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So finden Sie den richtigen Sommerreifen für jedes Auto

01.04.2013 | 14:36 Uhr
So finden Sie den richtigen Sommerreifen für jedes Auto
Reifenspezialisten bekommen nach Ostern viel zu tun. Dann lassen viele Kunden ihre Sommerreifen aufziehen.Foto: Ralf Rottmann / WAZ FotoPool

Essen.   Jetzt kommt die Zeit des Abschieds von den Winterreifen. Worauf Sie beim Kauf neuer Gummis achten müssen, welche Vorteile Sommerreifen überhaupt haben und in welchen Fällen man mit den Winterreifen weiterfahren kann, lesen Sie hier.

Es ist nicht verboten, seine Winterreifen ganzjährig aufzufahren. In Deutschland gibt es eine Sommerreifen- genauso wenig wie eine Winterreifenpflicht. Es kann für die Haushaltskasse Sinn machen, im Sommer ein Restprofil unter 3,5 Millimeter Tiefe aufzubrauchen, weil es fürs Fortkommen im Schnee nicht mehr tief genug ist. Wer jedoch nicht an der dünnen Gummi-Schnittstelle zwischen seinem Auto und der Fahrbahn sparen möchte, kommt im April um den Wechsel auf Sommerreifen nicht herum.

Der Reifen schwimmt auf

Deren größter Vorteil liegt in der haushohen Überlegenheit bei Nässe. Und von Anfang Mai bis Ende September sind hierzulande die Niederschläge am höchsten – kurz gesagt: im Sommer. Da kommen nicht nur Winterreifen ins Schwimmen.

Sommerreifen – diese Modelle haben im Test gut abgeschnitten.Foto: Miriam Fischer

Auch abgefahrene Sommerreifen schaffen es nicht mehr, das auf der Fahrbahn stehende Wasser zu verdrängen. Der Reifen schwimmt auf und gleitet über den Wasserfilm. Lenken lässt sich das Auto dann nicht mehr, bremsen nur ein bisschen.

Die seit 1992 in der EU vorgeschriebene gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern ist nach Ansicht aller Experten außerhalb der Formel eins ein Witz. Sie plädieren für 2 bis 2,5 Millimeter Restprofil als letzte Grenze zum Wechseln. Heutzutage kaum zu glauben, aber wahr: Früher lag sie bei nur einem Millimeter.

Hohe Preisspanne

Im Handel sind die Spannen zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis für Reifen sehr hoch, weshalb man in der Autobranche auch gerne vom „Schwarzen Gold“ spricht. Da hilft nur: Preisvergleich, Preisvergleich und noch einmal Preisvergleich. Fragen Sie nach dem Komplettpreis inklusive aller Nebenkosten für die Montage.

Und lassen Sie sich keinen alten Reifen als Neuware aufschwatzen. Im Handel wird bis zu drei Jahre nach Herstellungsdatum noch von „Neu“ gesprochen. Aber das Geburtsdatum des Reifens steht als sogenannte DOT-Nummer unauslöschlich eingeprägt auf seiner Flanke.

So erkennen Sie, wann die Reifen produziert wurden

Leider ist die vierstellige DOT-Nummer nicht ganz einfach zu lesen: Erst kommt eine zweistellige Wochennummer (01 bis 52), dann die zweistellige Abkürzung fürs Jahr (00 bis 13) der Herstellung. (Pneus mit dreistelligen Nummern stammen noch aus dem letzten Jahrhundert und sind ein Fall fürs Antiquariat.) 2610 heißt also: 26. Woche des Jahres 2010 – und damit alles andere als neu. Auch sachgerecht gelagerte Reifen altern. Gerade Wenigfahrer sollten darauf achten, dass die Neuen nicht älter als ein paar Monate sind. Sonst sind sie irgendwann bereits knochenhart und kaum mehr zu gebrauchen, obwohl sie noch genug Profil zeigen.

Weniger aussagekräftig als die leider unnötig komplizierte DOT-Nummer ist das neue Reifensiegel. Hauptgrund: Die Reifenhersteller klassifizieren ihre Produkte selbst. Für eine neutrale Überprüfung gibt es zu wenige Organisationen für die Unzahl an Reifentypen und vor allem zu wenig Prüfmöglichkeiten. Eine gute Einstufung auf dem Siegel ist also mit Skepsis zu betrachten, eine schlechte dagegen ein umso deutlicheres Warnsignal. Auch den bei Tests als mangelhaft eingestuften Billigreifen, zumeist aus China, ist ihr gefährliches Versagen am Siegel nicht anzusehen. Seltsam, dass es Händler gibt, die ihre Kunden mit solch einem Gummi-Schrott vom Hof fahren lassen.

Wichtig: Auf den richtigen Reifendruck achten

An den unabhängigen Tests der Verbraucherschutzorganisationen und der Fachpresse führt also kein Weg vorbei. Dabei wird immer wieder ein wichtiger Praxispunkt genannt. Der beste Reifen funktioniert nicht ohne den richtigen Luftdruck. Wenn mit zu niedrigem Luftdruck gefahren wird, droht Gefahr. Bei einem Bar weniger Luftdruck steigt die Gefahr, dass der Reifen schon vor dem Erreichen seiner zulässigen Höchstgeschwindigkeit platzt. Im Sommer wie im Winter.

Gerd Heidecke



Kommentare
05.04.2013
15:51
So finden Sie den richtigen Sommerreifen für jedes Auto
von gudelia | #2

Ein Anhänger, mit einer Zulassung bis 100 Km/h, darf nicht mit Reifen bestückt sein die älter als sechs Jahre sind. Die Porfiltiefe spielt da keine Rolle. Sonst erlischt die Zulassung. Deshalb ist es schon wichtig wie alt die Reifen bei Neukauf sind. Da sind die klugen Sprüche von detlev008 nicht sehr hilfreich. Der Händler hat sich um neue Reifen zu bemühen, fertig.

1 Antwort
So finden Sie den richtigen Sommerreifen für jedes Auto
von detlev008 | #2-1

Anhänger und Wohnmobile sind Stückzahlmäßig Ausnahmen.
Für andere Fahrzeugarten ist das Reifenalter weniger von belang. Ein Reifen ist kein Joghurt. Was auch nie erwähnt wird: Etwas ältere Reifen verschleißen weniger schnell.
Viel wichtiger wäre, wenn die Autofahrer sich etwas mehr um die Reifen kümmern würden. Bei Kontrollen stellt sich immer wieder heraus, dass jeder 4. Reifen zu beanstanden ist. Luftdruck ist für viele nicht so bedeutend..

02.04.2013
18:01
So finden Sie den richtigen Sommerreifen
von detlev008 | #1

Ich habe mich im Autohaus 25 Jahre um Reifen und Räder gekümmert. Aus dieser Erfahrung heraus kann ich sagen, dass die Logistik der Hersteller mitunter Monate braucht, um den Reifen vom Werk zum Händler zu bringen. Hersteller dürfen an Händler bis zu zwei Jahre alte Reifen liefern. Kein Händler kann nur wenige Wochen alte Reifen im Lager haben. Diese Idee ist wunschdenken von Journalisten und sogar der ADAC ist mittlerweile von diesen Ansichten abgerückt. Man sollte mit den klugen Ratschlägen zurückhaltender sein. Konsequenterweise müssen Sie ihren Lesern dann auch empfehlen, unabhängig von der Profiltiefe nach drei Jahren neue Reifen zu kaufen....

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