Schicke Panzermode für kleine Schildkröten

Besonders beliebt ist das Kürbismotiv zu Halloween.
Besonders beliebt ist das Kürbismotiv zu Halloween.
Foto: Katie Bradley
Die Amerikanerin Katie Bradley häkelt Pullover für Schildkröten. Ihre außergewöhnliche Mode hat bereits hunderte Fans auf der ganzen Welt.

Washington.. Zugegeben, es ist eine verrückte Idee, für die wahrscheinlich nur Schildkrötenliebhaber zu begeistern sind: Schildkrötenmode. Die Erfinderin des Ganzen ist Katie Bradley aus den USA. Sie häkelt Panzermode in verschiedenen Farben und Formen, um sie den Tieren anzuziehen.

Hunde und Katzen, die Hemdchen tragen sind durchaus schon eine Kategorie für sich, bei der die eigenwillige Tierliebe keine Grenzen kennt. Doch auch bei Landschildkröten scheint der Trend mittlerweile angekommen zu sein, wenn die Reptilien mit einem Wikingerhelm auf dem Panzer durch das grüne Gras schleichen.

Wenn es Kleidung für Hunde und Katzen gibt, muss das auch für Schildkröten machbar sein, dachte sich die 34-jährige Katie Bradley aus den USA und machte sich an die Arbeit. Vor drei Jahren häkelte sie das erste Schildkrötenhemdchen für die eigenen Reptilien. „Ich habe einige Fotos davon ins Internet gestellt, und schnell wurden mir persönliche Anfragen gestellt, ob ich diese Pullis auch für andere häkeln könne“, erzählt sie.

Bis zu 300 Bestellungen gleichzeitig

Tausende Hemdchen hat sie bislang gehäkelt. Doch wozu brauchen Schildkröten überhaupt eine Kleidung? Im verrückten Amerika werden Bradleys Stücke zu Schildkrötenpartys oder auf Spaziergängen getragen. Ein wenig merkwürdig findet das offensichtlich auch die Designerin. Die Kleidung soll ihrer Meinung nach auch nicht ständig getragen werden: „Meine Pullis sind rein zum Spaß gedacht.“

Humor beweist die 34-Jährige bei den eigenen Schildkröten, die „nackt“ im heimischen Außengehege leben, an dem das Schild „FKK“ angebracht ist. Bekleidet werden ihre Lieblinge meist zu „Modelzwecken“, um die neuesten Stücke der Kundschaft im Internet zu präsentieren. Dabei nehmen die Tiere fast schon menschliche Züge an, wenn es um die Wünsche der Kunden geht: „Ich bringe meine Schildkröte zum Erntedankfest. Könnten Sie mir einen Pulli häkeln, der aussieht wie ein Apfel?“ ist nur ein Wunsch von vielen, den die Amerikanerin erfüllt. Gerade vor Feiertagen hat sie mit etwa 300 zeitgleichen Bestellungen alle Hände voll zu tun. Unterstützung bekommt sie dann von zwei weiteren Häkeldamen, doch die Details bleiben Chefsache.

Weltweites Angebot

Ihre Hauptarbeit ist das Häkeln aber dennoch nicht. „Ich bin Mutter von drei Kindern. Mein Mann und meine Familie sind mein Lebensmittelpunkt“, sagt die 34-Jährige. Großaufträge von Tierbedarfs-Firmen hat sie immer wieder abgelehnt, denn so lange sie mit den Bestellungen mithalten könne, werde sie die Produktion alleine meistern.

Ihre Kunden stammen aus allen Teilen der Erde: von Australien bis Finnland, von Japan nach Südafrika. Mit so vielen „verrückten“ Schildkrötenfans hat selbst Katie Bradley nicht gerechnet, als sie mit dem Häkeln angefangen hat. Mittlerweile verbreitet sich das Angebot weltweit über ihre Facebook-Seite im Internet. Knapp 4000 Fans hat sie dort, die unter anderem Fotos von den eigenen Kröten samt Pullover posten und dem Spaß ziemlich ernst nehmen. Der Preis für so einen Schildkrötenpulli liegt umgerechnet zwischen 15 und 26 Euro, je nach Größe des Tieres.

Wenn die Anfragen so weitergehen, wo sieht Katie Bradley ihre Mode in zehn Jahren? „Ganz ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob ich in zehn Jahren noch für Schildkröten Pullis häkele“, sagt sie. Vielleicht steige sie auch auf die Fotografie um und veröffentlicht Fotobücher von ihrer „Mode“, wenn sie Zeit dafür findet.

Die Schildkrötenpullis können im Onlineshop unter www.mossytortoise.etsy.com bestellt werden. Für Fans hat die Designerin auch eine Facebook-Seite mit allen aktuellen Neuigkeiten eröffnet: www.facebook.com/mossytortoise

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