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Stars als Winzer - wenn Promis sich einen Weinberg kaufen

22.03.2013 | 17:45 Uhr
Stars als Winzer - wenn Promis sich einen Weinberg kaufen
Auch Günther Jauch macht Wein: Er hat 2010 das traditionsreiche Weingut „von Othegraven“ übernommen.Foto: Horst Ossinger

Düsseldorf.  Gérard Depardieu, Angelina Jolie und Brad Pitt oder Sting: Sie alle besitzen Weingüter. Als Weinkönig unter den deutschen Stars gilt Günther Jauch. Einige Promi-Tropfen werden bei der Düsseldorfer Messe Pro Wein vorgestellt.

Wie wäre es mit einem Gläschen Brangelina, gut gekühlt? Die Promis haben ein neues Lieblingshobby, und da dürfen Brad Pitt und Angelina Jolie natürlich nicht fehlen. Wer bei den Schönen und Reichen etwas auf sich hält, der legt sich ein Weingut zu. Und so trägt das jüngste Baby des kinderreichen Paares den wohlklingenden Namen Château Miraval. Es wächst und gedeiht in der Provence. Brad und Angelina betreuen das Weingut so, wie ihr Jetset-Leben das eben zulässt. Also darf man nicht davon ausgehen, dass sie nun in Gummistiefeln durch die Reben streifen, aber als Marketing-Instrument scheint ihre Liebhaberei trotzdem einzuschlagen. Es gibt Vorbestellungen ohne Ende.

Ende März sollen 150.000 Flaschen in den Handel kommen, wohl für knapp unter 20 Euro das Stück für einen Miraval Rosé, dessen hervorstechende Eigenschaft der prominente Name auf dem Etikett sein könnte. Im Internet wird bereits gelästert: „Selbst wenn Angelina Jolie in die Flaschen gepullert hätte, wäre das Zeug weggegangen wie warme Semmeln“, schreibt jemand unter dem Pseudonym schweitzer_albert.

Francis Ford Coppola gilt als Pionier unter den Promi-Winzern

Dabei steht das Hollywood-Paar nicht alleine da. Unter Prominenten scheint es schick zu sein, eigenen Wein zu produzieren, oft in einer Nebenrolle, die Regie führt dann ein etablierter Winzer. Ein Weingut als Statussymbol? Als Alternative für Luxusgeschöpfe, die sonst schon alles haben? Nicht in jedem Fall.

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Ihre Nachbarschaft an der Marktstraße ist unmittelbar, ihre Kooperation in Sachen griechischer Wein naheliegend: Weinhändler Martin Volmer und die Gastronomen Vicki und Evangelos Vassiliou vom griechischen Restaurant Artemis wollen den Gladbeckern den Rebensaft aus der Ägäis näher bringen.

Bleiben wir in Frankreich. Dort hegt und pflegt Gérard Depardieu, der Schauspieler mit der Nase in Korkenform, schon seit Ende der Achtziger eigene Weingüter. 14 an der Zahl besitzt er insgesamt, auch auf der Krim und in Argentinien. Depardieu betreibt das Weingeschäft hochprofessionell. Als er vor vier Jahren auf der Messe Pro Wein in Düsseldorf seinen „Taille Princesse“ Brut de Loire präsentierte, schwärmten Kritiker über „feine Aromen von Stachelbeeren, reifen Äpfeln und Birnen“. Master Sommelier Hendrik Thoma nahm das Wort „Spitzenklasse“ in den Mund. Allerdings habe es gedauert, bis Depardieu diese Stärke erreichen konnte. Vorher hätten sich einige seiner Weine allenfalls auf Tankstellenniveau bewegt.

Ein Düsseldorfer hat sich auf Promi-Weine spezialisiert

Was man von den Erzeugnissen eines Albano Carrisi wohl nie behaupten musste. Der Schmusesänger, der als halbe Portion des Duos Al Bano und Romina Power bekannt wurde, stammt aus einer süditalienischen Winzerfamilie und hat bis heute sehr viel mehr Flaschen als Schallplatten verkauft. Für seinen Rotwein „Don Carmelo“ bekam er den Großen Preis der italienischen Winzervereinigung.

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Auch Popdiva Madonna und Musiker Sting nennen Weingüter ihr eigen, doch als Pionier unter der Wein-Prominenz gilt Regie-Legende Francis Ford Coppola. Er stiegt bereits 1975 in Kalifornien ins Weingeschäft ein und hat es auch dort zu Ruhm und Ehre gebracht.

Was fasziniert die Herren aus dem Showgeschäft so sehr am Leben der Reben? Diese Frage kann Michael Spreckelmeyer sofort beantworten. Über sein Düsseldorfer Ladenlokal und einen Online-Handel vertreibt der 43-Jährige Weine unter den Labels bekannter Rockstars. Er sagt: „Wir sprechen hier nicht über 20-jährige Teeniestars, sondern über Prominenz in einem Alter, in dem man sich über Genuss und Nachhaltigkeit Gedanken macht.“ Diesen Menschen biete der Weinanbau einen naturnahen Ausgleich zum oft oberflächlichen Showgeschäft.

Günther Jauch ist der Weinkönig unter den deutschen Stars

Als Weinkönig unter den deutschen Stars gilt Günther Jauch, der sich gerne auf der Düsseldorfer Weinmesse blicken lässt. Selbst wenn er in bekannter Bescheidenheit sagt: „Ich lerne dazu. Bei einer Blindverkostung mit 25 Weinen wäre ich verloren.“ Vor drei Jahren haben er und seine Frau Thea das angesehene Weingut „von Othegraven“ in Kanzem an der Saar übernommen. Jauchs Großmutter war eine Geborene von Othegraven.

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Auch die eher hochprozentig orientierten Toten Hosen haben zwischen Jägermeister und eisgekühltem Bommerlunder in ihrer Hausbar einen Platz für feinere Tropfen reserviert. Ein Freund des Hauses ist der Nahe-Winzer Martin Tesch, der die bandeigenen Weine „Machmalriesling“ und „Weißes Rauschen“ entwickelt hat.

Die Messe Pro Wein (24. bis 26. März, Messe Düsseldorf) richtet sich an Fachbesucher, über 4.700 Aussteller werden erwartet. Andere Weinliebhaber sind bei vielen Wein-Aktionen in und um Düsseldorf gut aufgehoben, 54 Restaurants und Händler beteiligen sich. Auf der Pro Wein werden auch Promi-Weine vorgestellt, u.a. erstmals in großem Rahmen der Pitt/Jolie-Rosé. Infos: www.prowein.com

Hier bekommen Sie Promi-Weine

Bei Michael Spreckelmeyer, Römerstraße 6, Düsseldorf, Online: www.metal-and-wine.com (Flasche ab 12 Euro)
Jauch-Weine: www. von-othegraven.de (ab ca. 9 Euro)
Depardieu-Weine: www. wein-depot.de (ab ca. 23 Euro)
Coppola-Weine: www.genuss7.de (ab ca. 17 Euro)
Tote-Hosen-Weine: www.weingut-tesch.de (ab ca 66 Euro für sechs Flaschen)

Kirsten Simon



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