Schweigeminute für die Opfer von Winnenden
18.03.2009 | 22:15 Uhr 2009-03-18T22:15:00+0100
Stuttgart. In ganz Baden-Württemberg ist am Mittwoch der 15 Toten von Winnenden und Wendlingen gedacht worden. Die Eltern eines Opfers machten den Vater des Täters unterdessen mitverantwortlich für das Verbrechen. Politiker fordern einen verbindlichen Pressekodex.
In ganz Baden-Württemberg ist am Mittwoch der 15 Toten von Winnenden und Wendlingen gedacht worden. In Behörden, Schulen und im Stuttgarter Landtag wurde um 10 Uhr an die Menschen erinnert, die vom Amokläufer Tim K. vor einer Woche ermordet wurden. Beim Daimler standen die Bänder still, der Südwestrundfunk unterbrach sein Programm. Bei der zentralen Trauerfeier am Samstag in Winnenden werden bis zu 100.000 Teilnehmer erwartet.
Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) beklagte eine Woche nach der Bluttat eine Verrohung und moralische Verwahrlosung. Er sagte, es sei «nicht nur das unmittelbare Tatgeschehen allein, das uns erschreckt». Da seien auch Reaktionen in Internetchats, die ein erschreckendes Maß an Verrohung und moralischer Verwahrlosung offenbarten.
Weitere Beisetzungen von Opfern
Oettinger sagte, notwendig sei eine Kultur der Aufmerksamkeit, der Achtsamkeit und der persönlichen Zuwendung, um menschlichen Tragödien entgegenzuwirken. Der Ministerpräsident dankte den Helfern - vor allem jenen, die «geistesgegenwärtig, tapfer und teilweise heldenhaft» womöglich ein noch schlimmeres Blutbad verhindert hätten.
Auf dem Friedhof in Weiler zum Stein - aus dem Ort kommt auch der Amokläufer Tim K. - wurden zwei weitere Schülerinnen beigesetzt, in Backnang die dritte Lehrerin. Die Eltern eines Opfers machten den Vater des Täters unterdessen mitverantwortlich für das Verbrechen. «Wie kann der einfach eine Waffe im Schlafzimmer herumliegen lassen», sagte Gerd M. der Illustrierten «Bunte» zufolge. Er ist Vater der erschossenen Referendarin Nina M.
Geisel verhinderte größeres Blutbad
Zu den 15 Opfern des Amokläufers sagte die Mutter der 24-jährigen Lehrerin: «Es sind viel mehr Menschen gestorben. Der Täter hat auch unser Leben vernichtet. Das Leben, das wir hatten, gibt es nicht mehr.» Auch die Angehörigen der anderen Opfer seien alle aus der Bahn geworfen. Tim K. habe die erschossenen Lehrerinnen nicht gekannt und sich deshalb auch nicht an ihnen für «irgendetwas rächen können».
Die Geisel des Amokläufers verhinderte offensichtlich ein noch größeres Blutbad. Während der knapp zweistündigen Irrfahrt habe ihn K. gefragt: «Meinst du, wir finden noch eine andere Schule?», wurde Igor Wolf vom Magazin «Stern» zitiert. Geistesgegenwärtig habe Wolf das Thema gewechselt.
Wolf geriet am Mittwoch vor einer Woche vor der Psychiatrischen Landesklinik Winnenden in die Gewalt von K., als er dort in seinem Auto auf seine Frau wartete. Nur Minuten zuvor hatte der 17-Jährige in der Albertville-Realschule neun Schüler und drei Lehrerinnen getötet.
Trittbrettfahrer in Stuttgart verurteilt
Die zentrale Trauerfeier mit einem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen St.-Karl-Borromäus-Kirche in Winnenden wird am Samstag auch in Hallen, Stadien und Kirchen und in umliegende Gemeinden übertragen. Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben ihre Teilnahme angekündigt. Sie wollen sich nach der Feier mit Angehörigen der Toten treffen.
Unterdessen verurteilte das Stuttgarter Amtsgericht einen Trittbrettfahrer zu fünf Monaten Haft auf Bewährung, wie eine Sprecherin berichtete. Der 24-jährige Mann hatte am Tag der Bluttat im Internet eine ähnliche Tat an einer Berufsschule im benachbarten Waiblingen angekündigt.
Innenminister Heribert Rech sagte dazu, er begrüße «die schnelle Verurteilung der skrupellosen Trittbrettfahrer». Jedem potenziellen Nachahmer müsse klar sein, dass seine Geltungssucht eine Straftat sei und die Polizei alles daran setze, die Täter zu ermitteln. «Von 82 Amokdrohungen sind schon jetzt 61 geklärt und ich hoffe, die anderen werden ihrer Bestrafung nicht entgehen», sagte Rech.
Familienministerin: Keine vorschnellen Antworten
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) warnt nach dem Amoklauf vor übereilten Lösungen. In den vergangenen Jahren seien sowohl das Waffengesetz als auch der Jugendschutz schon verschärft worden, sagte die Ministerin am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde des Bundestages in Berlin zum Amoklauf vor einer Woche in Baden-Württemberg. Sie betonte, die Gesetze zur Prävention seien da. Wichtig sei, sie umzusetzen. Und nötig sei auch, die «Erziehungspartnerschaft» zwischen Schule und Elternhaus auszubauen.
«Wir stehen fassungslos, sprachlos da», betonte von der Leyen mit Blick auf die 15 Opfer des Amoklaufes und mahnte, «der Trauer auch Zeit zu geben, die sie braucht». Mit gebotenem zeitlichen Abstand sollten dann Konsequenzen beraten und gezogen werden. Forderungen nach deutlich mehr technischen Sicherheitseinrichtungen an Bildungseinrichtungen lehnte die Ministerin ab. Schulen sollten nicht zu «Orten der Angst» gemacht werden, sagte sie.
Politiker fordern nach Winnenden verbindlichen Pressekodex
Nach der ausufernden Berichterstattung über den Amoklauf werden Rufe nach einer Selbstbeschränkung der Medien lauter. Die SPD-Medienexpertin Monika Griefahn regte am Mittwoch an, dafür die im Pressekodex enthaltene Selbstverpflichtung der Presse zu überarbeiten und endlich verbindlich zu machen. Auch der CDU-Abgeordnete Reinhard Grindel sah «Anlass für eine neue Diskussion im Bereich der Medien».
In der Aktuellen Stunde des Bundestages sagte Griefahn, Herausgeber und Verlage sollten sich «an einen Tisch setzen» und die ethischen Grundsätze des Pressekodex weiterentwickeln. 1973 waren die publizistischen Grundsätze vom Deutschen Presserat vorgelegt und zuletzt 2006 überarbeitet worden. (ddp/ap)
22:09
es tut echt weh das die unschuldigen menschen sterben mussten es ist echt schlimm für die eltern und geschwistern und verwanten
der amokläufer ist nicht mehr nornal gewessen es ist einfach nicht zu glauben die ganzen leute weinen es tut echt weh es zu sehn das viele familien so viel schmerz ertragen müssen musste nicht sein
07:25
Frage : Wie kann man mit einer CD-Rom zum Massenmörder werden ???
In den Medien werden Nur die Killerspiele zum Schuldigen gemacht.
Aber ohne WAFFEN hätten Massenmörder keine schanze.
Es sind die WaffenLobbyisten die
Massenmörder züchten.
Nur ein Totales Waffen verbot wird helfen.
Und jetzt wollen die Politiker fordern nach Winnenden verbindlichen Pressekodex
auf Deutsch die Pressefreiheit einschränken.
Ja wo Leben wir den in einem Stasi Staat ?
06:59
Ursula ist so müde,sie schläft im Stehen.