Das aktuelle Wetter NRW 23°C
Panorama

Silvesterparty endet im Inferno

01.01.2009 | 19:19 Uhr

UNGLÜCK. Verheerender Brand in einer Diskothek in Bangkoks Vergnügungsviertel. Decke fing Feuer. Fluchtwege verriegelt.

Fassungslos steht dieser junge Feuerwehrmann vor den Trümmern im Erdgeschoss des Clubs "Santika". Zahlreiche Menschen kamen bei dem Brand in der Silvesternacht ums Leben. (Fotos: ap)

BANGKOK. Es hatte eine rauschende Party werden sollen, doch es endete im Inferno. Bei einem verheerenden Brand in einer Diskothek in Thailands Hauptstadt Bangkok sind mindestens 59 Menschen getötet worden. Nach Polizeiangaben brach das Feuer am frühen Donnerstagmorgen im Santika-Club in dem bei Touristen und Einheimischen beliebten Stadtteil Ekkamai aus. Unter den vielen Verletzten waren auch zahlreiche Ausländer, auf deutsche Opfer gab es keine Hinweise.

Das Feuer brach zwischen Mitternacht und ein Uhr morgens aus, kurz nachdem die Diskobesucher das neue Jahr begrüßt hatten. Das Feuer sei offenbar von einer Bühne ausgegangen, wo eine Band spielte, sagte ein Vertreter der örtlichen Polizei. Die Musikgruppe hatte ihren Auftritt von einem Feuerwerk begleiten lassen. Doch die Raketen und Funken setzen die Decke des Clubs in Brand, wie Überlebende im Internet schildern.

Die meisten Opfer im Erdgeschoss

Zuerst hätten alle gedacht, es sei nur ein Effekt. "Aber dann rief jemand ´´Feuer´´ und Panik brach los", berichtete eine Frau. Alles stürmte zu den Ausgängen. Doch der Rauch verbreitete sich rasend schnell. Nach Polizeiangaben erstickten die meisten der Opfer am Rauch. Einige wurden in der durch das Feuer ausgelösten Panik zu Tode getrampelt.

Unter den Verletzten waren den Angaben zufolge auch mindestens 29 Ausländer, darunter vier Briten, zwei Franzosen und vier Japaner.

Nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin gab es zunächst keine Hinweise auf deutsche Opfer. Die Verletzten wurden in 19 Krankenhäusern Bangkoks versorgt, die meisten von ihnen litten unter Verbrennungen oder Rauchvergiftungen. Der zweistöckige Club brannte vollständig aus. Die Polizei suchte gestern in den verkohlten Trümmern nach Hinweisen.

Die meisten Toten wurden im Erdgeschoss gefunden, wo sich die Bühne befand. Der Club fasst bis zu tausend Menschen. Es war jedoch unklar, wieviele sich zum Zeitpunkt des Unglücks darin aufhielten, unbestätigten Berichten zufolge sollen an der Party rund 400 Gäste teilgenommen haben. Bis zu hundert Menschen versammelten sich gestern vor dem Gebäude, um Informationen über den Verbleib ihrer Freunde und Verwandten zu erhalten. Listen mit Namen der Toten wurden ausgehängt.

Die Feuerwehr machte auch fehlende Fluchtwege für die hohe Opferzahl verantwortlich. Das Gebäude habe nur wenige Ausgänge, und Fenster im ersten Stock seien durch Gitter verriegelt gewesen. Zudem seien einige Opfer im Untergeschoss gefangen gewesen, das nur durch eine enge Treppe zu erreichen war, sagte ein Feuerwehrmann. Nur wer sich in dem Gebäude auskannte, habe durch Hinterausgänge fliehen können. "Aber die anderen hatten keine Chance." (afp)


Kommentare
Aus dem Ressort
Moerser "Spoocha"-App hilft Spendengelder zu erlaufen
Soziales
Laufen für den guten Zweck ist keine neue Idee. Aber mit „Spoocha“ (Sport organisiert Charity) hat der Sponsorenlauf eine neue Dimension gewonnen: Über das Internet können sich Interessierte anmelden und mit jedem Kilometer Geld erlaufen. Sogar Bundeswehrsoldaten im Ausland nehmen teil.
Hunderte Einsätze wegen Gewittern in Bonn und Münsterland
Unwetter
In der Nacht zu Mittwoch haben neue Gewitter für Hunderte Einsätze der Feuerwehr gesorgt. Vollgelaufene Keller und überflutete Straßen hat es vor allem in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis gegeben. Das Münsterland kämpft weiter gegen Folgen des Unwetters vom Montag, in Hessen gab es Flugausfälle.
Toter Junge in einer US-Maschine in Ramstein entdeckt
Fluchtversuch
Tod im Fahrwerk: In Ramstein ist in einer US-Militärmaschine ein toter Junge entdeckt worden. Offenbar hat er sich in Afrika als Flüchtling absetzen wollen. Jetzt fragt sich das Pentagon, ob es Sicherheitslücken gibt. In welchem Land er zugestiegen sein könnte, gab das Pentagon nicht bekannt.
Mallorca als 17. Bundesland: Die seltsamsten Politiker-Ideen
Bundestag
Wenn im Berliner Bundestag die Sommerpause anbricht, können auch Politiker aus der zweiten Reihe endlich Schlagzeilen machen - dabei lassen sich die Hinterbänkler einiges einfallen: Mallorca als 17. Bundesland oder die Ehe auf Zeit. Wie präsentieren die verrücktesten Politiker-Ideen.
An Ebola erkrankter Arzt aus Westafrika erliegt Krankheit
Ebola
Ebola breitet sich in Westafrika aus. Auch Ärzte haben sich schon bei Patienten angesteckt. Ein Mediziner, der möglicherweise in Hamburg hätte behandelt werden können, ist nun gestorben.
Umfrage
Neue Runde in der Affäre Schavan: Norbert Lammert sagt seine Rede an der Uni Düsseldorf ab. Ist das angemessen als Bundestagspräsident?

Neue Runde in der Affäre Schavan: Norbert Lammert sagt seine Rede an der Uni Düsseldorf ab. Ist das angemessen als Bundestagspräsident?