Sportler sterben bei Lawinenunglück im Schwarzwald

Bergretter nach dem Lawinenabgang am Feldberg im Schwarzwald.
Bergretter nach dem Lawinenabgang am Feldberg im Schwarzwald.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Es ist eines der schwersten Lawinenunglücke im Schwarzwald seit Jahrzehnten. Mehrere Wintersportler sind dort unter Schneemassen begraben worden. Zwei von ihnen kamen ums Leben.

Feldberg.. Für die Wintersportler im Schwarzwald, dem höchsten Mittelgebirge Deutschlands, wird die Lage am Freitagnachmittag mehr als brisant. Am Feldberg und am nur wenige Kilometer entfernten Herzogenhorn gehen innerhalb von einer Stunde zwei Lawinen ab. Sie verschütten mehrere Menschen. Zwei Lawinenopfer kommen bei den Unglücken ums Leben.

"Es war dramatisch", sagt der Sprecher der Bergwacht Schwarzwald, David Vaulont. In der Nacht zum Freitag schneit es überall im Schwarzwald heftig. Der Schnee türmt sich - und löst sich am Freitagnachmittag an den Steilhängen. Zwei Lawinen gehen am 1493 Meter hohen Feldberg ab, der Schnee wälzt sich ins Tal.

Lawinengefahr gibt es auch im Mittelgebirge

Ein 20 Jahre alter Mann und eine 58 Jahre alte Frau liegen knapp zwei Stunden in den Schneemassen, bis sie befreit werden können. Beide Lawinenopfer waren laut Bergwacht weit entfernt von präparierten Pisten unterwegs. Für sie kommt jede Hilfe zu spät. Es ist eines der schwersten Lawinenunglücke im Schwarzwald seit Jahrzehnten.

Die Bergwacht, die seit jeher mahnt, auch im Mittelgebirge die Lawinengefahr nicht zu unterschätzen, schickt Suchtrupps los. Schneeraupen bahnen sich den Weg zum verschneiten Berg. Auch mit Hubschraubern fliegen die Retter zum Unglücksort in dem sonst so beliebten Wintersportgebiet.

Bereits im Dezember 2013 war ein Paar am Feldberg verschüttet worden. Sie waren abseits gesicherter Pisten mit Tourenskiern unterwegs, als sich ein Schneebrett löste. Der Bergwacht-Sprecher hatte damals gesagt, jedes Jahr gebe es auch im Schwarzwald Lawinen, aber nur alle paar Jahre werde jemand verschüttet.

Erst vor Tagen hatte ein Skifahrer am Arlberg in Österreich dank äußerst glücklicher Umstände einen Lawinenabgang nach 90 Minuten unter dem Schnee noch überlebt. Der Mann aus Singen in der Nähe des Bodensees hatte außerhalb der Piste selber die Lawine losgetreten.

Stromversorgung in mehr als 60 Orten setzte aus

Der Wintereinbruch im Schwarzwald sorgt am Freitagmorgen auch schon im Straßenverkehr für heftiges Durcheinander. Lastwagen stecken im Schnee fest, ein Reisebus droht in eine Schlucht zu fallen. Und in der Nacht zum Freitag bleiben ganze Dörfer wegen eines Stromausfalls dunkel.

"Winterliche Verkehrsverhältnisse sind ja völlig normal, aber die Menge des Schnees hat uns schon überrascht", sagt ein Sprecher der Polizei in Freiburg. Obwohl einige Autofahrer auf glatten Straßen ins Rutschen kommen, bleiben schwere Verkehrsunfälle aus. "Wir haben Januar, da darf kein Autofahrer überrascht sein, wenn es glatt ist", heißt es bei der Polizei.

Die ganze Nacht bis in den Morgen sind auch Mitarbeiter eines Energienetzbetreibers im Schwarzwald unterwegs. Denn: In mehr als 60 Ortschaften ging teilweise das Licht aus. Der Grund: Umfallende Bäume oder Schnee hatten die Stromleitungen beschädigt, teilt ein Sprecher des Netzbetreibers mit. (dpa)