Schwarzer verweigert Aussage im Kachelmann-Prozess
09.02.2011 | 15:56 Uhr 2011-02-09T15:56:00+0100
Mannheim. Sonst war sie Beobachterin des Kachelmann-Prozesses, heute wurde sie zur Zeugin. Doch Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hat die Aussage verweigert. Derweil haben zwei Gutachter den Wetter-Moderator entlastet.
Im Verfahren gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung haben zwei Gutachter die Aussagen des angeblichen Opfers zum Tathergang als unglaubwürdig dargestellt. Ihre Angaben würden vom Verletzungsbild nicht eindeutig gedeckt, sagten die Gutachter am Mittwoch vor dem Landgericht Mannheim. Unterdessen verweigerte die als Zeugin geladene Journalistin Alice Schwarzer die Aussage.
Die Ex-Freundin des Wettermoderators hatte Kachelmann angezeigt, weil er ihr vor einem Jahr nach einem Beziehungsstreit ein Messer an den Hals gehalten und sie vergewaltigt haben soll. Der vom Gericht bestellte Rechtsmediziner Rainer Mattern sagte dazu, er halte es „für nicht vorstellbar“, dass der 34-Jährigen das Messer ununterbrochen an den Hals gedrückt worden sei. Dagegen spreche die Verletzung am Hals. Die rund zwei Zentimeter breite Rötung sei nur durch mehrfaches Andrücken des Messerrückens vorstellbar.
„Opfer könnte sich Wunde selbst beigebracht haben“
Ähnlich äußerte sich der von der Verteidigung bestellte Kölner Rechtsmediziner Markus Rothschild. Es sei „ausgesprochen unwahrscheinlich“, dass solch eine Verletzung auf Grundlage der Angaben des mutmaßlichen Opfers entstehen könne. Der Täter hätte den knapp einen Millimeter breiten Messerrücken dem Opfer bis zu 20 Mal nebeneinander an den Hals drücken müssen, damit solch ein Verletzungsbild entstehen könne. Rothschild zufolge hätten sich am Messerrücken dann auch Gen-Spuren des Opfers finden müssen. Doch dies war nicht der Fall. Solche Anhaftungen würden auch nicht abfallen, wenn das Messer etwa auf den Boden geworfen würde.
Dass sich das mutmaßliche Opfer die Wunde selbst beigebracht haben könnte, hielten beide Gutachter für ebenso möglich, wie bei Kratzern am Bauch sowie Blutergüssen an den Oberschenkeln der 34-Jährigen. Die Blutergüsse könnten demnach durch einen stumpfen Gegenstand wie etwa einen Hammerstil entstanden sein, aber auch durch Kneifen in die Haut.
Rothschild zeigte sich zudem erstaunt, dass die 34-Jährige bei ihrer Erstuntersuchung nicht auf die Blutergüsse zu sprechen kam und sie dann damit erklärte, Kachelmann habe sich beim Geschlechtsverkehr auf sie gelegt, dabei könnten sie wohl entstanden sein. Sie habe sie aber zunächst nicht bemerkt. Rothschild bezeichnete dies wegen der Größe der Blutergüsse als „schwer nachvollziehbar“.
Schwarzer verweigerte die Aussage
Der mit Spannung erwartete Auftritt Alice Schwarzers als Zeugin in dem Prozess fiel dann am Nachmittag kurz und unspektakulär aus. Schwarzer, die über ihre Kontakte zu Günter Seidler, dem Therapeuten des mutmaßlichen Opfers, aussagen sollte, machte von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht als Journalistin Gebrauch. Daraufhin wurde sie aus dem Zeugenstand entlassen.
Kachelmanns Verteidiger Johann Schwenn hatte die Vernehmung beantragt, weil Seidler solche Kontakte zu Schwarzer bestritt. Schwenn wollte mit dem Antrag Prozessbeobachtern zufolge die Glaubwürdigkeit des Therapeuten erschüttern. Seidler geht davon aus, dass Kachelmanns Ex-Freundin vergewaltigt wurde und attestierte ihr ein posttraumatisches Belastungssyndrom.
Der Prozess vor der 5. Großen Strafkammer des Landgerichts Mannheim ist bis Ende März terminiert. Die Prozessbeteiligten werden zudem in die Schweiz reisen, um dort eine weitere Ex-Freundin zu Kachelmanns Sexualverhalten zu befragen. Die Frau hatte sich vor kurzem bei den Schweizer Behörden gemeldet und gilt als mögliche Belastungszeugin. (afp)
08:27
Die Überschrift einer anderen großen Bildungszeitung ist passend:
Sie sind ein Scherz, einfach nur lachhaft!!!!
20:54
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19:42
Der Prozeß sollte mit Freispruch abgeschlossen werden, denn ein faires Urteil ist nicht mehr zu erwarten, die Sache ist zu verworren.
18:52
#3 von akaz ,
Frau Schwarzer hält die Klappe, dass ich das noch erleben durfte.
aber nur aus Feigheit damit ihre Schmutzigkeit nicht auffliegt.
18:24
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18:21
Bernd Bruns: Tritt BILD nicht kämpferisch für die Rechte der Frauen ein ? Oder ist das die Zeitung, die da eher die Männer lüstern macht, mit den nackerten Weibsbildern ?
So kann es kommen mit der guten alten Tante Emma: Jung an Jahren gegen den Sexismus angeschrieben; nun selbst für`s Schmuddelblatt schmieren. Aber so ist das nun mal, wenn ein Boulevardblatt vom Leid- zum Leitmedium geworden ist....
17:53
Es ist ein Armutszeugnis, dass diese Frau mit ihrer politischen und journalistischen Sozialisation heute für die BLÖD-Zeitung schreibt.
Pecunia non olet: Geld stinkt nicht.
17:30
Ja, jeder sollte seine Meinung frei äußern. Bis auf Journalisten. Diese sollen objektiv Bericht erstatten, um so Dritten die Möglichkeit einer eigenen Meinungsfindung/-bildung zu ermöglichen. Gerade das macht Frau Schwarzer nicht. Sich auf die journalistische Schweigepflicht zu berufen, ist unfair und parteiisch. Nun sollte Frau Schwarzer auch die Größe haben, weiterhin sich in Schweigen zu hüllen - auch - wenn es um die Berichterstattung im Falle Kachelmann geht.
17:21
Ach sonst ist SIE doch das Sprachrohr für alles und Blöd.
Sagt doch alles über diese Frau aus.
17:11
ruhrgebieti , gibt es denn irgendwelche Vorschriften das Frau Schwarzer objektiv berichten muss.
Frau Friedrichsen vom Spiegel wünscht sich Zb. das Herr Kachelman frei gesprochen wird.Das ist auch nicht objektiv.
Ich finde jeder sollte seine Meinung in Deutschland frei äussern