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Schauspieler Wentworth Miller sagt Russland-Reise nach Outing ab

22.08.2013 | 17:01 Uhr
Schauspieler Wentworth Miller sagt Russland-Reise nach Outing ab
Wentworth Miller hat seine Teilnahme an einem Filmfestival im russischen St. Petersburg abgesagt und gleichzeitig erstmals öffentlich erklärt, er sei schwul.Foto: getty

London.  Der britische Schauspieler Wentworth Miller hat sich als schwul geoutet und gleichzeitig seine Teilnahme an einem Filmfestival in Russland wegen der Anti-Homosexuellen-Gesetze abgesagt. Zuvor hatte bereits der deutsche Dramaturg Marius von Mayenburg auf einen Russland-Aufenthalt verzichtet.

Unter Kulturschaffenden wächst der Protest gegen die umstrittenen Anti-Homosexuellen-Gesetze in Russland. Der britische Schauspieler Wentworth Miller (41) sagte seine Teilnahme an einem Filmfestival im russischen St. Petersburg im September ab. Gleichzeitig erklärte er erstmals öffentlich, er sei schwul. "Als jemand, der vergangene Besuche in Russland genossen und auch familiäre Wurzeln dort hat, hätte ich gerne zugesagt. Aber als schwuler Mann muss ich ablehnen", schrieb Miller in einem Brief an die Festivalmacher, den die schwul-lesbische Organisation GLAAD am Mittwoch auf ihrer Internetseite veröffentlichte.

Der Darsteller der US-TV-Serie "Prison Break" (2005-2009) kritisierte in dem Brief das Anti-Homosexuellen-Gesetz der russischen Regierung, das positive Äußerungen vor Minderjährigen über Homo-, Bi- oder Transsexualität unter Strafe stellt.

Brief bei Festivalveranstalter nicht angekommen

Die Festivalveranstalter sprachen von einer "Überraschung". In St. Petersburg sei der erwähnte Brief nicht angekommen, vielmehr habe Miller seine Absage mit einem dichten Terminkalender begründet, sagte Organisator Alexej Dunajewski am Donnerstag der Agentur Interfax. "Uns liegen von ihm keine politischen Erklärungen vor."

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Wer im Beisein von Kindern über Homosexualität spricht, riskiert in Russland künftig hohe Geldstrafen. Ein entsprechendes, international umstrittenes Gesetz wurde am Dienstag von der Staatsduma in Moskau fast einstimmig angekommen. Bürgerrechtler warnen vor einer Atmosphäre des Hasses.

Die Organisation GLAAD begrüßte die Entscheidung des Schauspielers ("Resident Evil - Afterlife") und forderte weitere Prominente auf, die russischen Gesetze zu verurteilen. Millers "mutiges Zeichen der Unterstützung" sende machtvolle Signale an die Menschen in Russland, die unter Gewalt und Verfolgung litten, erklärte ein Sprecher der Gruppe am Donnerstag im "Daily Telegraph".

Auch von Meyenburg sagte Russland-Besuch ab

Am Mittwoch hatte der deutsche Dramaturg und Regisseur Marius von Mayenburg (41) einen Aufenthalt als Theatermacher in Moskau abgesagt. "Ich arbeite regelmäßig mit vielen homosexuellen Künstlern, mit denen ich befreundet bin und denen ich mich verbunden und verpflichtet fühle. Ich könnte nicht in ein Land reisen, in dem sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung staatlich diskriminiert werden", hatte er in einem Brief erklärt. Von Meyenburg ist Dramaturg an der Berliner Schaubühne.

International hatten bereits viele Künstler gegen das von Kremlchef Wladimir Putin unterzeichnete Gesetz gegen "Propaganda" von Homosexualität protestiert. Anfang des Monats rief der britische Schauspieler und Autor Stephen Fry zum Boykott der Olympischen Winterspiele in Sotschi auf. Der US-amerikanische Moderator Andy Cohen hatte erklärt, nicht von der "Miss Universe"-Show in Moskau zu berichten, da es sich nicht richtig anfühle, "als schwuler Mann einen Fuß nach Russland zu setzen". (dpa)



Kommentare
23.08.2013
17:42
Schauspieler Wentworth Miller sagt Russland-Reise nach Outing ab
von unweit | #3

Finde diese Stellungnahme eigentlich nur logisch und damit auch mehr oder weniger selbstverstaendlich und auch wohl fuer sich sprechent. Kann mich dann auch nicht wirklich darueber begeistern.

22.08.2013
17:54
Schauspieler Wentworth Miller sagt Russland-Reise nach Outing ab
von Bifstek | #2

Niemand wird gezwungen, in eins der schönsten, vielfältigsten und gastfreundlichsten Länder zu reisen. Versaut uns aufgeklärte Menschen nicht unser Image bei den Russen! Fahrt nach Nordkorea. Kuba oder eins der über 50 islamistisch regierten Ländern. Da könnt ihr eure kranken Gelüste so richtig masochistisch ausleben!
Aber gegen Raucher mobil machen!

4 Antworten
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Name von Moderation entfernt | #2-1

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Schauspieler Wentworth Miller sagt Russland-Reise nach Outing ab
von OTBO | #2-3

Selten dummer Kommentar. Die Diskriminierung von Schwulen und Lesben in Russland mit dem Rauchverbot in Deutschland gleichzusetzen zeugt nicht nur von Dummheit. Er zeigt, dass einige immer noch nicht verstanden haben, was Menschenrechte bedeuten. Und sich dann auch noch als "aufgeklärt" zu bezeichnen ist der Gipfel der Unmündigkeit. Russland mag ein schönes Land sein, mit schönen Landschaften und tollen Menschen, die gastfreundlich sind. Für einen denkenden Menschen kann Russland aber nur eine Diktatur sein, die Menschen mit fragwürdigsten Methoden aus dem Weg räumt, Demokratie zurecht biegt, dass es einer bestimmten Klasse gut geht und munter Terrorstaaten unterstützt, solange die auf russischer Linie sind. Nicht nur Schwule und Lesben leiden unter den unwürdigen Gesetzen dort. Sie sind nur eine Gruppe, die auch zu Tode geprügelt und gefoltert werden kann und keiner kümmert sich. Von daher ist die Absage des Schauspielers nur konsequent und verdient Respekt.

Schauspieler Wentworth Miller sagt Russland-Reise nach Outing ab
von seew1 | #2-4

Vox Rindvieh! Peinlicher Kommentar!

22.08.2013
17:36
Schauspieler Wentworth Miller sagt Russland-Reise nach Outing ab
von BigLA | #1

Egal welcher Art Sexualität man lebt, da würde ich aus Prinzip schon nicht hin wollen...
Außer man möchte eine Geschichtszeitreise nach 33 auf russisch ;)

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