So feiern die Promis das Ende der Preisverleihung

Die Schauspielerin Annette Frier freut sich bei der 16. Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln über die Auszeichnung für die TV-Serie Danni Lowinski in der Kategorie Beste Serie.
Die Schauspielerin Annette Frier freut sich bei der 16. Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln über die Auszeichnung für die TV-Serie Danni Lowinski in der Kategorie Beste Serie.
Foto: Henning Kaiser / dpa
Was wir bereits wissen
Es soll die letzte Vorstellung des Deutschen Fernsehpreises in dieser Form sein. Was danach kommt, weiß noch niemand. Die Promis ließen sich nicht schrecken und feierten sich selbst im Kölner Coloneum. Die Sieger heißen Susanne von Borsody, Oliver Welke und Annette Frier.

Köln.. Spät am Abend ist es, da fliegen die Türen des großen Saals im Coloneum von Köln auf und rund 1400 Menschen stürmen hinaus. Die einen Richtung Toilette, andere gleich zur Bar. Und binnen Minuten ist es im Foyer so voll wie im Regional-Express morgens um halb acht. Nur dass die Frauen dort eher selten lange Kleider tragen und die Männer einen Smoking. Und viel fotografiert wird im Zug ja auch nicht. Hier schon. Aber das ist ja auch nicht öffentlicher Nahverkehr hier, das ist die Party des Deutschen Fernsehpreises. „Des letzten Deutschen Fernsehpreises“, wie es immer wieder heißt an diesem Abend, bevor die Einschränkung folgt: „Zumindest in dieser Form.“

Der letzte Deutsche Fernsehpreis also, aber von Wehmut ist nichts zu spüren. Die TV-Branche feiert – sich und die Preisträger. Zum Finale hat die ARD als Gastgeber sich mit Klaas Heufer-Umlauf, Sandra Maischberger und Bergdoktor Hans Sigl gleich mal ein Moderatoren-Trio gegönnt, und die drei machen ihren Job weitaus besser als Oliver Pocher und Cindy aus Marzahn im Vorjahr.

Danni mit einer Dose „Danni-Kölsch“

Überraschungen gibt es kaum, Skandale gar nicht, „Wiederholungstäter“ dagegen mehrere. Danni Lowinski bekommt zum zweiten Mal den Preis in der Kategorie „Beste Serie“, worauf Hauptdarstellerin Annette Friers sich eine Trainingsjacke mit Lowinski-Schriftzug über ihr traumhaftes Abendkleid streift und auf der Bühne eine Dose „Danni-Kölsch“ köpft. „Auf die fünf schönsten Jahre meines Berufslebens.“ Auch Oliver Welke (Heute-Show) und Joko und Klaas werden bereits zum zweiten Mal geehrt.

Der größte Kreis aber schließt sich bei Susanne von Borsody. Die 57-Jährige, die bei der ersten Fernsehpreis-Verleihung 1999 den Preis für die beste Schauspielerin erhielt, wird für ihre Rolle in „Männertreu“, der auch „Film des Jahres“ wurde, erneut in der gleichen Kategorie ausgezeichnet .

Ganz neu auf der Liste der Preisträger ist dagegen Sasha, der als Mitglied der Show „Sing meinen Song“ den Preis für „Die beste Unterhaltung“ mit nach Hause nehmen darf. Damit gerechnet hat er nicht, darauf gehofft vielleicht schon. „Nach der zweiten, dritten Ausgabe haben wir gemerkt, dass das eine besondere Sendung wird“, sagt er später auf der Party.

Bis spät in die Nacht wird dort gefeiert. Händeschütteln, Küsschen links, Küsschen rechts. „Lange nicht gesehen. Was macht du so? Hast du schon gehört?“. Sternchen mischen sich unter Stars, große Namen unter Gesichter, die man schon mal gesehen hat, aber nicht wirklich einordnen kann. Selbst die zahlreichen Fotografen, die durch die Menge streifen und immer wieder ihre Blitzlichter glühen lassen, gucken sich manchmal etwas ratlos an: „Und wer war das jetzt noch mal?“

Peter Weck mit Currywurst

Den Mann mit dem silbernen Haar allerdings, der sich gerade eine Curry-Wurst schmecken lässt und wenig später lange mit Regisseur Dieter Wedel in einer Ecke plaudert, den kennen sie alle. Peter Weck nimmt erstmals nach dem Tod seiner Frau wieder an einer Gala teil, tapfer lächelnd, aber auch mit dem Eingeständnis: „Das fühlt sich alles noch ein wenig unwirklich an.“

Fernsehpreis Um Peter Weck herum wird gescherzt und geplaudert, geschlemmt und gelästert. Männer sind stolz auf die Frauen, die sie begleiten, und die Frauen sind stolz auf die Kleider, die sie dafür gekauft haben.

Das ist offenbar alles nichts für Reporter-Legende Gert Ruge, der in diesem Jahr den Ehrenpreis der Stifter bekommen hat. Schon kurz nach Ende der Gala klemmt der 86-Jährige sich den Preis unter den Arm und verlässt die Party. Still, unauffällig und bescheiden. Das Ehepaar, an dem er dabei vorbei kommt, ist genau das Gegenteil. Robert und Carmen Geissen, Millionärs-Ehepaar und Hauptdarsteller der RTL2 Doku-Soap „Die Geissens“, die Stunden zuvor als Letzte ins Coloneum gekommen sind – auch weil tobende Fans und Fotografen am Eingang sie nicht gehen lassen wollten.

Nur nach und nach leert sich die Party. „Ciao mach’s gut. Bis zum nächsten Mal.“ Beim Bambi, der Goldenen Kamera, eventuell sogar beim Grimme-Preis. Ja vielleicht sogar beim Deutschen Fernsehpreis, in welcher Form auch immer. Sandra Maischberger jedenfalls hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, denn: „Es ist ja schon so viel begraben worden und doch wiedergekommen!“