Silikon in der Brust: Noch kein Urteil

Karlsruhe..  Minderwertige Implantate in der Brust: Ungezählte Frauen waren schockiert von dem Gedanken. Eine betroffene Rentnerin klagte und zog bis zum Bundesgerichtshof (BGH). Sie wirft dem TÜV vor, den Hersteller nicht ausreichend überwacht zu haben. Doch das Warten auf ein Urteil geht weiter.

Der BGH hat in der Schmerzensgeldklage am Donnerstag keine Entscheidung getroffen. Vielmehr riefen die fünf Richter den Europäischen Gerichtshof (EuGH) an. Dieser muss nun erst einmal klären, welche Pflichten der TÜV Rheinland bei der Überwachung der französischen Firma Poly Implant Prothèse (PIP) gehabt hätte. Die 64-jährige Klägerin zeigte sich nach dem BGH-Entscheid dennoch zufrieden: „Ich habe jetzt so ein gutes Gefühl gehabt vor dieser Entscheidung und das habe ich auch immer noch.“

PIP hatte jahrelang Brustimplantate mit billigem Industriesilikon gefüllt anstatt mit dem dafür zugelassenen Material. Schätzungen zufolge waren weltweit 100 000 Frauen betroffen, 5000 allein in Deutschland. Auch die Klägerin hatte sich 2008 nach einer OP zur Krebsvorsorge PIP-Implantate einsetzen lassen. Der PIP-Gründer war 2013 zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Die Firma ist seit Langem pleite.