Simply Red bringt vor 30. Band-Geburtstag neues Album raus

Im Herbst geht Mick Hucknall mit seiner Band Simply Red für ein paar Monate auf Jubiläumstour. Sie beginnen in Dänemark und werden dann in Polen, Italien, der Schweiz und den Niederlanden auftreten. In Deutschland sind sie unter anderem in Dortmund und Köln zu sehen.
Im Herbst geht Mick Hucknall mit seiner Band Simply Red für ein paar Monate auf Jubiläumstour. Sie beginnen in Dänemark und werden dann in Polen, Italien, der Schweiz und den Niederlanden auftreten. In Deutschland sind sie unter anderem in Dortmund und Köln zu sehen.
Foto: IMAGO
Simply Red ist wieder da. Mick Hucknall (54) hatte eigentlich Schluss gemacht mit der Musik. Jetzt aber präsentiert er ein neues Album.

Köln.. Man hat ihn länger nicht gesehen, man erkennt ihn dennoch sofort wieder. Schon wegen der immer noch leicht rötlichen, lockigen Haarpracht. Wahrscheinlich verzichtet er deshalb auch auf Nennung seines Nachnamens, sagt stattdessen nur „Hello, I’m Mick“ während er einem zur Begrüßung in einer Kölner Hotel-Suite kurz aber kräftig die Hand drückt.

Dann gähnt Mick Hucknall. „Mal wieder die ganze Nacht gefeiert und spät ins Bett gekommen?“, fragt man. Hucknall lacht. „Nein, aber sehr früh aufgestanden heute.“ Notgedrungen. Um bei einem Auftritt im Frühstücksfernsehen, über das neue Album seiner Band Simply Red zu sprechen. Ein neues Album? Von Simply Red? „Ja“, sagt der 54-Jährige, „ich bin selbst am meisten überrascht.“

Genügend neue Lieder

Denn eigentlich hatte er abgeschlossen mit Simply Red. Hatte sich „ganz entspannt“ mit Frau und Tochter zurückgezogen, sich um Haus und Hof gekümmert, die Familie bekocht oder einfach mal einen Tag auf dem Sofa rumgegammelt und TV-Serien geguckt. „Und ich habe nichts vermisst.“

So wäre es dann wohl auch weiter gegangen, wenn nicht eines Tages sein Manager angerufen und erinnert hätte: „Mick, denk dran. Simply Red hat bald 30. Geburtstag. Sollen wir da nicht mal wieder was machen?“ Und die Plattenfirma hatte auch schon eine Idee: ein Greatest-Hits-Album. Hucknall verzieht das Gesicht. Etwas machen gerne, aber kein Greatest- Hits-Album. „Nicht noch eins.“

Zumindest ein oder zwei Lieder sollten schon neu sein, findet der Mann aus Manchester. Deshalb setzt er sich hin und beginnt zu schreiben. Und nachdem er erst einmal wieder angefangen hat, kann er nicht mehr aufhören. „Irgendwann hatte ich, was ich eigentlich nie wieder haben wollte. Genügend Lieder für ein ganz neues Album.“

R&B trifft „Blue Eyed Soul“

Es klingt über weite Strecken sehr frisch, gleichzeitig aber – schon durch Hucknalls unverwechselbar Stimme – auch sehr vertraut. R&B trifft, was man „Blue Eyed Soul“ nennt, wunderschöne Balladen wechseln mit Jazz oder Funk angehauchten Nummern. Eine Zeitreise in die 1980er oder -90er ist das, als Simply Red weltweit rund 50 Millionen Platten verkauften und einen Grammy und mehrere Brit Awards bekamen. „Ich wollte den Fans geben, was sie wollen“, erklärt Hucknall, „und habe deshalb lange überlegt, wie Simply Red heute klingen würde.“

Dann hat er bei den Jungs von der alten Band angerufen und bis auf den Drummer, der verhindert war, sind sie alle gerne gekommen. Für Mick keine Überraschung. „Es gab ja nie Krach zwischen uns.“ Und am ersten Tag im Studio, erinnert sich Hucknall, „da war es, als seien wir erst gestern auseinander gegangen“.“

Im Herbst geht die Band auf Jubiläumstour. „Ich bin gespannt wie das wird, wieder unterwegs zu sein“, sagt der Brite, weiß aber bereits jetzt: „Der Adrenalinspiegel wird bei jeder Show nach oben schießen. Das wird sich bei mir nie ändern.“ Eines aber wird anders sein. Micks Ehefrau und seine siebenjährige Tochter werden dabei sein, wenn ihre Zeit es zulässt. „Ich nehme meine Mädels mit“, bestätigt der Mann, dem Affären mit 1000 Frauen nachgesagt werden. Also keine wilden Partys mehr nach den Auftritten? Nicht mal kleine Flirts mit den weiblichen Fans? „Das brauche ich alles nicht mehr.“

Auch in Dortmund auf Tour

Ein paar Monate werden sie unterwegs sein, werden in Dänemark beginnen, in Polen, Italien, der Schweiz und den Niederlanden auftreten und in Deutschland unter anderem in Dortmund und Köln zu sehen sein, bevor die Tour kurz vor Weihnachten mit drei Auftritten in London endet. Wird es dieses Mal die letzte Tournee sein? Hucknall ist da vorsichtig geworden. „Sag niemals nie“, zitiert er James Bond. Erst einmal sei nichts geplant, versichert er. „Aber wer weiß, was in zehn Jahren ist? Da wird Simply Red schließlich 40.“