muss man Menschen mit anderer Meinung als Schwachsinnig bezeichnen? Ist das jenes Gebiet, auf dem Sie sich auskennen?