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SMS an die Ex

07.02.2008 | 22:15 Uhr

Kurz vor der Hochzeit soll Frankreichs Premier seiner Ex-Frau angeboten haben, alles abzublasen, wenn sie zurück kommen würde. Sarkozy verklagt postwendend Online-Magazin

Paris. "Wenn du zurückkommst, blase ich alles ab": Ein Satz voller Sprengkraft ist das, der - wenn er wirklich so geschrieben wurde - Frankreichs Präsidenten in wenig schmeichelhaftem Licht zeigt. Zyniker oder pathologischer Fall? Das kann man sich aussuchen. Eine SMS, eine Kurzbotschaft per Handy, mit dem zitierten Text, soll er an seine Ex geschrieben haben, acht Tage vor der Hochzeit mit der Neuen. Eine Antwort soll er nicht bekommen haben.

Frankreichs renommiertes Politmagazin "Le Nouvel Observateur" hat dies hinaus posaunt, ohne freilich eine Quelle zu nennen. Aber man kann schon ahnen, wer den Blattmachern die delikate Information zugespielt hat. Offenkundig will sich da eine rächen, die eigentlich zugesichert hatte, auch nach der Scheidung keine schmutzige Wäsche zu waschen und sich doch in keiner Weise daran hält. Schon in einem Buch, das sich gut in den Bestsellerlisten hält, hatte Cecilia recht derb über ihn herziehen lassen, war nur der Form halber juristisch gegen das Machwerk vorgegangen.

Sarkozy reagierte prompt: Er hat die Online-Ausgabe postwendend wegen "wissentlicher Verwendung falscher Informationen" verklagt.

Andererseits: Dass er seiner Ex noch immer nachtrauert, wäre so überraschend nicht. Gegen die Scheidung im letzten Oktober, das ist gerade drei Monate her, hatte sich Sarkozy noch mit aller Macht gestemmt.

Dass er sich kurz danach mit einer anderen tröstete, die der Verflossenen so ähnlich sieht, hat schon Frankreichs Tiefenpsychologen beschäftigt. Tenor: Er kann nicht von ihr lassen. Es ist aber auch zu offensichtlich. Brünette Schönheiten mit dem gleichen Anfangsbuchstaben im Vornamen, ein gutes Stück größer als er selbst, mit Erfahrungen im Modelgeschäft und aus hoch bourgeoiser nicht-französischer Familie - das verbindet sie. Und dass er seiner neuen Flamme Carla den gleichen Dior-Ring schenkte, den er zuvor schon seiner Cecilia verehrt hatte, war für die Psycho-Analysten bereits mehr als nur ein diskreter Fingerzeig.

Aber ach, es geht ja noch weiter: Ausgerechnet nach Petra, die Felsenstadt, war er mit seiner Carla gefahren, dorthin, wo zuvor schon Cecilia mit ihrem Liebhaber, mit dem sie inzwischen wieder zusammen ist, herumgeturtelt hatte. Ein wenig hatte es schon damals den Anschein, als wolle da einer in diesem Augenblick eine Schmach vergessen machen.

Keineswegs so glücklich, wie es der Anlass geboten hätte, habe der Bräutigam bei der Trauungszeremonie im Elysée-Palast am letzten Wochenende gewirkt, heißt es nun auch unter Berufung auf - selbstverständlich - anonyme Zeugen, die angeblich dabei waren. Sogar recht unwirsch soll er überdies geworden sein, als ihm eine Dame aus dem Elysée-Stab noch rasch etwas Wichtiges zustecken wollte. "Brauche ich nicht, all diese Arschlöcher, rutscht mir doch den Buckel runter" - der 7. Himmel war da offenbar weiter weg, als später nach außen kolportiert wurde.

Dass er Mathilde Agostinelli als Trauzeugin erwählt hatte, hatte ohnehin schon verwundert. Die Kommunikationschefin von Prada, Cecilias bevorzugter Modemarke, ist mit der Ex noch immer ganz dick befreundet. Zusammen etwa hatten die Agostinellis und die Sarkozys noch im letzten Sommer Luxus-Ferien an der US-Ostküste verbracht. Als besonders heikel sehen es seine Zuarbeiter an, dass Sarkozy mit Nunmehr-Ehefrau Carla demnächst auch noch Guyane, Frankreichs Vorposten in Südamerika, besuchen will. Dort hatten er und Cecilia im Zoom einbestellter Fotografen bei einer Fahrt im Kanu noch offiziell Versöhnung und wieder gefundenes Liebesglück nach ihrer Affäre zelebriert. Diesmal "ist es für immer", hatte er sich danach noch glücklich vernehmen lassen.

Am liebsten würden sie ihm ausreden, mit Gattin Nummer 3 ausgerechnet in diese sentimental so vorbelastete Weltecke zu reisen. Aber offen wagt das niemand anzusprechen. "Da hört er nicht zu. Schlimmer noch: Da will er nichts hören", zitierte der "Nouvel Observateur" einen Vertrauten. Die erste große Liebe steckt niemand so schnell weg.

Von Joachim Rogge

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