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RTL-Reporter wird für "Das Jenke-Experiment" zum Säufer

10.03.2013 | 15:52 Uhr
RTL-Reporter wird für "Das Jenke-Experiment" zum Säufer
Das Alkohol-Experiment: Vollen Körpereinsatz zeigt der engagierte RTL-Reporter Jenke von Wilmsdorff .Foto: RTL

Essen.   RTL-Reporter Jenke von Wilmsdorff geht hautnah ran an seine Themen - ob eine Reportage über Obdachlose oder Alleinerziehende: Er ist mittendrin. Nun hat sich vier Wochen volllaufen lassen. Unter ärztlicher Aufsicht. Das Ergebnis ist an diesem Montag im TV zu sehen.

Vier Wochen saufen für lau. Klingt für manchen beim ersten Hören ja gar nicht mal schlecht. „Aber nach sieben Tagen“, sagt Jenke von Wilmsdorff, „fühlst du dich nicht mehr gut.“ Das hat er nicht nur gehört, das hat er gemerkt. Weil er selbst gesoffen hat. Unter ärztlicher Aufsicht zwar, aber exzessiv. War morgens schon angesäuselt, am Nachmittag meist betrunken und am Abend oft voll. Nicht zum Spaß, sondern für „Das Jenke-Experiment“ (RTL, Montag, 21.15 Uhr)

Es ist nicht der erste Selbstversuch, den der 47-Jährige startet. Mit Fast Food hat er sich rund und dick gefuttert oder sich als „alleinerziehende Mutter“ durchgeschlagen. Beides fürs RTL-Magazin „Extra“. „Das hat viel Zuspruch beim Zuschauer erfahren“, erzählt Jenke. Und was viel Zuspruch erfährt, das wird bei RTL ausgebaut. So hat der Bonner nun eine eigene Sendung, in der er zunächst vier Mal in fremde Rollen schlüpfen darf.

Für die erste Staffel wird aber nicht nur gesoffen. Es geht um das Leben im Alter, den Alltag in Armut und die Rolle der Frau. Keine Themen, die wirklich neu sind. Neu ist die Art, wie sich Jenke ihnen nähert. Nicht nur beobachtend und nachfragend, sondern vor allem erlebend. Er wird zum alten Mann, zum Obdachlosen und am Ende gar zur Frau. „Sehr authentisch“, nennt er diese Herangehensweise. Um diese Authentizität nicht wieder zu gefährden, arbeitet er mit dem kleinstmöglichen Team. Nur die Kamera, die will von Wilmsdorff nicht verstecken. Auch wenn niemand normal agiert, sobald eine Linse auf ihn gerichtet ist. Zumindest anfangs nicht. „Das Problem relativiert sich mit der Dauer, in der die Kamera läuft.“ Irgendwann, hat er gemerkt, „hat man sie vergessen“.

Die Wochen im Suff haben Jenke von Wilmsdorff  verändert

Ansonsten kennt der Mann kaum Tabus. „Niemand anderen verletzen und mich selbst nicht in Gefahr bringen“, sagt er. Wobei er es mit letzterem nicht immer so genau nimmt, wie sich beim Alkohol-Experiment zeigt. Denn die Wochen im Suff verändern ihn. Der Reporter spricht von einem „schleichenden Prozess“, erzählt, wie der Alkohol langsam aber unaufhörlich das Kommando übernimmt. Bis er seine morgendlichen Cornflakes nicht mehr in Milch, sondern in Rotwein tunkt. Und auch den Rest des Tages „ musste ich immer einen Vorwand finden, was zu trinken“, erinnert sich Jenke.

Bis ein Arzt das Experiment kurz vor dem geplanten Ende aus gesundheitlichen Gründen abbricht. Keine vier Wochen hat von Wilmsdorff da geschluckt. Aber er sagt: „Ich hatte Schwierigkeiten, wieder aufzuhören.“ Erst mit der Zeit ließ die Sucht nach. Nur vom Rauchen, das er kurz nach dem ersten Glas wieder angefangen hatte, ist er noch nicht wieder weg. Im Gegenteil: „Ich rauche mehr als zuvor.“

RTL
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Geblieben ist auch die Erinnerung. Nicht nur an die verkaterten Morgenstunden. Auch an den Heiligen Abend, den er 2012 auf der Straße verbrachte. Oder an die Stunden, in denen er als Opa kaum beachtet wurde. Nicht aus Boshaftigkeit, sondern „weil man alte Leute offenbar gar nicht mehr wahrnimmt“.

Stimmt die Quote, soll es weitergehen. „Themen gäbe es genug“, sagt von Wilmsdorff. Für ihn hat sich die Sache bereits jetzt gelohnt. So unangenehm der Ganzkörpereinsatz gewesen sein mag, „er hat mein Bewusstsein für die angesprochenen Probleme sehr geschärft“.

Kritik des Bundesgesundheitsministers

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat die Exzesse in der Sendung kritisiert. „Alkoholsucht ist eine Krankheit, die für die Menschen, die davon betroffen sind, ein schweres Schicksal bedeutet. Gleiches gilt für ihre Angehörigen und das Umfeld. Es ist vollkommen unangemessen, auf diese Art und Weise mit diesem Schicksal umzugehen“, sagte er „Bild am Sonntag“.

Andres Boehme



Kommentare
12.03.2013
14:15
RTL-Reporter wird für
von bettyblue | #13

Interessante Sendung. Vor allen Dingen bewies sie, dass man die finger vom saufen lassen sollte, wenn man das saufen nicht verträgt. denn, wenn wir mal ehrlich sind, viel war das nicht, was er sich da so reingeschossen hat. von daher: lieber erst mal relaxen und traineren, dann ist auch alkoohol in großen mengen kein problem und abhänfif wird man davon auch nicht.

2 Antworten
.....
von Spatenklopper | #13-1

" lieber erst mal relaxen und traineren, dann ist auch alkoohol in großen mengen kein problem und abhänfif wird man davon auch nicht. "

Sind Sie sich da ganz sicher? Man könnte aus diesem Satz schon auf negative Auswirkungen auf das Sprachzentrum des Gehirns schließen.
p.s. Um Ihnen etwas auf die Sprünge zu helfen, Training = Gewöhnung = ein großer Schritt Richtung Sucht.

RTL-Reporter wird für
von paranoidus | #13-2

Nomen est Omen

Betty war Blau
Dazu fällt mir dieser Spruch ein

Denk ich an Deutschland in der Nacht, Dann bin ich um den Schlaf gebracht

12.03.2013
13:05
RTL-Reporter wird für
von paranoidus | #12

Sensationsgeilheit vom Bildungsfernen TV.
Wer sich so etwas anguckt sollte sich mal hinterfragen.
Aber es gibt ja noch ein weites Feld zu erforschen.
Wie fühle ich mich als Mörder-Verbrecher-Schläger Teil 1 - 10
Aber die Presse spielt ja mit,dass ist eigentlich keinen Kommentar bezw Zeile wert.

12.03.2013
12:56
RTL-Reporter wird für
von dietergoebler | #11

Diese Art der Arbeit ist Unmoralisch und Verwerflich!!!!!

Wird demnächt eine Vergewaltigung stattfinden
- oder sogar ein Mord -
um sich in den Täter "einzufühlen" ?
und zu berichten!!!


Der Sender und die Presse machen sich mitschuldig wenn sie nicht gegen diese Art der Reportage protestieren!

12.03.2013
10:11
Todsichere Story
von wohlzufrieden | #10

...als nächstes versetzt sich ein RTL-Reporter in die Situation eines Selbstmörders. Nur, sollte daraus ein Dreiteiler entstehen, braucht man drei Reporter...

12.03.2013
09:33
RTL-Reporter wird für
von unfassbar | #9

Echt toll. Der Proband spielt mit seinem Leben fürs Ekel TV ohne jeden Sinn und Verstand noch Nutzen.
Davon haben "richtige" Alkoholiker rein gar nichts.
Welcher Selbstversuch kommt als nächstes?
Und welcher Arzt hat sich dafür hergegeben, dies zu "begleiten"?

12.03.2013
08:36
RTL-Reporter wird für
von oschruff | #8

Ist er auf dem Foto jetzt Alki, Obdachloser, alter Mann oder Frau?

12.03.2013
08:10
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Name von Moderation entfernt | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

11.03.2013
22:22
RTL-Reporter wird für
von avalona24 | #6

Das Scheißprogramm [RTL] kann nur besoffen ertragen.
Es geht hier nur um die Einschaltquote und nicht um Alkoholsucht.

11.03.2013
20:54
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

11.03.2013
18:41
(Re)portwein
von wohlzufrieden | #4

Eigentlich kann ein Reporter von RTL nur zum Alkoholiker werden, gleiches gilt für deren Dauer-Zuschauer...oder?

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