Staatsanwaltschaften überlastet - Prozesse drohen zu platzen

Viele Staatsanwaltschaften klagen über Personalnot – vor allem in NRW.
Viele Staatsanwaltschaften klagen über Personalnot – vor allem in NRW.
Foto: dpa/Archiv
Was wir bereits wissen
Die Staatsanwaltschaften in NRW schlagen Alarm: Weil Personal fehlt, werden Beweismittel zu langsam gesichtet. Es drohen sogar Prozesse zu platzen.

Halle/Düsseldorf.. Wegen überlasteter Mitarbeiter klagen einem Medienbericht zufolge bundesweit Staatsanwaltschaften über schwerwiegende Probleme bei Ermittlungen. Besonders dramatisch sei die Situation unter anderem auch in Nordrhein-Westfalen. Weil Beweismaterial nicht mehr fristgerecht ausgewertet werden könne, drohten sogar Prozesse zu platzen, berichtet der Sender MDR Info unter Berufung auf ein internes Schreiben nach einem Treffen der Generalstaatsanwälte in Görlitz (Sachsen) vor einigen Monaten.

Demnach sei in den vergangenen Jahren unter anderem die Zahl auszuwertender Mobilfunk- und Internetdaten sowie von DNA-Proben deutlich gestiegen. In einigen Fällen hätten Gerichte sichergestellte Beweismittel wie Computer und Handys ungeprüft zurückgeben lassen, weil die Untersuchungen zu lange gedauert hätten, so der Sender.

Dramatisch sei die Situation neben NRW auch in Sachsen, Brandenburg, Hessen und Niedersachsen. So habe sich in Brandenburg das auszuwertende Volumen von Computerdaten innerhalb von fünf Jahren verdoppelt. (dpa)