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Saigon ist der Star im ARD-Film "Jahr des Drachen"

09.10.2012 | 18:43 Uhr
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Behrendt und Liu in „Jahr des Drachen“.Foto: WDR

Essen.  Die ARD zeigt am Mittwoch einen Film mit Klaus J. Behrendt. Er spielt einen Textilunternehmer, der auf einer Dienstreise in Saigon die hinreißende Prostituierte Huong (Nina Liu) kennenlernt. Der eigentliche Star des Films aber ist die Stadt Saigon.

Eigentlich ist das gemein. Aber Klaus J. Behrendt surft auf dem Ticket Max Ballauf durchs Fernsehen. Wenn der beliebte Kölner Tatort-Kommissar sich anderweitig orientiert, ist man als Zuschauer zunächst desorientiert. Zumal, wenn ein Großteil der Handlung auch noch in Köln spielt. Behrendt ist Behrendt ist Behrendt . . .

„Jahr des Drachen“ (ARD, Mittwoch, 20.15 Uhr) lautet der Titel eines recht ambitionierten Films. Behrendt, mit Vollbart und optisch etwas älter geschminkt, spielt den erfolgreichen Hemdenverkäufer Thomas Eichner. In Saigon soll er mit den Vietnamesen über ein Joint Venture verhandeln. Fern der Heimat verliebt er sich in die junge Prostituierte Huong (Nina Liu). Vielleicht ist er anfällig für diese Beziehung, weil’s daheim nicht so gut läuft: mit seinem Sohn Daniel (Florian Bartholomäi) und seiner krebskranken Frau Maren (Karoline Eichhorn). Vielleicht, weil sein drohender 50. Geburtstag eine Art Midlife Crisis auslöst.

Egal. Drehbuchautor Karl-Heinz Käfer wollte es so. Wollte das alte Klischee ein weiteres Mal bedienen, dass in Südostasien eigentlich nur Prostituierte (weiblich) rumlaufen, die davon träumen, eine Langnase (männlich) zu ergattern, zu heiraten, um ein sorgenfreies Leben in Europa führen zu können.

"Wir haben das Geld, sie haben die Körper"

Huong passt wunderbar in diese Welt- und Wertvorstellung. „Wir haben das Geld, sie haben die Körper“, lässt Käfer Eichners Vertraute Cornelia Behlke – ganz hervorragend von Jeanette Hain gespielt – in einer Szene sagen. Diesen Körper verkauft man halt. An eine Agentur, die Partner in reichen Ländern vermittelt. So landet Huong in Deutschland. Und der Freier in spe gibt die Traumfrau natürlich gerne gegen Aufschlag von ein paar Prozent an den Nebenbuhler Eichner weiter.

Tatort-Gesichter

Auch wenn das Drehbuch dieses Fernsehspiels so manche Schwäche aufweist, der Film „Das Jahr des Drachen“ ist dennoch sehenswert. Zu verdanken ist diese Tatsache dem wunderbaren Regisseur Thorsten C. Fischer („Romy“, „Der Anwalt und sein Gast“). Er macht Vietnam und Saigon zu einem Hauptdarsteller. Die Mopeds, der Krach und das Chaos in dieser pulsierenden Metropole werden beeindruckend in Szene gesetzt. „All die Aufnahmen von Menschen auf den Straßen sind von uns heimlich gefilmt worden“, berichtet Fischer. So bekommt der Betrachter Einblicke in dieses Land am Chinesischen Meer, die abseits der bekannten Touristenrouten liegen.

Das Geheimnis der Fremdheit

Käfer und Fischer brauchen ihre Hauptdarsteller, um sich an einer fernsehtauglichen Geschichte entlangzuhangeln. Wichtiger sind aber die Bilder und die kleinen Geschichten, die die Familienmitglieder Huongs erzählen. Da muss man sehr genau hinschauen, weil viele Dialoge in nicht übersetztem vietnamesisch oder englisch geführt werden. Das klingt fremd und sieht fremd aus – der große Verdienst dieses Films liegt darin, dass er dieser Fremdheit Geheimnisse entreißen kann. Das ist spannend und mutig zugleich.

Angelika Wölke

Kommentare
12.10.2012
11:06
Wasfür eine Beleidigung!
von Natalie_Tran | #1

Was für ein billiger Film!

1. Die Bevölkerung von Vietnam ist ca. 90 Mio. Ausgehend davon kann man eine von den 45 Mio. vietnamesischen Frauen auswählen, um die Hauptrolle zu spielen. WARUM spielt eine CHINESIN die Hauptrolle? Denkt ihr, dass alle VIETNAMESEN CHINESEN sind? Wasfür eine Beleidigung!

Ihr Vietnamesisch ist im Anfänger-Niveau. Sie kann sogar nicht Reisnudeln mit den Stäbchen richtig essen.

2. Es ist schon ein Urteil, dass die "Langnasen" denken, dass alle "Asiantinnen" Hurren sind. Alle streben nach einem Leben in Europa, wo sie ohne Mühe Geld und Visum haben. Der Film unterstützt solche Gedanken und reduziert den Wert der Vietnamesen. Es ist inakzeptabel!

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