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Salmonellen-Gefahr für Kleinkinder durch illegale Reptilien

14.12.2012 | 12:29 Uhr
Die Ansteckungsgefahren bei Wildtieren wachsen offenbar auch wegen wachsender illegaler Importe.Foto: Roy Glisson / WAZ FotoPool

Essen.  Salmonellenerkrankungen bei Babys und Kleinkindern sind immer häufiger auf Reptilien zurückzuführen. Die Gefahr durch die Übertragung von Krankheitserregern von Reptilien auf den Menschen werde meist unterschätzt, so das Bundesumweltministerium. Die Regierung will nun „die Einfuhr aus der Natur entnommener Tiere aus Artenschutzgründen pauschal beschränken".

Reptilien übertragen in zunehmendem Maß  Salmonellenerkrankungen auf Säuglinge und Kleinkinder. Davor warnt die Bundesregierung. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist derzeit beauftragt, Informationen dazu zusammenzustellen und es über Gesundheitsdienste, Ärzte und öffentliche Betreuungsstellen der Bevölkerung zugänglich zu machen. Zu den Reptilien gehören unter anderem Schlangen, Echsen und Schildkröten.   

„Dass Reptilien ein Salmonellenreservoir darstellen und eine Übertragung von Krankheitserregern von Reptilien auf den Menschen erfolgen kann, wird in der Öffentlichkeit häufig unterschätzt“, stellt das Umweltministerium in einer Antwort auf eine Bundestagsanfrage der SPD fest. Zwar werde der überwiegende Anteil der Salmonellenerkrankungen durch Lebensmittel ausgelöst. Bei Säuglingen und Kleinkindern sei der Anteil der Infektionen, die über einen Kontakt zu den Tieren entstehen, inzwischen aber „überwiegend“.

Meldung vom 19.8.12
Florida im Würgegriff der Pythons

Ranger im Everglades-Nationalpark in Florida warnen Touristen vor Tiger-Pythons. „Aussteigen nicht zu empfehlen, das Reptil ist stärker“, heißt es. In den tropischen Sümpfen im Süden des US-Bundesstaates haben die nimmersatten Räuber die tierische Multikulti-Gesellschaft in den vergangenen 20 Jahren...

Gefahr durch Zuwachs bei illegalen Importen

Die Ansteckungsgefahren bei Wildtieren wachsen offenbar auch wegen wachsender illegaler Importe oder vermeintlicher „Nachzuchten“, die keine sind. Nach Angaben der SPD-Bundestagsfraktion nimmt der unkontrollierte und teils illegale Import von Reptilien, Vögeln und Fischen aus außereuropäischen Ländern zu, in denen der Artenschutz kaum beachtet werde.

Zwischen 440 000 und  850 000 lebende Reptilien kämen pro Jahr nach Deutschland. So sei hier der türkise Berggekko aus Tansania aufgetaucht und der  Banggai-Kardinalbarsch aus Indonesien. Beide Tierarten ständen auf der roten Liste der stark gefährdeten Arten. Der Vorwurf der Sozialdemokraten: „Weder der Kauf noch die Haltung von Wildtieren sind in Deutschland, mit Ausnahme geschützter Tierarten geregelt“. Nur in sieben der 16 Bundesländer gebe es heute  Regelungen beispielsweise zur Haltung gefährlicher Wildtiere in Privathand.

Reptilien und Spinnen

Zoll entdeckte 150 illegale Tiere aus Indonesien

Die Regierung hält die bestehenden Gesetze für ausreichend und plant nicht, „die Einfuhr aus der Natur entnommener Tiere aus Artenschutzgründen pauschal zu beschränken“. Sie räumt aber ein, dass „im Handel  mit geschützten Arten  Falschdeklarierungen genutzt werden, um illegal der Natur entnommene Tiere  zu legalisieren“. So fiel dem Zoll 2011 eine Sendung aus Indonesien mit  150 Tieren – meist verschiedenen Pythonarten – in die Hand. „Seit rund 20 Jahren  werden in Deutschland immer öfter entwichene und ausgebrachte, nicht natürlich vorkommende Wildtiere gemeldet“.

Dietmar Seher



Kommentare
28.12.2012
10:17
Salmonellen-Gefahr für Kleinkinder durch illegale Reptilien
von EisEngel_82 | #6

Den Ersteller des Berichts sollte man hinter Gitter bringen, so nen Müll in die Welt zu setzen ist doch das Letzte.

Ich selbst besitze Geckos und Schlangen, dazu leben noch 3 Katzen und ein Hund bei uns. Wir sind 2 Erwachsenen und 3 Kinder.....dem bericht nach zu Urteilen müssten meine Kids ja verseucht sein von oben bis unten, dass is so ein arschgschmarri und kommt doch wieder nur von denjenigen die die Reptilien/Exotenhaltung verbieten möchten, wir als "Exotenhalter" haben da doch nix zu melden...diese so genannten Tierschützer haben dank der Presse eine wesentlich größere Plattform! Wenn wir uns an die Zeitung wenden wird gar nix berichtet, ist ja nicht spektakulär genug.

Aber wer will kann sich von solcherlei Berichten gerne blenden lassen, wer etwas Gehirn beweist kann sich gerne bei GUTEN Züchtern erkundigen wie es wirklich aussieht im Terrarium.....In diesem Sinne wünsche ich allen ein frohes neues Jahr

14.12.2012
22:09
Salmonellen-Gefahr für Kleinkinder durch illegale Reptilien
von ditku | #5

BILD sprach mit den Salmonellen.

14.12.2012
18:13
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

14.12.2012
15:40
Salmonellen-Gefahr für Kleinkinder durch illegale Reptilien
von Phelsuma88 | #3

Ich muss mich auch mal als Terrarianer zu dem Thema äußern.
Diese Behauptung, Reptilien seien besonders gefährlich bei der Übertragung von Salmonellen ist größter Humbug und nur wieder von sogenannten Tierschützern hochgepuscht.Fällt niemandem auf das nie konkrete Fallzahlen genannt werden, sondern nur die Anzahl steigt ?... .Die größte Gefahr an Salmonellen zu erkranken sind immer noch Hühnereier oder ranzige Mayonaise.
Die beiden genannten Arten werden durch großangelegte Zuchtprogramme und engagierte Privtaleute erfolgreich nachgezogen und decken fast die komplette Nachfrage. Der Lebendsraum dieser Arten wird gravierdener durch stumpfe Abholzung/ Verschmutzung der Gewässer zerstört.Hier sollte man ansetzen ! Wie hoch sind den die gemeldeten Zahlen im Vergleich zu denen von entlaufen Hunden Katzen etc. ?

Ergänzend zu dem Kommentar #2 empfehle ich noch die Aktulle Ausgabe der Reptilia Nr.98 sowie die Draco Nr.51.

Ps. Gecko schreibt man mit ck, alternativ "Lygodactylus williams

14.12.2012
13:00
Salmonellen-Gefahr für Kleinkinder durch illegale Reptilien
von anjul | #2

Zum Thema Salmonellen und Reptilien gibt es einen guten Flyer vom DGHT (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde). Den sollte man sich durchlesen bevor man überschnell urteilt.

Fakt: Wildfänge und Schmuggel sind furchtbar, aber Salmonellen als Argument zu nehmen ist nicht gerade günstig. Das macht vielleicht Angst, mehr aber auch nicht. Salmonellen werden meistens übers Essen übertragen (ungleich Reptilien). Die Salmonellen die durch erkrankte Reptilien (dafür muss man aber erst mal ein erkranktes Reptil haben) übertragen werden, kommen dann über mangelhafte Handhygiene. Also: Hände waschen nachdem man Tiere anfasst, das gilt aber auch bei Katzen und Hunden, nicht nur bei Reptilien...

Und nebenbei: Kinderhände haben nichts an Reptilien zu suchen! Reptilien sind weder Kuscheltiere noch Spielzeug...

1 Antwort
Salmonellen-Gefahr für Kleinkinder durch illegale Reptilien
von anjul | #2-1

ich korrigiere den Satz "Die Salmonellen die durch erkrankte Reptilien [....]".

Natürlich entstehen nicht die Salmonellen durch die fehlende Handhygiene, nur die Übertragung auf den Menschen erfolgt so.

14.12.2012
12:48
Salmonellen-Gefahr für Kleinkinder durch illegale Reptilien
von jessiesrevenge | #1

Im Interese der Tiere und des Artenschutzes sicherlich gut. Auch für manche Nerven und Gesundheit gut.
Aber das sich Kleinkinder vorwieigend an Schlangen, Eidechsen und Co anstecken, kann ich mir bei den besten Willen nicht vorstellen. Müßte das Kind dann nicht schon mit den infizierten Tier schmusen und kuscheln? Und mal die Frage, wenn man ein Kind mit einer Königspython schmusen lässt, hat man da nicht schon ganz andere Probleme, die vorrangig zu lösen wären?
Halte hier die Salmonellenquelle als falsch, da ich annehme das solche Sachen sich eher in den Futter, Lebendfutter befndet, da da die Chance höher ist sich anzustecken. Da man eben damit auch öfter im Nahkontakt ist als mit den Pflegling....

1 Antwort
Salmonellen-Gefahr für Kleinkinder durch illegale Reptilien
von Faszination-Reptilien | #1-1

Wir Terrarianer müssen genauso wie Lebensmittlverkäufer und Co auf gute Hygiene achten. Wie " jessierevenge " schon schreibt, hat Derjenige der Kinder mit Reptilien hantieren lässt ein Problem....mit Verantwortung im Allgemeinen....alle Terrarianer werden hier mit den schwarzen Schafen dieser "Szene" über einen Kamm geschert...dabei sorgt der überwiegende Teil dieser Interessensgruppe durch Nachzuchten dafür, dass der Handel mit ( illegalen ) Wildfängen immer weniger lukrativ wird. Viele der von uns gehaltenen Arten sind in der Natur fast ausgestorben. Kleine Kinder haben an Reptilien genauso wenig zu suchen wie an Messern, Putzmittel oder Feuer. Viele Kinder vergiften sich Jahr für Jahr an Putzmittel. Aber verbietet man Diese deswegen ? Es kommt wie in allen Dingen im Leben auf den richtigen Umgang mit der Materie an. Dies gilt im Übrigen auch für Journalisten, die einseitige Berichte schreiben....berichten Sie doch bitte auch mal über die "andere Seite der Medaille", Herr Seher.

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