Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Geiselnahme

SEK findet fünf Tote nach Geiselnahme in Karlsruhe

04.07.2012 | 10:15 Uhr
Rund 200 Polizisten sind im Einsatz bei der Geiselnahme in Karlsruhe.Foto: dapd

Karlsruhe.  Bei einer Geiselnahme in Karlsruhe sind fünf Menschen getötet worden. Ein Mann hatte während einer Zwangsräumung Geiseln genommen. Die Polizei hatte die Wohnung gestürmt. Die Polizei hat fünf Leichen entdeckt. Unter den Toten soll neben dem Täter auch ein Gerichtsvollzieher sein.

Bei einem Geiseldrama in einer Karlsruher Wohnung sind am Mittwoch mehrere Menschen getötet worden.Foto: StepMap
Info
Geiselnehmer hatte Morde offenbar geplant

Bei der Geiselnahme in Karlsruhe hat der Täter zwei der Opfer regelrecht hingerichtet. Ein dritter Mann starb offenbar, als er versuchte, dem Geiselnehmer die Waffe zu entreißen. Der tötete auch seine Lebensgefährtin und sich selbst. Die Opfer waren gekommen, um eine Zwangsräumung zu vollstrecken.

Bei einem Geiseldrama in einer Karlsruher Wohnung sind am Mittwoch mehrere Menschen getötet worden. Die Polizei hat am Mittag ein fünftes Todesopfer entdeckt, nachdem sie zuvor von vier Opfern ausgegangen war. Vermutlich handele es sich bei dem fünften Opfer, das laut Polizei wie die anderen Schussverletzungen aufwies, um die Inhaberin der Wohnung. Unter den übrigen Opfern seien ein Gerichtsvollzieher und der Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes. Die Identifizierung zweier weiterer Leichen stehe noch aus, vermutlich sei darunter auch der Geiselnehmer selbst. "Wir gehen davon aus, dass der Geiselnehmer und die Geiseln tot sind", sagte ein Polizeisprecher in Karlsruhe.

Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei war am Mittag nach einer Eskalation der Lage angefordert worden. Das Drama begann am Morgen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wollte der Gerichtsvollzieher gegen 9.00 Uhr die Wohnung im Kanalweg betreten. Dabei war er vermutlich in Begleitung des neuen Inhabers, eines Mitarbeiters eines Schlüsseldienstes und des Hausmeisters. Mehrere Schüsse seien gefallen, sagte der Sprecher unter Berufung auf Aussagen von Anwohnern und Einsatzkräften.

Die Polizei ging zunächst davon aus, dass sich neben dem Gerichtsvollzieher auch dessen Begleiter in der Gewalt des Geiselnehmers befanden. Ob es sich bei dem Täter um den Mieter handelt, ist noch unklar. Stundenlang hatten die Beamten zunächst keinen Kontakt zum Geiselnehmer, dann erfolgte der Zugriff.

Schule und Kindergarten geräumt

Eine Verhandlungsgruppe und Spezialkräfte waren den Angaben zufolge im Einsatz. Der Tatort wurde in einem Umkreis von 400 bis 500 Metern abgesperrt. Die Polizei räumte mehrere Wohnhäuser, eine Schule und einen Kindergarten.Wie viele Anwohner von der Räumung betroffen waren, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Bei dem Kanalweg in der Karlsruher Nordstadt handelt es sich um eine große, breite Straße in einem ehemaligen Wohnviertel der US-Armee.

Baden-Württembergs Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) hat sich entsetzt über das tödliche Geiseldrama gezeigt. "Ich bin zutiefst erschüttert über den Tod von fünf Menschen, unter denen sich auch ein Gerichtsvollzieher des Amtsgerichts Karlsruhe als Justizbediensteter befindet", sagte Stickelberger in Stuttgart. Seine Anteilnahme gelte den Familien und den Angehörigen aller Opfer dieser "unbegreiflichen Tat". Stickelberger versicherte, die Behörden würden alles daran setzen, "das schreckliche Verbrechen schnellstmöglich aufzuklären". (dapd)

Geiselnahme in Karlsruhe

 



Aus dem Ressort
Hitler-Gruß am Gymnasium - Polizei ermittelt gegen Schüler
Nazi-Umtriebe
Neuntklässler kleben sich Hitlerbärte ins Gesicht und heben den rechten Arm zum Gruß. Was eventuell als geschmackloser Auswuchs pubertären Leichtsinns begann, hat Konsequenzen: Die Polizei ermittelt an einem Gymnasium in Sachsen-Anhalt. Die Schulleitung sagt, sie sei von den Vorfällen überrascht.
Großeinsatz zur Suche nach verschleppten Studenten in Mexiko
Polizei
Tausende Polizisten fahnden mittlerweile nach den jungen Leuten, die seit mehr als einem Monat spurlos verschwunden sind. Der mutmaßliche Drahtzieher des Verbrechens wird auf der ganzen Welt gesucht. Die Angehörigen der Vermissten haben das Vertrauen in die Regierung allerdings längst verloren.
FBI-Ermittler nehmen mutmaßlichen Polizistenmörder fest
Fahndungserfolg
Zehn Namen stehen auf der FBI-Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher. Einer dieser Namen ist nun mit dem Hinweis "Geschnappt" versehen: Den Ermittlern der US-Bundesbehörde FBI ist nach wochenlanger Fahndung ein mutmaßlicher Polizistenmörder ins Netz gegangen.
Mehrere Tote nach Absturz auf Flughafengebäude in Kansas
Unglück
Die Bilder lassen das Schlimmste befürchten. Dicke, schwarze Rauchschwaden quellen nach einem Flugzeugabsturz aus einem Airport-Gebäude im US-Bundesstaat Kansas. Vier Menschen sterben - aber viele können sich offenbar in Sicherheit bringen.
Die Kriminalgeschichte des Uli Hoeneß auf 50 Seiten
Steuerhinterziehung
Auf 50 Seiten dröselt das Landgericht München II den Fall des Steuerhinterziehers Uli Hoeneß nun auch öffentlich auf. Ein brisantes Detail ist der Wortlaut der Selbstanzeige des früheren Bayern-Präsidenten. Sie brachte die Ermittlungen erst ins Rollen.
Umfrage
Samstag ist Feiertag, die Geschäfte haben geschlossen - dafür sind am Sonntag in vielen Städten die Geschäfte geöffnet . Was halten Sie von verkaufsoffenen Sonntagen?

Samstag ist Feiertag, die Geschäfte haben geschlossen - dafür sind am Sonntag in vielen Städten die Geschäfte geöffnet. Was halten Sie von verkaufsoffenen Sonntagen?