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Strenges Verbot

Spanien setzt Raucher auf die Straße

02.01.2011 | 13:06 Uhr

Madrid. Spanien hat am Sonntag eins der strengsten Rauchverbote Europas eingeführt. In Bars und Restaurants, in öffentlichen Einrichtungen aber auch auf Spielplätzen ist Rauchen künftig untersagt.

Tapas-Bars, Restaurants und Cafés in Spanien sind jetzt rauchfrei. Am (heutigen) Sonntag trat für das spanische Gastgewerbe ein umfassendes Rauchverbot in Kraft. Damit ist eine der letzten Raucher-Bastionen in Westeuropa gefallen. Mit der Regelung will die spanische Regierung ein Gesetz aus dem Jahr 2006 ersetzen und den Nichtraucherschutz mit dem in anderen EU-Staaten in Einklang bringen.

Bislang waren kleinere Bars und Restaurants mit weniger als 100 Quadratmetern Fläche vom Rauchverbot ausgenommen. Außerdem war die Einrichtung von Raucherräumen erlaubt. Weil in der Praxis in fast allen Lokalen gequalmt wurde, waren Forderungen nach einer Neuregelung immer lauter geworden.

In öffentlichen Gebäuden, Restaurants, Diskotheken, Kasinos und Flughäfen gilt nun ein generelles Rauchverbot. Hotelbetreiber hingegen dürfen 30 Prozent ihrer Zimmer für Raucher reservieren. Auf Kinderspielplätzen sowie vor Schulen und Krankenhäusern darf künftig nicht mehr geraucht werden.

„Die Regierung hat wohl kalte Füße bekommen“

„Das ist ein Schritt, der bereits vor vier Jahren hätte gemacht werden sollen“, sagte die Bäckerin Inma Amantes Ramos. „Aber die Regierung hat wohl kalte Füße bekommen.“ Das Gesetz von 2006 war immer wieder als wirkungslos kritisiert worden. Nach Angaben der Gesundheitsministerin Leire Pajin sterben in Spanien jährlich 50.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, darunter 1.200 wegen Passivrauchens.

Auch in der Bundesrepublik sind die Gesetze gegen das Qualmen in Gaststätten und anderen öffentlichen Räumen seit dem Jahr 2007 verschärft worden. „Wir haben eindeutige Verbesserungen“, sagt Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. „Durch die zahlreichen Ausnahmeregelungen ist der Nichtraucherschutz bei uns allerdings inkonsequent und noch immer lückenhaft“.

Als größtes Manko bezeichnet die Medizinerin, dass in Deutschland noch immer ein bundesweit einheitliches Gesetz fehlt. Während man in Bayern nicht weit vom neuen spanischen Modell entfernt sei, würden die Bürger in anderen Bundesländern noch immer hohen, und vor allem vermeidbaren gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. „Spanien ist nicht vor der Tabaklobby eingeknickt“, sagt Pötschke-Langer. Insgesamt zieht sie dennoch auch für Deutschland ein positives Fazit: Seit hierzulande die Rauchverbote bestehen, sei die Belastung mit Tabakrauchpartikeln, die tief in die Lunge eindringen können, um rund 80 Prozent gesunken.

Risiko wird zunehmend erkannt

Einen eindeutigen Erfolg sieht Pötschke-Langer in dem „Bewusstseinswandel“, den die intensiven Debatten der vergangenen Jahre in der Bevölkerung bewirkt hätten. Die „soziale Akzeptanz“ qualmender Zigaretten habe spürbar abgenommen. „Passivrauchen wird nicht mehr nur als Belästigung empfunden, sondern als ernst zu nehmendes Risiko.“

Einer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Auftrag gegebenen Studie zufolge wünschen sich heute fast drei Viertel der Deutschen (74,4 Prozent) rauchfreie Gaststätten. Im Jahr 2005 waren es den Angaben zufolge noch 52,9 Prozent. „Es gäbe also kaum eine populärere Maßnahme, die von der Politik getroffen werden könnte, als ein vollständiges Rauchverbot“, sagt Pötschke-Langer, die als unabhängige Expertin seit 1999 auch die Weltgesundheitsorganisation WHO zum Thema berät.

Keine Verlagerung ins Private

Anders als etwa von der Tabaklobby häufig behauptet, führe eine Verschärfung der Gesetze auch nicht zu einer Verlagerung des Rauchens ins Private. Laut einer 2010 vom Krebsforschungszentrum veröffentlichten Studie ist gar das Gegenteil der Fall: In mehreren europäischen Ländern habe sich nach Einführung einer rauchfreien Gastronomie ein Rückgang der häuslichen Tabakrauchbelastung von Kindern eingestellt. Aufgrund des eingetretenen „Bewusstseinswandels“ würden demnach auch in Deutschland seit Inkrafttreten der Rauchverbote immer mehr Raucher auch zu Hause auf Zigaretten verzichten.

Für verlässliche Zahlen über den Rückgang der durch das Rauchen ausgelösten Krankheiten ist es Pötschke-Langer zufolge nach so wenigen Jahren in Deutschland noch zu früh. Die entsprechenden Risiken seien jedoch so sicher belegt, wie in kaum einem anderen Bereich: Allein in Deutschland würden dem Rauchen noch immer jeden Tag rund 300 Menschen zum Opfer fallen. (dapd/rtr)

DerWesten



Kommentare
03.01.2011
09:05
Spanien setzt Raucher auf die Straße
von mark34 | #78

ach ja, jetzt kommt wieder der Raucher-Freiheitskampf. Lächerlich. Wer sich absichtlich zum Sklaven eine Droge macht, soll nix über Feiheit erzählen.

03.01.2011
07:04
Spanien setzt Raucher auf die Straße
von DietmarKalaschnikow | #77

Ich denke,man sollte alles verbieten,was nicht Regierungs-und Polizeikonform ist.Das beste wäre,den Bürger zur Marionette zu machen.Den ganzen Tag nur Arbeiten und wenn Wahlen sind,die Kreuzchen unter Aufsicht setzen.

03.01.2011
07:02
Spanien setzt Raucher auf die Straße
von DietmarKalaschnikow | #76

@Georg Washuber
Wieso Umerziehungsmaßnahmen? Die hatten wir schon mal.Leichter wäre es,die Zigarettenindustrie in die geordnete Insolvenz zu schicken.Und die Strafe für Schmuggel auf Lebenslänglich zu erhöhen.

03.01.2011
06:59
Spanien setzt Raucher auf die Straße
von celli | #75

Wann wird denn endlich das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit verboten?
Diese Besoffenen sind viel schlimmer zu ertragen als Raucher!

03.01.2011
06:56
Spanien setzt Raucher auf die Straße
von DietmarKalaschnikow | #74

Jetzt weiß ich auch,warum die Spritpreise in Deutschland erhöht wurden.Von irgendwoher muß die entgangene Kohle ja wieder rein.

02.01.2011
23:38
Spanien setzt Raucher auf die Straße
von Leckerchen | #73

@72

Hätten Sie meine Lebenserfahrung und die - leider damit verbundenen Erfahrungen mit den Leidtragenden - würden Sie gewiss anders daher schwatzen.

Aber wieso Urne?
Dann doch lieber eine 2 Quadratmeter-Souterrain-Wohnung.
Man will ja schließlich standesgemäß umziehen.

02.01.2011
23:28
Spanien setzt Raucher auf die Straße
von Kuhgummikuh | #72

Hallo Leckerchen.
Sie müssen ja die Weisheit mit dem Schaumlöffe gefressen haben. Viel Spass beim Weg in die Urne.

02.01.2011
22:39
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #71

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

02.01.2011
21:52
Spanien setzt Raucher auf die Straße
von xXxXxXxXxXxXx | #70

Genau wie Alkohol mal auf einer Endzugklinik gewesen? Gerne lade ich Sie mal dahin ein da ist die Droge Nikotin harmlos und der Krankenkasse kostet es auch reichlich da Alkoholika teilweise alle 3 Wochen einen entzug machen wollen und man Sie aufnehmen muss!!!
#39 von . , am 02.01.2011 um 17:18

Mich kotzen Säufer genauso an, weil man nicht anständig irgendwo feiern oder gemeinsam sitzen kann, ohne das jemand sofort min.5 Bier hintereinander versaufen muss!
Beispiel Weihnachtsfeier: Zusammen essen, miteinander quatschen. Aber nein! Die Pfeiffen verstehen unter -feier natürlich wieder Saufen auf Kosten der Firma!

02.01.2011
21:34
Spanien setzt Raucher auf die Straße
von sprichdichaus | #69

Ach was soll man sich über Raucher aufregen, sind eben Leute wie Du und ich sage ich immer. Trinken sich auch mal gern nen Bierchen. Nach 10 oder 12 Bierchen in geselliger Runde raucht sich der ein oder andere Nichtraucher dann schon mal eine Erinnerungszigarette gut abgeschirmt auf der Toilette, aber ansonsten gehts gut ab. Zwar riechen dann die Klamotten nach einem ausgiebigen Abend mit gemischtem Publikum nach kaltem Rauch, aber wer trägt denn schon seine Wäsche 2 Tage?.. man ist ja kein Ferkel...oder? Ärgern über Raucher und dabei nen verbissenes Gesicht machen warum , wenn doch einem Lachfalten besser stehen .



# 56 /58

Ja Frühsport ist bestimmt vor der Arbeit sehr heilsam , vorbeugend und inspiriert bestimmt zur gesunden Denkensweise. Leider findet er in Japan und USA immer dann statt wenn noch keine Arbeitszeit ist, ich also noch nicht da wäre.

Umerziehungsmaßnahme, welch ein Wort mit bitterem geschichtlichem Nachgeschmack.

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