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Shitstorm

"Rolling Stone" sorgt mit mutmaßlichem Boston-Bomber Zarnajew auf dem Titel für Empörung

17.07.2013 | 19:12 Uhr
"Rolling Stone" sorgt mit mutmaßlichem Boston-Bomber Zarnajew auf dem Titel für Empörung
Die Titelgeschichte seiner August-Ausgabe widmet der "Rolling Stone" dem mutmaßlichen Boston-Bomber Dschochar Zarnajew. Mit dem Titelfoto hat das US-Musikmagazin einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.Foto: afp/Rolling Stone

Washington.  Normalerweise zieren Musiker oder Filmstars das Cover des US-Magazins "Rolling Stone". In der August-Ausgabe: Dschochar Zarnajew, der mutmaßliche Bombenleger vom Boston-Marathon. Die Zeitschrift hat mit dem Titel einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Bei Facebook und Twitter tobt der Shitstorm.

Das August-Cover der Zeitschrift "Rolling Stone" hat große Empörung ausgelöst. Die Titelseite des Musikmagazins räumt dem mutmaßlichen Bombenleger des Boston-Marathons, Dschochar Zarnajew, den sonst für Musiker und Stars reservierten Platz ein.

Die Redaktion veröffentlichte das Foto in der Nacht zu Mittwoch auf der "Rolling Stone"-Facebook-Seite, um damit die "tiefgehende" Titelgeschichte über "das Leben des Boston-Bombers" zu propagieren. Doch der Coup ging nach hinten los. Im Internet löste das Foto nach der Veröffentlichung einen Sturm der Entrüstung aus.

Tausende wütende Kommentare zum Zarnajew-Cover

Mehr als 12.000 Facebook-Nutzer kommentierten den Eintrag innerhalb von nicht einmal 24 Stunden. Die meisten drückten auf deutliche Art und Weise ihr Entsetzen aus: "Was für eine Schande, einen Mörder wie einen Rockstar aussehen zu lassen", schrieb ein Nutzer. "Wer immer dachte, das sei eine gute Idee, sollte gefeuert werden", lautete ein anderer Kommentar.

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Hollywood will Terroranschlag von Boston verfilmen

Bevor der mutmaßliche Bombenattentäter von Boston, Dschochar Zarnajew, erstmals vor Gericht erscheint, schreiten in Hollywood die Planungen für eine Verfilmung der Ereignisse vom April 2013 voran. Zwei Drehbuchautoren sollen sich die Rechte am geplanten Buch "Boston Strong" gesichert haben.

Diverse Menschen aus Boston selbst meldeten sich zu Wort. Es sei schändlich, Zarnajew solch ein Forum zu bieten. "Was für ein Schlag ins Gesicht für die Stadt Boston und die Opfer des Anschlags auf den Marathon", schrieb eine Nutzerin. "Nie wieder werde ich eine Ausgabe des 'Rolling Stone' kaufen."

CVS will August-Ausgabe des "Rolling Stone" nicht verkaufen

Auch im Kurznachrichtendienst Twitter tobte der Shitstorm. Die Apotheken- und Supermarkt-Kette CVS kündigte auf Facebook an, die August-Ausgabe des "Rolling Stone" nicht zu verkaufen - "aus Respekt für die Opfer der Anschläge und ihre Angehörigen".

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Das US-Musikmagazin "Rolling Stone" zeigt auf seinem August-Titel den mutmaßlichen Boston-Bomber Dschochar Zarnajew. Viele Amerikaner sind empört. Wie sehen Sie das?

 

Die Titelgeschichte trägt die Überschrift "Der Bomber: Wie ein beliebter, vielversprechender Schüler von seiner Familie im Stich gelassen wurde, dem radikalen Islam verfiel und ein Monster wurde." Journalistin Janet Reitman habe in den vergangenen zwei Monaten dutzende Quellen interviewt, verkündete der "Rolling Stone" in einer Pressemitteilung. Ergebnis sei ein "fesselnder und herzzerreißender Bericht, wie aus einem reizenden Kind mit einer tollen Zukunft ein Monster wurde".

Unzählige Leser kündigten in den Online-Kommentaren an, bestehende Abos sofort zu kündigen. Bei Facebook und Twitter setzte die Redaktion ihre Social-Media-Aktivitäten so fort, als sei nichts gewesen.Das Magazin war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Laut "USA Today" habe die Redaktion lediglich darauf hingewiesen, dass die Debatte an die Reaktionen auf einen "Rolling Stone"-Titel mit Massenmörder Charles Manson aus dem Jahr 1970 erinnere. Damals hatte die Zeitschrift den Verurteilten im Gefängnis interviewt - und einen "National Magazine Award" dafür bekommen. (dpa/shu)



Kommentare
18.07.2013
13:51
...
von Bella74 | #3

@ #2
Dann werde ich es Ihnen mal erklären.
Wieso gibt man einem mutmaßlichen Attentäter auf einem Cover eine MUSIKmagazines solch eine große Plattform? Was hat dieser Typ mit Musik zu tun? Was hat der Rolling Stone mit dem mutmaßlichen Attentäter zu tun? NIX!
Auf die Geschichte hinter dem Typ, ob nun Attentäter oder nicht, können viele dankend verzichten, erst recht wenn sie ein Musikheft kaufen wollen. Auf einem politisch thematisiertem Heft wäre es ja alles "halb so wild", auch wenn es generell für alle Opfer ein Schlag ins Gesicht ist, wenn der "Attentäter" eine so große Plattform erhält.

2 Antworten
...
von DerHeinzer | #3-1

Wie kommen Sie eigentlich auf die Idee, der Rolling Stone sei ein reines Musikmagazin? Schon bei seiner Gründung in den 1960ern war er genau das, was sie ein politisch thematisiertes Heft nennen und gerade das Thema Musik hat über die Jahrzehnte immer weniger Raum im Magazin eingenommen.

Oder um mit der Selbstdarstellung des Magazins zu sprechen: "Rolling Stone Magazine features music, album and artist news, movie reviews, political, economic and pop culture commentary, videos, photos, and more."

Re: ...
von DerHeinzer | #3-2

Wie kommen Sie eigentlich auf die Idee, der Rolling Stone sei ein reines Musikmagazin? Schon bei seiner Gründung in den 1960ern war er genau das, was sie ein politisch thematisiertes Heft nennen und gerade das Thema Musik hat über die Jahrzehnte immer weniger Raum im Magazin eingenommen.

Oder um mit der Selbstdarstellung des Magazins zu sprechen: "Rolling Stone Magazine features music, album and artist news, movie reviews, political, economic and pop culture commentary, videos, photos, and more."

18.07.2013
12:43
Wieso unfassbar?
von jokel | #2

Warum darf man darüber nicht öffentlich berichten, nur unterm Tisch?

18.07.2013
11:56
"Rolling Stone" sorgt mit mutmaßlichem Boston-Bomber Zarnajew auf dem Titel für Empörung
von molarius | #1

Unfassbar was da wieder abgeht.
Ein Schlag ins Gesicht aller Opfer und deren Familien wenn man solche "Individuen" auch noch öffentlich beleuchtet.

1 Antwort
Humbug
von DerHeinzer | #1-1

Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal genötigt sein werde, das Argument "geh doch nach drüben" zu verwenden aber: Es steht Ihnen frei sich ein Land zu suchen, in dem keine Pressefreiheit herrscht. Wer soll denn Ihrer Meinung nach entscheiden, welche Themen und Informationen der Bevölkerung vorenthalten bleiben sollen?

Was die Anführungszeichen bei den Individuen bedeuten sollen, will ich besser gar nicht erst wissen...

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