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Sascha Hehn wird beim ZDF „Traumschiff“-Kapitän

10.10.2012 | 17:53 Uhr
Sascha Hehn wird beim ZDF „Traumschiff“-Kapitän
Sascha Hehn wird "Traumschiff"-Kapitän.Foto: dapd

München.   Jahrelang war er weg vom Bildschirm. Jetzt kehrt Schauspieler Sascha Hehn in einer Reihe zurück, bei der er seine größten Erfolge feierte. Der Münchner heuert auf dem „Traumschiff“ als Kapitän an. Die Zeit für ihn scheint reif.

Plötzlich war er weg vom Bildschirm. Dabei schien Sascha Hehn auf ewig ein Liebling der Frauen zu sein, und des Boulevards. In den 80ern war der einstige „Bravo“-Boy der Serien-Star schlechthin. Vor gut zehn Jahren kam der Absturz. TV-Rollen wurden rar. Der Film-Beau war kaum noch zu sehen, bestenfalls zu hören – ausgerechnet als deutsche Stimme des grünen Schmunzel-Unholds Shrek. Jetzt heißt es für ihn: Schreck, lass nach. Hehn heuert wieder dort an, wo er seine größten Erfolge feierte: Auf dem „Traumschiff“ wird er Kapitän.

Eine spezielle Form öffentlich-rechtlichen Humors

Sein Engagement auf dem „Traumschiff“ wirkt wie eine spezielle Form von öffentlich-rechtlichem Humor: Das ZDF verjüngt das Traditionsformat mit einem Mann, der am heutigen Mittwoch 58 wird.

Traumschiff
Das Traumschiff fährt weiter unter deutscher Flagge

Der Streit ist beigelegt: Die als "Traumschiff" bekannte "MS Deutschland" wird auch zukünftig unter deutscher Flagge unterwegs sein. Die Reederei hat die Pläne, das Schiff unter maltesischer Flagge fahren zu lassen, offiziell aufgegeben. Zuvor hatte sich die Mannschaft an höchster Stelle beschwert.

Zugegeben: Frauenschwarm Hehn sieht immer noch unverschämt gut aus, glatt das Gesicht, voll das Haar, nur sein Bart ist grau. Zugegeben auch: Hehn ist im Vergleich zu seinem Vorgänger Siegfried Rauch ein Jungspund. Der ehemalige Hollywood-Star („Le Mans“) geht mit Folge 70 in Haifa, Israel, von Bord. Rauch ist inzwischen 80.

Langzeit-Besetzungen haben Tradition bei dem Langzeit-Format. „Traumschiff“-Produzent Wolfgang Rademann hält älteren Semestern gern die Treue. Heinz Weiss, beispielsweise, verließ die Brücke des „Traumschiffs“ erst mit 78. Rademann hat einen guten Grund für sein Vorgehen. Er setzt auf ein Publikum, das das Bewährte schätzt. Die Rechnung des Hamburger Produzenten geht auf. Das „Traumschiff“ beschert dem ZDF mit mehr als acht Millionen Zuschauern Traumquoten, die sonst nur dem „Tatort“ im Ersten vorbehalten sind.

Möglichst wenig Veränderung brachte Erfolg

Wenn möglichst wenig Veränderung zum Konzept der Reihe gehört, überrascht es wenig, dass Sascha Hehn erst der vierte Kapitän auf dem Unterhaltungsdampfer ist. Dabei schippert der Pott seit mehr als 30 Jahren durch die Weltgeschichte.

Damals, im November 1981, als das „Traumschiff“ zum ersten Mal ablegte, machte der damalige Endzwanziger als Chef-Stewart Victor eine gute Figur. Später, bis 1991, stach er als Erster Offizier Stefan Burger in See.

Der halbseidene Charme des Halbseriösen

Mehr jedoch trauten ihm weder Produzent noch Sender zu. Hehn verströmte damals den halbseidenen Charme des Halbseriösen. Als junger Mann hatte es der schöne Münchner mit der Auswahl seiner Rollen nicht so eng gesehen. In den 70ern stürzte er sich, „blutjung und liebeshungrig“, wie einer seiner Film-Titel nahelegte, mal auf Hausfrauen, mal auf Klosterschülerinnen, vor allem aber auf Schulmädchen. Noch 1980 firmierte Hehn als Traummann der „Kreuzberger Liebesnächte“.

Vorbei, im besten Sinne.

Kreuzfahrten
Bald freiwillige Abgabe für "Traumschiff"-Passagiere?

Zahlen Passagiere auf den "Traumschiff" MS Deutschland bald einen freiwilligen Aufschlag? Die Reederei des Schiffs hat diese Idee ins Spiel gebracht. Sie hängt mit dem Streit der vergangenen Wochen zusammen. Dabei ging es darum, unter welcher Flagge das Schiff fährt.

Inzwischen gilt der einst leichtgewichtige Schwerenöter als geläutert und gereift. „Der Bursche hat seinen Charme behalten, ist älter und reifer geworden und macht als Kapitän eine gute Figur. Der Kreis schließt sich – denn mit ihm hat alles angefangen“, vertraute Rademann der „Bild“-Zeitung an. Hehn, plauderte der Fernseh-Zampano weiter, habe das Angebot sofort angenommen. Die Rolle sei sein „Lebenswunsch“.

Für Siegfried Rauch ist es Zeit, Abschied zu nehmen

Und Hehns Vorgänger Rauch zieht sich, wie es scheint, einvernehmlich aus dem Schiffsverkehr zurück. „Es wird Zeit, Abschied zu nehmen“, wird der scheidende TV-Kapitän vom ZDF zitiert. Und: „Ich habe die ganze Welt gesehen, jetzt ist es genug mit der Reiserei.“

Fanclub
Schwarzwaldklinik lebt wieder auf

Das 25. Jubiläum der erfolgreichsten deutschen TV-Kult-Serie „Die Schwarzwaldklinik“ wird am heutigen Freitag in Hamburg groß gefeiert. Nach der Erstausstrahlung im Oktober 1985 wurden bis 1989 70 Folgen im ZDF gesendet.

Eine von Rauchs Kolleginnen sieht das nach wie vor anders: Heidi Keller. Tatsächlich hat das „Traumschiff“ in all den Jahren weder in Kuba noch in Korea Station gemacht. Auch die Philippinen und Alaska sind weiße Flecken auf der sonst vollständigen Weltkarte der Fernseh-Touristiker.

Dazu kommt noch eines. Obwohl die gebürtige Düsseldorferin seit dem Start der Reihe dabei ist, mag die Schauspielerin nicht an Ruhestand denken. Warum auch? Sie ist erst 71.

Jürgen Overkott


Kommentare
12.10.2012
09:33
Boah ey...
von SylterJung | #2

...Schweiger als Tatort-Kommissar, Hehn als Traumschiff-Kapitän, Türk wieder als Moderator?! Ich glaub´, ich schmeiß´ meinen Fernseher aus dem Fenster und lese mal wieder mehr...

10.10.2012
23:18
.
von AuroraBorealis | #1

Hehn macht einen auf Kapitän?!

Bitte lasst das Traumschiff dann schon in der ersten Folge untergehen.
Am besten gleich im Vorspann!

Hehn, den will doch keiner mehr sehen.

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