Stadt Amsterdam will ein Bordell eröffnen

Amsterdam..  Die Stadt Amsterdam hat ein neues Tätigkeitsfeld entdeckt. Sie will im weltberühmten Rotlichtviertel künftig selbst ein Bordell betreiben, in dem mindestens 50 Prostituierte arbeiten sollen. Sicher und hygienisch, aber quasi im Dienste der Stadt. Denn sie müssen die Miete für ihre mit rotem Licht ausgeleuchteten Etablissements an die Stadt bezahlen.

Bürgermeister Eberhard van der Laan schreibt in einem Brief an den Stadtrat, dass er 50 Zimmer in fünf verschiedenen Gebäuden im Rotlichtbezirk den Damen aus dem ältesten Gewerbe der Welt zur Verfügung stellen – sprich vermieten will. Die ,,Sexarbeiterinnen‘‘ wie der Bürgermeister die Prostituierten nennt, sollen dort ,,unter guten Arbeitsbedingungen‘‘ anschaffen können.

,,Ich finde das eine tolle Idee. Die Stadt traut sich was‘‘, sagt die Ex-Prostituierte Mariksa Majoor. ,,Hoffentlich werden die Betten und die Zimmer im städtischen Bordell etwas größer.‘‘

Schon im Juli soll das städtische Bordell in Amsterdam seine Türen öffnen. Erwartet wird, dass vor allem ,,selbstständige Huren, die ohne Zuhälter und nur gelegentlich arbeiten,‘‘ die Möglichkeit nutzen, sich ein Zimmer zum Anschaffen bei der Stadt zu mieten.

Doch der Sozialarbeiter Frits Rouvoet, der im Amsterdamer Red Light District viele Huren betreut, ist skeptisch. „Wer kann denn der Stadt die Garantie geben, dass alle Frauen, die in den von der Stadt vermieteten Zimmern anschaffen, das auch freiwillig tun? Wie kann man das überhaupt kontrollieren?“ fragt er.

Diese Problematik ist auch Bürgermeister van der Laan bewusst. Er hat daher schon eine Hilfsorganisation für die Prostituierten namens ,,Querido‘‘ gründen lassen. Die Mitarbeiter von Querido sollen die Sexarbeiterinnen mit Rat und Tat begleiten und ihnen als finanzielle und steuerliche Ratgeber zur Seite stehen.