Ségolène Royals Kampf gegen Nutella

Paris..  „Eine große Tasse Milchkaffee und ein Nutella-Brot, wie jeden Morgen“, antwortet Patrick ein wenig verwundert auf die Frage, was er zum Frühstück hatte. Der 18-jährige Schüler war gestern Morgen auf dem Weg zur großen Philosophieklausur, mit der in Frankreich traditionell die Abiturprüfungen beginnen. Dass Umweltministerin Ségolène Royal ihre Landsleute zu einem Nutella-Boykott aufgerufen hat, ist ihm entgangen. „Man muss aufhören, Nutella zu essen“, hatte sie in einer Fernsehsendung gefordert. Der Ministerin ist es ein Dorn im Auge, dass der Schoko-Brotaufstrich Palmöl enthält, zu dessen Gewinnung tropische Wälder gerodet werden.

Nutella ist in Frankreich genauso beliebt wie in Deutschland. Großer Beliebtheit erfreut sich allerdings auch Ségolène Royal.

Nutella-Hersteller Ferrero erinnerte daran, dass man sich bereits vor zwei Jahren zur Benutzung von nachhaltigem Palmöl verpflichtet habe. Der Rohstoff wird nicht mehr durch Rodung, sondern auf eigens angelegten Plantagen gewonnen. Umweltschützern reicht das jedoch nicht. Fest steht: Das Image von Ferrero dürfte durch Royals Boykott-Aufruf weiter leiden.