Stier spießt bei Stierhatz in Pamplona drei Läufer auf

Bei der Stierhatz wurden am Montag zwei Läufer auf die Hörner genommen, aber nicht verletzt.
Bei der Stierhatz wurden am Montag zwei Läufer auf die Hörner genommen, aber nicht verletzt.
Foto: afp
Was wir bereits wissen
Es ist ein alljährliches Volksfest in Pamplona: die Stierrennen zu Ehren des Heiligen San Fermín. Und wie jedes Jahr haben auch diesmal wieder Stiere Läufer auf die Hörner genommen. Am Wochenende wurden bei den Rennen mehrere Menschen verletzt. Tausende Läufer nahmen teil.

Pamplona.. Am dritten Tag der Stierrennen im spanischen Pamplona sind am Montag drei Läufer von einem der Tiere aufgespießt worden. Zwei Briten und ein Amerikaner hätten bei dem Stierrennen Verletzungen an den Beinen erlitten, teilte die Regierung der Provinz Navarra am Montag mit. Vier weitere Menschen wurden mit Schnittverletzungen und Prellungen in einem Krankenhaus behandelt. Gegen Ende des etwa dreiminütigen Rennens durch die Altstadtgassen war einer von sechs Stieren auf die Läufer losgegangen.

Das alljährliche Volksfest zu Ehren des Heiligen San Fermín im spanischen Pamplona hat bereits am Wochenende begonnen. Bei den ersten beiden Rennen durch die engen Gassen der Stadt wurden mehrere der tausenden Teilnehmer von den Tieren niedergetrampelt oder auf die Hörner genommen. Trotzdem wurden nur acht Menschen leicht verletzt.

Sonntagslauf ist der beliebteste

"Das waren so viele Menschen, dass man kaum die Stiere sehen konnte", sagte der 49-jährige Andrew Chavey aus dem US-Staat North Carolina nach dem Rennen am Sonntag. "Man hat fast mehr Angst, von der Menge überrannt zu werden als von den Stieren. Aber es hat Spaß gemacht." An dem Lauf am Sonntag nahmen nach einem Bericht des staatlichen Rundfunksenders TVE rund 4000 Menschen teil. Ein Teilnehmer musste wegen Prellungen am Rücken medizinisch behandelt werden, ein anderer wegen Prellungen im Gesicht, wie die Provinzregierung mitteilte.

Zu Beginn des Rennens am Sonntag lief der 640 Kilogramm schwere Bulle Navajita voraus und griff die Läufer an. Zwei von ihnen hob er sogar in die Luft, ohne sie aber zu verletzen.

Der zweite Tag des Volksfestes von San Fermín ist meist einer der beliebtesten. Traditionell gehen an diesem Tag die Stiere der Zucht Miura an den Start, die zu den größten und gefürchtetsten in ganz Spanien zählen. Der Lauf am Sonntag war mit zwei Minuten und 27 Sekunden ein schneller.

Niemals die Stiere anfassen

Bei dem Rennen am Samstagmorgen wurden sechs Läufer verletzt, darunter ein 73-jähriger Einheimischer. Er wurde von einem Stierhorn am Bein verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Fünf weitere Teilnehmer erlitten Schnittwunden und Prellungen.

Ein Läufer wurde von einem Stier mehrere hundert Meter mitgeschleift, weil sein T-Shirt am Horn des Tieres festhing - nur wenige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt. Er blieb dennoch unverletzt. Unter den Verletzten waren nach Angaben der Provinzregierung ein 21-jähriger Japaner und ein 26-Jähriger aus Australien.

Die Läufer, traditionell in weiß gekleidet und mit roten Halstüchern, rannten die knapp 850 Meter lange Strecke bis zur Stierkampfarena. Ein Stier blieb zurück und jagte noch in der Arena mehrere Teilnehmer, bevor er in die Ställe getrieben werden konnte.

"Mit den Stieren zu laufen war das Beste, das ich je erlebt habe", sagte der 27-jährige Student Mark Martinez aus Los Angeles, der in Spanien Urlaub macht, am Samstag. "So viel Adrenalin." Allerdings habe er die Hörner der Tiere nicht anfassen können. Der Student kannte offenbar nicht eine der Grundregeln der Fiesta: Die Läufer sollten niemals die Stiere anfassen, die schließlich um die 500 Kilogramm schwer sind.

Letzter Todesfall war 2009

Zuletzt kosteten die Stierrennen von Pamplona im Jahr 2009 einen jungen Spanier das Leben, der am Hals aufgespießt wurde. Es war damals der erste Todesfall während des Volksfestes seit fast 15 Jahren.

Die Läufe finden in diesem Jahr bis zum 14. Juli täglich um 8 Uhr statt und werden live im spanischen Fernsehen übertragen. An den Nachmittagen findet dann jeweils ein Stierkampf mit den Tieren statt, die am Morgen durch Pamplona gelaufen sind.

Die besondere Atmosphäre von San Fermín hat der US-Schriftsteller Ernest Hemingway 1926 in seinem Roman "Fiesta" beschrieben; heute werden die Stierhatz und das Töten der Tiere in der Arena von Tierschützern kritisiert. (dapd)