Straffen oder ignorieren - Wie Hollywood mit Falten umgeht

Nicole Kidmanns Gesichtszüge wirken starr, ihr Lächeln mühsam erzwungen.
Nicole Kidmanns Gesichtszüge wirken starr, ihr Lächeln mühsam erzwungen.
Foto: Getty
Was wir bereits wissen
In Würde altern oder nicht? Hollywoods A-Prominenz wirkt glatt gebügelter denn je. In Deutschland scheint der Jugendwahn weit weniger verbreitet.

Hollywood.. Kommen Hollywood-Stars in die Jahre, bricht über sie die leidige Frage herein: In Würde altern, oder nicht? Auch „Gladiator“-Darsteller Russell Crowe tappte nach seinem 50. Geburtstag in die Altersfalle. Im Interview mit einer Frauenzeitschrift versuchte er jedoch das Problem ziemlich ungalant auf seine weiblichen Kolleginnen abzuwälzen: „Ich denke, dass die Frauen, die sich über fehlende Rollen beschweren, diejenigen sind, die mit 40, 45 und 48 immer noch jugendliche Rollen spielen möchten“.

Das hat gesessen. Der Akteur vergisst, dass Rollen für Frauen über vierzig in Hollywood rar sind. Auf der Buchungsliste für attraktive Hauptdarstellerinnen stehen vorzugsweise Jungschauspielerinnen wie Jennifer Lawrence (24) oder Emma Stone (26). Also bleibt der Ü40-Aktrice von heute nichts anderes übrig, als der Jugend hinterherzurennen?

Vornehmlich glatt gebügelt

Schaut man sich die vornehmlich glatt gebügelte Hollywood-Riege an, liegt der Gedanke nahe. Neustes Beispiel: Aktrice Sharon Stone. Die Basic-Instinct-Darstellerin ist erst kürzlich mit einer verdächtigen Narbe am Ohr gesichtet worden. Grund genug für sämtliche Klatschmagazine die Gerüchteküche anzuheizen. Face-Lifting? Vermutlich – Ungewöhnlich? Nö.

Schönheits-OP Dann gibt es da noch US-Mimin Nicole Kidman (47). Dank der vielen Botox-Spritzen kann man ih­ren Gemütszustand höchstens erahnen. Der Ausdruck wirkt starr, das Kameralächeln erzwungener denn je. Blöd, wenn man seine Brötchen damit verdient, Gefühle durch Mimik und Gestik zu transportieren. Auch die einst pausbäckige „Bridget Jones“-Darstellerin Reneé Zellweger ist nicht wiederzuerkennen. Dass die Kilos purzeln mussten, ist klar, was wäre Hollywood ohne die Size-Zero-Prominenz? Rippchen statt Schwarte.

Doch auch ihr Gesicht scheint merkwürdig verändert. Face-Lifting, Botox, Lid-Straffung? „Ich lebe einen anderen, glücklichen, sehr erfüllenden Lebensstil“, sagt sie dazu nur. Natürlich, das ewige Geheimrezept der alternden Diven ohne Falten: viel Wasser trinken und Yoga – wer’s glaubt ...

Fettabsaugung und Lidstraffung

Erfrischend ehrlich hingegen ist Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon. Die 68-Jährige gab bereits vor einigen Jahren im Interview zu: „Ja, ich habe mich unters Messer gelegt.“ Fettabsaugung an Kinn und Hals sowie eine Lidstraffung gab’s vom Beauty-Doc, übertreiben wolle sie es aber nicht, sagte sie damals.

Andere Top-Stars wie Oscar-Preisträgerin Meryl Streep bekennen stetig „Ich möchte in Würde altern“ – nun gut, in ihrem neusten Film spielt die 65-Jährige eben nicht das knackige Rotkäppchen, sondern die hässliche Hexe. Aber ob’s durch Botox und Co. zum Rollentausch gekommen wäre, bleibt mehr als fraglich.

Für Jutta Speidel ist Botox pures Gift

Unter der deutschen Prominenz ist der Jugendwahn weit weniger verbreitet, faltenlose Ü40-Stars sieht man nur sehr selten. Erst kürzlich verkündete Schauspielerin Jutta Speidel: „60 ist jung, ganz jung. Fühlst du dich jung, bist du jung“, sagte sie in einem Zeitungs-Interview. Auch gegen ihre Falten hat die 60-Jährige nichts einzuwenden, „weil ich sie mir in 60 Jahren mühsam angelacht habe.“

Für mehr Jugend könnte dabei ihr sechs Jahre jüngerer Freund, der Italiener Bruno Maccallini, gesorgt haben. Ende 2014 trennte sich die Schauspielerin allerdings von ihrem langjährigen Lebensgefährten. Ihre Meinung dürfte sie dennoch nicht geändert haben, denn Botox sei pures Gift, sagt sie.

Das Alter lässt sich nicht verbergen

Mit ihrer Meinung steht Speidel nicht allein dar: Schauspielerin Hannelore Elsner (72) hat nach eigenen Angaben keine Probleme mit dem Älterwerden, eben so wenig wie Filmstar Iris Berben (64): „Mit 60 aussehen zu wollen wie mit 30, ist lächerlich“, lässt sich die Schauspielerin gerne zitieren.

Recht hat sie, denn das Alter lässt sich eben nicht verbergen. Auch nicht, wenn man sich sämtlicher menschlicher Züge entledigt, wie Paradebeispiel Jocelyn Wilden­stein (74). Nach etlichen Schönheits-OPs ist das Gesicht der Society-Lady zu einer grotesken Katzen-Fratze mutiert. Wie zwanzig sieht sie dennoch nicht aus.