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Socken, Skier, Schuhe – Die Trends für die Skipiste

19.01.2015 | 18:03 Uhr

Essen.  Socken mit eingebauter Heizung, kuschelige Unterwäsche und der drehfreudige Rocker-Ski – das Skifahren ist komfortabel und genussvoll wie nie.

Skifahren – eine Materialschlacht. Es ist längst nicht mehr allein mit ein paar Brettern getan. Die Hersteller bringen zu jeder Saison Equipment auf den Markt, das das Skifahren leichter, komfortabler und genussvoller machen soll.

Gemeinsam mit dem Neusser Skiexperten Ralf Kühlkamp, auch bekannt als „Dr. Ski“, schauen wir auf die aktuellen Entwicklungen.

Skier

Skifahren rockt – und das seit vier, fünf Jahren. „Der Rocker-Ski hat sich in allen Bereichen, mit Ausnahme des Rennsports, durchgesetzt“, sagt Kühlkamp, der seit Jahren in der Szene unterwegs ist. Für das Skimagazin testet er zum Saisonstart in großer Runde neue Modelle. Der Rocker ist die nächste große Entwicklung nach den Carvern. Man muss ihn sich – übertrieben – vorstellen wie eine auf dem Rücken liegende Banane. Typisch ist seine nach oben gebogene Schaufel. Vorteile der Rocker: „Sie verzeihen Fehler und sind drehfreudig.“

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Lohnt es sich überhaupt, eigene Skier anzuschaffen? Ist das Leihen nicht preiswerter? Ralf Kühlkamp rät: „Wer nur eine Woche im Jahr fährt, kommt oft günstiger weg, wenn er leiht.“ In großen Skiorten sei es nie ein Problem, in kleinen könne es allerdings passieren, dass in der Hochsaison nicht mehr jedes Modell verfügbar ist. Wer sicher gehen will, sollte vorsorgen. Viele Sportgeschäfte in NRW haben sich inzwischen auf den Verleih spezialisiert.

Sicherheit

Wer ohne Helm fährt, fällt auf. Der Kopfschutz ist weit verbreitet. Die meisten tragen ihn freiwillig, aber es gibt auch Helmpflicht: In einigen Bundesländern Österreichs sowie in Kroatien und Slowenien für Kinder und Jugendliche bis 15, in Italien für alle bis 14. Immer mehr sicherheitsbewusste Skifahrer entscheiden sich zudem für einen Rückenprotektor, auch wenn laut der Stiftung Sicherheit im Sport nur etwa drei Prozent der Skiverletzungen den Hals- oder Rückenwirbel betreffen. Es ist wie mit dem Kopf: Wenn hier etwas passiert, dann oft mit fatalen Folgen. Da kann ein Plattenbau am Rücken schützen. In verschiedenen Tests ist die Weste „Ballistic Cross Protector“ von Komperdell zum Sieger gekürt worden (ca. 200 Euro).

Untendrunter

Die Zeiten, in denen Omas Selbstgestricktes auf der Skifahrerhaut kratzte, sind längst vorbei. Seit langem schon überschlagen sich die Ausrüster mit funktioneller Unterwäsche. Hier können Summen ausgegeben werden, mit denen andere einen kompletten Urlaub bestreiten. Wie bei dem Set, für das das sauerländische Unternehmen Falke bei der Münchner Sportmesse im vergangenen Jahr mit einem Ispo-Award ausgezeichnet worden ist: Shirt und Hose stammen beim Modell „Skiing Air Insulation“ aus Polyamid-Fasern, die sich aktiven und passiven Phasen auf der Piste anpassen sollen. Das Set kann mit der Schere auf die passende Länge zurechtgeschnitten werden. Für schlappe 350 Euro gibt’s den Luxus für die Haut.

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Experten wie Ralf Kühlkamp vertrauen neuerdings wieder der guten, alten Merinowolle, die mit einem Zusatz an Kunstfasern zum High-Tech-Material aufgerüstet wird. „Warm und weich ist das.“ Beispielsweise bei Icebreaker oder Ortovox ab ca. 60 Euro.

Warme Füße

Mit den klotzigen Skischuhen ist das ja so: Ein Hausschuh-Gefühl stellt sich nicht gerade ein. Der Fuß hat’s schwer. Schlimm, wenn er dann noch kalt ist – oder, liebe Damen? An Heizsystemen für den Schuh basteln die Hersteller seit Jahren. Richtig durchgesetzt hat sich keines. Jetzt kommt das: Die beheizbare Socke. Nie mehr kalte Füße, lautet das Versprechen des Unternehmens Therm-ic. Die Erfindung sieht aus wie normale Skisocken, doch in den Stoff sind leichte Akkus integriert. Drei Wärmestufen sollen bis zu 16 Stunden warme Füße machen. Der Segen hat seinen Preis: etwa 199 Euro.

Skischuhe

Ein sensibles Thema. „Skischuhe sind das Bindeglied zwischen Körper und Ski“, sagt Ralf Kühlkamp. Der Schuh muss perfekt zum Fuß passen. Was gerade Anfängern nicht selten unmöglich erscheint. „Sie wählen oft Schuhe, die zu groß sind.“ Tipp des Experten: Bei der Anprobe den Innenschuh rausnehmen, in die Schale schlüpfen und nach vorne rutschen. Hinten muss etwa ein Zentimeter Platz sein, dann ist es die richtige Größe. Ein Trend war es lange, Skischuhe zu schäumen, sie also von Hand an die Fußform anzupassen – ein teurer Spaß. „Heute rate ich meistens davon ab“, sagt „Dr. Ski“. Die Entwicklung sei so weit, dass durch professionelles Fräsen und verschiedene Leisten nahezu jedem Fuß das passende Modell verpasst werden kann.

Kirsten Simon

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Socken, Skier, Schuhe – Die Trends für die Skipiste
Socken, Skier, Schuhe – Die Trends für die Skipiste
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2015-01-19 18:03
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