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Sammy auf den Spuren Nemos

19.12.2012 | 18:30 Uhr
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Sammy auf den Spuren Nemos
Das Leben ist voller Geschichten: Die kleine Ella lauscht gespannt, was Sammy schon alles erlebt hatFoto: Studiocanal

Das zweite Trickfilm-Abenteuer des Schildkröterichs übertrifft den Vorgänger. Die Illusion der Unterwasserwelt ist vorzüglich eingefangen und bietet zudem eine effektsichere 3D-Optik, bei der auch mancher Spielfilm-Blockbuster blass vor Neid werden darf.

Trickfilme in digitaler 3D-Animation werden mit den Produktionsstätten Pixar, Disney und DreamWorks verknüpft. Gegen dieses finanzkräftige Triumvirat sieht die europäische Konkurrenz gemeinhin klein und blass aus. Nach Rentier Niko zeigt aber nun auch Schildkröte Sammy in ihrem zweiten Kinofilm „Sammys Abenteuer 2“, dass die Lücke zu den Großen aus Hollywood sich zu schließen beginnt.

Einmal um die ganze Welt, das haben Sammy und sein bester Freund Ray sogar schon zweimal geschafft, was auch für Schildkröten schon eine beachtliche Leistung ist. Nun sind sie wieder zu Hause, aber der Traum von gemütlicher Gemeinsamkeit mit den kleinen Enkelkindern Ricky und Ella währt nur kurz. Erst überfallen Möwen den Schildkrötenstrand und dann rücken Fischer an und verschleppen Sammy und Ray zu einem Unterwasser-Aquarium, wo sie als Zootiere die Gäste belustigen sollen. Geräumige Schwimmfläche und regelmäßige Mahlzeiten – da könnte man es auch schlechter treffen. Aber Sammy und Ray wollen die Freiheit und checken Fluchtmöglichkeiten aus. Leider ist das Aquarium sehr sicher gebaut, und dann ist da noch der ruchlose Big D (Unheilig-Frontmann Der Graf mit sinistrer Stimmgewalt), der mit seinen schleimenden Leibwächtermuränen (ganz klasse eingesprochen von Sascha Vollmar und Alec Völkel, besser bekannt als Hoss Power und Boss Burns von der Berliner Rockabilly-Band The Boss Hoss) die Macht im Aquarium inne hat und kein Tier einfach ausbüxen lassen will. Aber so schnell geben Sammy und Ray ihre Fluchtpläne nicht auf.

Pilotfisch Nemo ist eine Klasse für sich. Aber Schildkröterich Sammy und seine Freunde haben es auch drauf. In possierlichen Ansätzen zeigte sich das schon bei Sammys erstem Abenteuer „Die Suche nach der geheimen Passage“, das vor zwei Jahren über eine Million Zuschauer begeisterte. Ermuntert vom Erfolg präsentiert das Kreativteam um Regisseur Ben Stassen und Chefdesigner Vincent Kesteloot nun eine Fortsetzung, die das Original in allen Punkten übertrifft.

Sammys zweites Abenteuer kann dank verbesserter Software und merklich erhöhten Budgets mit einer stimmungsvollen Trickanimation aufwarten, die zwar nicht den Reichtum der Hollywood-Konkurrenz erreicht, aber auch keine Enttäuschung bietet. Im Gegenteil, die Illusion der Unterwasserwelt ist vorzüglich eingefangen und bietet zudem eine effektsichere 3D-Optik, bei der auch mancher Spielfilm-Blockbuster blass vor Neid werden darf. Vor diesem technisch beachtlichen Hintergrund entfaltet sich eine unterhaltsame Geschichte, in der Spaß und Spannung glänzend aufeinander abgestimmt wurden. Für die Kinder gibt es bei all dem viel zu schauen, zu staunen und zu lachen und auch das erwachsene Begleitpersonal darf sich hier gut unterhalten fühlen.

Wertung Vier von fünf Sternen

Uwe Mies

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