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"Sandy" erreicht US-Ostküste - 12.000 Flüge gestrichen

29.10.2012 | 23:28 Uhr
Menschen waten durch die Fluten, die Hurrikan "Sandy" vorangehen. In New York wurden wegen des Sturms 375.000 Menschen in Sicherheit gebracht.Foto: dapd

New York.  Hurrikan Sandy hat am Montagabend New York erreicht. Schon zuvor hatte der Sturm an der Ostküste der USA Spuren hinterlassen: Millionen Menschen waren ohne Strom. US-Präsident Barack Obama rief die Bevölkerung auf, den Anweisungen der Behörden Folge zu leisten. Der Gouverneur von Maryland rechnet mit Todesopfern.

Hurrikan "Sandy" hat Fahrt aufgenommen und schneller als gedacht auf den amerikanischen Nordosten zugesteuert. Zwei Stunden früher als erwartet erreichte der Sturm auf Montagabend gegen 23 Uhr deutscher Zeit die Ostküste der USA und kurz darauf New York. Entlang der wind- und regengepeitschten Ostküste waren bis dahin bereits mehr als eine Million Menschen ohne Strom.

Am Nachmittag lag das Zentrum rund 90 Kilometer südöstlich von Cape May im US-Staat New Jersey und drehte mit einer Geschwindigkeit von etwa 44 Stundenkilometern aufs Festland zu. Hunderttausende Menschen waren bereits aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen. In New York appellierte Bürgermeister Michael Bloomberg noch einmal an die Einwohner tief gelegener Gegenden: "Gehen Sie sofort. Die Verhältnisse verschlechtern sich sehr schnell, und das Zeitfenster für sie, gefahrlos herauszukommen, schließt sich rasch."

"Sandy" vereint sich mit einem Wintersturm

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"Sandy" begann nach Angaben von Meteorologen unterdessen seinen tropischen Charakter zu verlieren und sich wie befürchtet mit einem Wintersturm zu vereinen, der im US-Staat West Virginia bereits zu starkem Schneefall führt. Die Fachleute erwarten, dass das Unwetter dadurch an Intensität einbüßt, aber an Umfang gewinnt.

In den Küstenstädten brachten sich bereits Hunderttausende Anwohner aus den ufernahen Regionen in Sicherheit, Tausende Geschäfte bleiben geschlossen. Busse und Bahnen blieben vielerorts seit Sonntagabend in den Depots, Flugverbindungen wurden gestrichen. Die Wetteragentur sagte ein lebensbedrohliches Anschwellen des Sturmes, Böen in Hurrikan-Stärke an der Künste und heftige Schneefälle in den Appalachen voraus.

Historisches Schiff "MS Bounty" gerät durch "Sandy" in Seenot und sinkt

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In der US-Metropole bleiben Börsen und Schulen am Montag geschlossen, mehrere Bundesstaaten riefen den Notstand aus. "Sandy", der in der Nacht zu Dienstag erwartet wird, könnte einer der schwersten Stürme seit Jahrzehnten werden.

Auf seinem Weg in Richtung USA sind durch "Sandy" wohl zwei weitere Menschen getötet worden, nachdem der Hurrikan in der Karibik mindestens 66 Menschen den Tod brachte. Die US-Küstenwache rettete mit Helikoptern 14 von 16 Besatzungsmitgliedern des Dreimasters "Bounty", eines Nachbaus der historischen "HMS Bounty". Die beiden übrigen werden in den aufgewühlten Gewässern vermisst. Auf dem Nachbau wurde der Film "Die Meuterei auf der Bounty" gedreht, der auf historischen Begebenheiten beruht. Das Filmschiff versank kurz nach der Rettungsaktion, wie die Küstenwache mitteilte.

Der Gouverneur von Maryland warnte die Menschen in seinem Bundesstaat am Montag, dass es Tote geben werde. "Sandy" werde 24 bis 36 Stunden über Maryland hängen, sagte Martin O'Malley. "Die nächsten Tage werden schwer werden. Es wird Leute geben, die durch diesen Sturm getötet werden." Der Hurrikan sollte in der Nacht zum Dienstag auf Land treffen.

60 Millionen Menschen könnten von "Sandy" betroffen sein

Das auf Risikobewertungen spezialisierte Unternehmen Eqecat schätzte, dass 60 Millionen Menschen in den USA von dem Unwetter betroffen sein könnten. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums waren am Montag 1900 Soldaten der Nationalgarde wegen "Sandy" im Einsatz. Weitere 60.000 Mann seien in Bereitschaft versetzt worden, um im Katastrophenfall zu helfen. Auch 140 Hubschrauber stünden für Rettungsbemühungen zur Verfügung.

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Der Bürgermeister Michael Bloomberg warnte am Samstag vor dem herannahenden Hurrikan "Sandy". Eine Evakuierung der Stadt hält er jedoch für nicht notwendig. Insgesamt könnten 50 bis 60 Millionen US-Bürger betroffen sein.

Mehr als 1100 Kilometer lang ist der Küstenstreifen von Maine bis nach South Carolina, der die Auswirkungen von "Sandy" spüren könnte. Neben Starkregen und Überschwemmungen warnten Meteorologen in höheren Lagen auch vor massiven Schneefällen. Die heftigen Winde könnten vor allem in ländlichen Gebieten die oberirdischen Stromleitungen zum Einsturz bringen und zu tagelangem Elektrizitätsausfall führen. Das US-Energieministerium teilte am Montag mit, dass 36.000 Haushalte bereits ohne Strom seien. Hunderttausende Menschen wurden angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen.

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2012-10-29 23:28
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